6. August / Intention 469 / Der Krimi um den Blonden Khan
Ihren Ursprung hatte die Geschichte um den blonden Khan bereits vor 3 Jahren. Nachdem ich mir ein halbes
Jahr das Werken um die 130 qm Wohnung im Nebenhaus angehört und angetan habe, wuchs ich bekanntlich rüber
mit der Hausverwaltung. Ich lernte den Khan kennen, ich bemerkte auch sehr schnell, dass er schwul war.
Das ist nett, und der Khan ist wirklich ein feiner Mensch - wie das auch die Menschen über ihm - ja sogar jene
unter ihm sind. Spannend ist nun, wie all die Jahre die Geschichte um den Blonden Khan weiterging. der Khan
hatte einen Freund. das war ein lieber brünetter. ich hatte ihn ebenfalls einmal bemerkt, als ich drüben klopfen war,
wegen des stemmens. ja es ist ganz normal für diese leute, dass sie seit nachweisbar drei jahren in einer altbauwohnng
herumpfuschen. durch dieses nebeneinander leben bekomme ich stark den fortgang der wohnung mit, auch den
fortgang der finanziellen situation der wohnung. des khans mein ich. ich sah den khan kürzlich - und ich nehme
sogar stark an, dass der khan nun getrennt ist. eine so grosse wohnung will erhalten und bezahlt werden. khan nimmt
sich untermieter: den sladkij - so nenn ich ihn hier. der sladkij ist ein serbokroate oder ein bosnier. und spielt
den ganzen tag technorauchig angehauchte muslimi songs. der sladkij hat eine freundin bei sich. die ist sowas von
korpulent. wirklich ÜBER. ich sprach schon mit dem khan wegen sladkijs musik. da war auch ne weile ruhe. ich wuchs
wieder rüber. sladkij ist allein mit seiner freundin - der khan ist nicht da. kann man solche biestigen untermieter
nicht einfach wieder raushaun! irgendwer andrer wird ja wohl diese zimmer untermieten. aber wen ich auch ansprech in dem haus,
es sind alles dieselben gfrieser aus ein und demselben stamm. falls ihr verstehts was ich meine, die musik hallt
wegen doppelfenster auf beiden seiten durch 2 lichthöfe und betrifft so mindestens 3 - 4 häuser! aber jeder tut so
als höre ers nicht, als störte es ihn nicht. während ich fest schlucken muss, weil der schweissgeruch der adipositären
sladkij-liebhaberin mir den atem raubt, murmel ich was von moslemmusik. slakdkij will auf mich losgehen, sie - fest gebaut -
hält ihn zurück. im nachhinein bin ich ihr dankbar (sladkij ist selber so ein bröckerl). ich kenn wohl vom namen schon so ziemlich alle in dem haus.
ja ich weiss ich lebe in einem tschuschenbezirk, einem tschuschenverschlag und ich ghör nicht hierher in dieses
moslemtechno gewirr. ich hatte mich immer gefragt: was wird wenn khan und sein lieber schwuli mit der wohnung fertig sind:
werden sie ausglassne parties feiern? nein: es sind schlicht normale leute die normal leben wollen, wie auch ich, wie auch
die partei unter und über denen. aber keiner sagt was wegen der lärmbelästigung. und die polizei kommt nur wenn die belästigung
nach 21 uhr andauert. ich halte das nicht mehr aus. ich will hier nimmer leben. ich will da raus, und das schon seit
15 jahren. ich will diese degenerierten gfraster nicht um mich. ich will grün um mich: will mir einen andren bezirk leisten
können. und jetzt kann ich nur froh sein, wenn sladkij nicht seine bosnischen friends engangiert, dass sie mir die wohnung
gewaltsam öffnen, während ich mal nicht da bin.
Geschenke von Lesern: es hat immer wieder leser gegeben - und vereinzelt gibts noch welche, die mir
einfach so, manchmal gar bei der ersten (und einzigen?) begegnung ein geschenk mitbringen. vielleicht ist das
eine symbolische gegengabe, die die dankbarkeit für die unterhaltung ausdrücken soll. dabei entsteht das meiste
hiergeschriebene ja aus der einen oder andren form von leidensdruck. ich bin für jedes dieser präsente
dankbar - es sind teils scheinbare, teils unscheinbare dinge - jedenfalls will ich damit sagen, dass ich vor
2einhalb wochen von einem neuen und begeisterten leser das anbei fotografierte buch bekommen hatte; vom leser
nichts mehr geschrieben, gelesen, gehört - nur meine dankbarkeit für dieses historische und für mich so
bedeutende buch kann ich hier zum ausdruck bringen.
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