357-Sprachpolizei_Niederbulldozern

im qvw-welle schrieb ich bereits übers sprachpolizei phänomen, dass mit dem polierten und oft doch so scheinheiligen schönsprechzwang diskussionen abgewürgt und weiterführende repliken vermieden werden. Anstatt mir also fundiert und produktiv aneinander wachsend faktisch kontra zu geben, stieß man sich an meiner verwendung des begriffs ‚welle‘. Und das in einem diskurs, in dem ich mir doch ohnehin so redlich mühe gegeben hatte, schön zu sprechen. Man geht in eine gutmenschdiskussion goa ned erst als kritiker rein, sondern es finden sich dort nur die wackeldackelköpfe zusammen, die während der 70er-jahre im ford hinten auf der fensterbank platziert waren.
Im heutigen kurier ivw von pilz sagt er genau das: ich erlaube mir, zu zitieren – „wir müssen aufpassen, dass aus unserer freien gesellschaft nicht ein sprachpolizeistaat wird. Wenn man versucht, große politische debatten zu unterbinden, indem man sprachpolizei spielt, dann geht es nicht darum, dass ein wort vielleicht verletzend ist, sondern um die debatte selbst abzuwürgen“ (source: pilz interview s.5, kurier 10nov). Hier geh ich davon aus, dass nicht der parishöschen-sager gemeint ist, sondern zahllose debatten von pilz mit seinen einstigen grünen, wo ihm gewisse begriffe mit sanfter gewalt untersagt worden sind, anstatt dass man sich inhaltlich mit dem gesagten auseinander gesetzt hätte: das sind scheinheilige, willfährige ausflüchte.
Was ist denn nun der effekt von dem ganzen sprach- und nervenzerfetzenden genderei-getue. Es hat nur zur folge, dass es die bevölkerung anzipft und diese uns erst recht eine reihe an echten, gestandenen recken ins parlament reinwählt, die keinen deut auf fairness geben und für die asylantragsteller im selben atemzug mit nun arbeitssuchenden, ehemaligen leistungsträgern genannt werden: und zwar als allererste, die in den nächsten (fünf?) jahren auf der sozialen abschussliste stehen. Deswegen sind die gendergetriebenen euphemismuskaskaden zeitweilig mit dem begriff der scheinheiligkeit verbunden. /288w2242; 3dman_eu/pixabay

356-Mysanto_Franzisko

Vor einer woche musste ich ja leider von einem unglückselig verlaufenen instrumentenkauf berichten, aus dem nichts wurde. Genau ne woche später nämlich geschah genau das gegenteil und jenes instrument genau derselben marke flog förmlich auf mich zu. Völlig absichtslos besuchte ich wiedermal auf willhaben die franzisko-instrumente. Und ganz oben, grad seit 15 min drin, da war meins. Das mir gehören sollte. Ich rief den anton an, der – wie sich später rausstellen sollte – in wahrheit italiener war. Ja, ein gewisser akzent war da schon drin. Geziemt sich das für eine frau, zu einem fremden mann mit akzent ganz allein in die wohnung zu gehen? Ich hatte skrupel, aber das telefonat war wirklich freundlich. Er hatte sofort zurückgerufen, weil er bei meinem anruf versuch nicht abgehoben hatte. Es ist der nebenbezirk. Das instrument ist einwandfrei (jenes der vorwoche hatte kratzer am rücken gehabt), es ist 20 teurer als das der vorwoche. Das macht nix: ich WILL diese marke schon ne kleine ewigkeit haben. Der anton bietet dazu sogar ein etui an. Das ist wurscht, ich hab ein eignes – nehme es mit: für alle fälle. Die gasse auf anhieb erreichbar, dank seiner beschreibung finde ich sofort die tür. Da steht es. Natürlich mit oxidierten klangelementen. Es macht nix. Da kommen eh neue drauf. Die hab ich zuhaus sogar bereits auf lager. Den kaufpreis überreich ich im kuvert, zähls ihm aber dann doch vor. Es ist ein spanisches instrument, er hätts vor 5-6 J in rom gekauft. Das etikett spricht von wolfsberg, aber nem verkäufer mit italienischem namen. Ich red natürlich alles italienisch mit dem anton. Nie vergess ich: anton greift nochmal zum abschied über alle klangelemente – den letzten akkord. Warum der verkauf, frag ich: er sei auf ‚countrymusic‘ umgestiegen, da brauche er was andres. Das instrument ist in so nem einwandfreien zustand: man merkt, es wurde gepflegt und hatte nur ihn als vorbesitzer. Kein vergleich zu dem belämmerten familypapa der letzten woche, der nur kasperl seiner kinder ist und sogar willhaben-verkäufe in den sand setzte mit seiner unzuverlässigkeit. Ich geh recht bald weg von anton, aber in jedem fall wars in den wenigen kaufminuten eine harmonie wo ich sag: ja von diesem mann will ich gern ein instrument nehmen. Also der war jetzt nicht mega-attraktiv oder was, aber es war die schwingung, die gemeinsame; die sprache. Ja und dann geh ich heim, statte das markeninstrument mit seinen neuen klangelementen aus, pflege und öle das ganze ding. Schnell passt es sich an mich an, es fühlt sich so samtig an; klingt auch passabel – so gut oder mittel wie ich eben musizieren kann. /425w2239

