302-Chariots_of_VCM

sonntags begleitete ich wieder einmal den #vcm2017 wienmarathon, wenngleich das wetter morgens alles andere als einladend dazu gewesen ist. Es ist jedes mal eine überraschung, welchen teil des weges ich mitbegleite, wo und wie ich mich der u-bahn als hilfsmittel bediene. Ausgehend von der dvd-börse (die spritzte ich, man kam da kaum beim eingang rein) startete ich bei der längenfeldgasse. Ich hielt mich nicht lang an der wienzeile auf, sondern nahm gleich die abkürzung mit der U6 zum westbahnhof. Dort konnte ich etwa noch die „1. frau“ erwischen. Und vom westbahnhof ist es ja dann ganz bequem, mit meinem ‘marathonroller’ die mahü hinunterzurollen, seitlich. Irgendwann an der mahü stellte ich mich an einen ubahn abgang, lehnte mich lässig an und …. – verschränkte die arme!(!!). Upps das hätte ich wohl besser nicht machen sollen. Wenn blicke von läufern töten könnten, könnte ich nun diesen artikel nicht darüber schreiben. Also die läufer erwarten es schon sehr, dass man sie anfeuert – oder wenn man wie ich dazu zu schüchtern ist – doch wenigstens ein bissl mitklatscht. Aber ich wollte mich selber von meiner anstrengenden rollfahrt etwas erholen und sah wirklich ganz entspannt, angelehnt, verschränkt den läufern bei laufen zu. Ob der wintertemperaturen war ich auch nicht sehr tussihaft gekleidet, also ich sah nicht besonders fraulich aus. Jetzt machte ich auf die läufer wahrscheinlich eher den eindruck einer notbedürftigen spannerin, zumal mich ja interessierte, wie die damen und herren heißen. Und das steht ja auf dem nummernteil. Aber wirklich ziemlich klein und jetzt muss man – in der bewegung – da ganz genau hinschauen. Nun hatten manche, fürs oberteil-ausziehen-wenn-warm, das nummernfetzerl eher auf lendenhöhe oder ungefähr in der nähe aufgehängt: der name steht ja unter der nummer. Ich bemühte mich, die namen zu lesen, falls ich doch wen auffallenden anfeuern wollte, in der geschwindigkeit, und ohne es zu wollen, mussten dann meine konzentriert fixierenden, kurzsichtigkeitsbebrillten argusaugen sehr oft die lendengegend der laufenden anvisieren – denkbar unangenehm das ganze. Für alle beteiligten. Es ist eigentlich bei jedem vcm so, dass mir 1-2 läufer oder blickkontakte lange in erinnerung bleiben.
Dieses jahr war das jerome, dessen lauf-nummer ich leider nicht weiß. 43000 läufer werden doch schon einiges an jeromes gehabt haben. Und während ich noch nachdachte, ob ich ihn auf französisch oder spanisch anfeuern sollte, war er schon vorübergelaufen und ich sah nur noch sein cape. Er wär verwirrt gwesn, hätt evtl zruckgschaut, wär gstolpert oder was weiß ich alles noch. Es war wiegsagt auf der mahü. Und er hatte einen schwarzen zorro hut auf und so ein schwarzes cape. Er war charismatisch und er war ein kostümläufer. Deswegen meine idee, hier spanisch zu feuern. Aber es war ohnehin für alles zu spät. Vielleicht lief er eh nur halbmarathon. Ich bewundere jeden dieser läufer. Weniger bewundere ichs, wenn sich einer danach ne zigi anzündet und diese verhöhnung gegenüber seiner lunge dann auf instagram postet.
Toll an diesem vcm war auch: ich nahm bei neubaugasse die U3 und fuhr wien mitte. Von dort rollte ich zur radetzkystraße, über die franzensbrücke, danach rechts in den prater rein und tatsächlich bis zum praterstern. Es war eine superstimmung und ein zauber über der stadt. Das wetter hatte sich zwischenzeitlich auch spürbar gebessert. Der gelungene tag wurde mit sushi vom lee und weißer trinkschoki vom mcDo gefeiert. /pixabay_wolfblur 537w