355-ZipZip_Zilip_Zipzilonikah

ich bin willhaben-addicted und ich hab einen latenten sammlertrieb, welcher sich auch auf sanfranzisko-instrumente bezieht. Die sind recht groß, ich sag nicht, um welches instrument es sich handelt weil wegen dera diskretion warats. Also dieses instrument ist körperähnlich-groß und man sollte doch nicht mehr als zwei haben von diesen dingern, wenn man normal wohnt und nicht in einem schloss.
Aber der teufel schläft nicht und keck lachte mich auf willhaben ein drittes an. Es beeindruckte die marke, denn es war kurioserweise ohne foddos inseriert – unter hundert teuronen. Ich kontaktier den verkäufer und suggerier ihm, bitte tuans kane foddos rein weil i wü ned dass es mir jetzt noch wer wegschnappt. In der folge hatte der verkäufer wirre ideen, wann ich denn das instrument abholen solle. Einmal etwa spontan bei regen direkt nach einem burnout-bürotag und ohne etui. Ein andres mal flattert ein sms rein um 11.52 am feiertag: bitte instrument noch vor der mittagszeit holen weil wir fahren dann auf ausflug. Letztlich einigte man sich: an einem freien tag in der früh, zehn bis halbelf. Pflichtbeflissen transportier ich mich – übernachtig und ungeschminkt – dorthin, endlich das instrument abholen. Sende ein sms, obs eh noch nicht zu früh ist. Steh an haustür, postler lasst mich rein (ich hatte die wohnungsglocke von unten her noch betätigt). Ich haspl rauf, rufe am handy an. Ich läut direkt an der türglocke. Keine reaktion. Denn abgmacht war, seine kids wollen unterhalten werden, ich solle doch vor halb11 kommen. Verärgert setz ich ein letztes sms ab und zieh unverrichteter dinge ohne das marken-instrument ab. Sitze längst schon in der s-bahn, als der megawappler anruft. Ich sag ihm dass der kauf geplatzt sei. Er kontert mit einer regelrechten kaskade von bis zu 10 sms, welche ich teils noch beantworte und die von dem wahnsinnigen immer mehr unter die gürtellinie gehen. Hinzu kommt noch: er hat dem ding neue klangelemente zu gefügt (id est=besaitet). Ein mensch der das instrument bespannt, verleiht ihm die seele: seine seele nämlich. Er hat das instrument irreversibel entwürdigt, wenn so ne lusche dem instrument neue klangelemente rauftut, dann ist das frevel, ein sakrileg an der markenware. Das instrument war für mich damit ohnehin entwertet. Ich hätte das instrument selber erneut besaiten müssen, bespannen. So ein edles instrument in den händen einer lusche.
Na und was seh ich, kaum dass ich nach sintflutartigen regenfällen wieder abgekämpft zuhause zurück bin? Er hat fotos auf das profil getan, es überarbeitet und teils mit infos versorgt, die ich ihm in unseren langen telefonaten gesagt hatte. Weil er selber is ja voll-lusche und hat garkeine ahnung von so einem instrument. Darüber hinaus hat der verwirrte mann das instrument gleich um 50% teurer gemacht, weil auf willhaben kann mans ja machen. Ich habe den verkäufer dann als unseriös bei der kontaktstelle melden müssen. Ihm selber hatte ich noch ein sms gesandt, dass ich ihn via einer bestimmung aus dem strafgesetzbuch verfolgen lasse, wenn er mir weiterhin mit den infamen sms-kaskaden auf die nerven geht: augenblicklich war dann endlich a ruah. Das arme sanfranzisko instrument. Es hätte zu mir müssen. Es war quasi schon meins. Zwei derartige hab ich ja zuhause. Sie sollen mir genügen: ich werd sie nun mit umso mehr liebe förmlich überschütten. Schmarrn-willhaben-tandler, angrennter./534w,pixabayStevepb

353-Howto_Lokal

howto-not-lokal sollte die story doch viel eher heißen. Sie bezieht sich auf all die faux pas, die in lokalen gegenüber wertvollen gästen begangen werden. Es ist dies ein sammelsurium und basiert in erster linie auf einem meiner stammlokale, wird aber erweitert durch fauxpas aus lokalen, die eben garnimmer für einen besuch in fragen kommen.

  1. Respekt gegenüber nichtrauchern. Respektlos ist es etwa, wenn im NR bereich gefragt wird, ob denn dort eh nicht geraucht wird und als antwort stellt man einen aschenbecher hin, weil man meint der gast wolle im nr bereich rauchen. Wie krank ist das jetzt? Suchtkrank. Ich habe fertig.
  2. Man frage einen gast nicht – auch wenn er stammgast ist – ob er einen großen schein (etwa 50er) wechseln könne, weil man grad einen landsmann an der theke hat, der eben nur mit großem schein zahlen kann.
  3. Es ist nicht fremdenfeindlich, wenn wir ösis konstatieren, dass es uns belastet, wenn im lokal, in dem wir sitzen, laut und lange über alle tische zwischen gästen und pächtern in einer – welcher auch immer – fremdsprache geredet wird, sodass das eigene – mit verlaub – noch deutschsprachige gespräch keinerlei chance auf sinnbringende fortsetzung hat.
  4. es ist verachtung gegenüber dem konsumwilligen gast, wenn man schon 40 min vor lokalschluss demonstrativ die kaffeemaschine zu putzen beginnt. Eine saubergemachte kaffeemaschine bedeutet nämlich, ab heute gibt’s hier keinen kaffee mehr oder höchstens unter schmerzerfülltem stöhnen und damit ganz unwillig.
  5. auch wenn man im lokal oft allein sitzt, auf gäste wartend, hat man sich nicht zum totschlagen seiner zeit einen fernseher hinzustellen. Und dies vielleicht auch noch brüllend in der muttersprache. Weil dort muss man ja die soap operas dann laut drehen, damit einen die störenden gäste keine preziose folge versäumen lassen.
  6. um zu suggerieren im lokal sei was los, wird gern fürs ambiente hintergrundmusik geschalten. Die wahrscheinlichkeit dass sich diese kongruent mit der momentanen stimmung aller verschiedenen gäste auf einmal trifft liegt bei rund 0,37 %. besonders tragisch wird es dann, wenn man plötzlich die schnapsidee hat, von seinem land zu erzählen, weil man heimweh hat – und damit unterbricht man rücksichtslos vertiefte gespräche der gäste, die aber, weil sie ja freundlich sein wollen, zuhören müssen, obwohl sie grade was belastendes oder was dringend geschäftliches besprochen haben. Sorry das geht einfach garnicht. Hirn einschalten wäre da eine durchaus akzeptable option.
  7. man hat als pächter nicht drüber wehzuklagen, wie weh einem die steuern tun und dass die wenigen gäste das nie hereinbringen würden. Weil das ist wie in der schule. Lehrer regt sich bei anwesenden schülern über die abwesenheit der abwesenden auf. Na dann bleiben die eben künftig auch abwesend, weil wie kommen die dazu.
  8. man hat gästen tunlichst nicht vorzuschreiben, wo sie sich hinzusetzen haben. Wer glaubtsn es wers es sads!!? es gibt leute die sitzen nur mit gedecktem rücken und müssen dann verunsichert mit offenem rücken sitzen. Und glatt fällt ihnen dann wer in den rücken. Auf derlei lokale kann man jetzt aber echt herzlich gern verzichten! „Sind sie schon platziert“ lautet hier die rauswerffrage. Weil wieso für sowas auch noch zahlen. Wir sind nicht vieh vor der schlachtbank, sondern zahlende kunden und damit könig. Oder rutschts uns den buckel runter, weil es gibt nämlich alternativen. In amerika ist die ultimative alternative ‚fastfood‘. Weil da habens freie platzwahl.
  9. manche lokale wären so generös mit schützenden nischen und winkerln ausgestattet, die einerseits keinen klapprigen küchenlärm, andrerseits keinen sonstigen trubel aufweisen. lieblingsplätze erholungsbedürftiger gäste also. und was machen die findigen besitzer? sie stellen sperrseile auf, dass man da nicht hin darf. sie treiben die gäste – ebenso wie stupide rinder – in die hauptgänge und zwingen sie, mitten im trubel platz zu nehmen, damit dann nicht die tische in den nischen nach ihnen gereinigt werden müssen. auch solche gästeverachtenden etablissements werden nicht mehr von vergrämten kunden aufgesucht.
  10. das lokal hat nicht zum kindergarten der eigenen kinder zu werden. Denn kinder buhlen um die aufmerksamkeit der gäste, sie machen da keinen unterschied. Es hat aber nicht jeder, der reingeht, lust, bei des kindes aufmerksamkeitsheischenden spielchen mitzutun. Nur schwache machen das: weil sie wieder einmal freundlich sein wollen! Diesen lokalbesuch hätte man sich also auch sparen können. Kinderliebe nun hin oder her. /66w2214_Pixabay/jamesdemers

351-Magic_Mushroom_Revenge

die rache der alten leute, auch so könnte der beitrag heißen und er schließt nahtlos an einen beitrag an, den ich vor meiner großen sommerlichen schreibkrise verfasst hatte: an die grünen sturzflieger (suche: 340-). Ich erinnere dran, dass auch öllingers absageln damals sehr unelegant verlaufen war. Ein dunkelgelockter schmatzebussibär (referenz ans GR-plakat, das mit einen NR soviel zu tun hatte wie chinas vielzitierter reissack mit amsterdams gestohlenem fahrrad) war in den NR eingezogen und die erste feststellung lautete, das plenum würde neue sessel brauchen, designersessel nämlich. Die kann er nun haben, das knuffige bussibärli, nur wird er selber nicht da drinnen sitzen. Er könnte aber draußen seine angefangene lehre abschließen und das leben von unten kennenlernen. Nur zum beispiel.
Aber kommen wir zurück zum stoff. Der welt ists egal, wie die drei großen gestern abschnitten. Jeder redet davon, dass pilz letztlich die grünen aus dem parlament gekickt hat. Nur weil man ihm den 4. listenplatz nicht zugestehen hatte wollen. Jetzt hat er einen ersten listenplatz. Es ist endlich zeit, dass die grünen mit ihrer blauäugigkeit eine aufs aug brauchen, sodass es grün und blau anläuft. Ja es tut mir leid um manche. Manche, die ich lieb gewann. Eine judith schwentner, birgit schatz, lukas wurz – und der geniale öllinger, der aber ohnehin aus dem parlament austrat. Per definitionem bin ich ja zwischenzeitlich rot geworden. Wie viele in wien übrigens. Was kümmert uns da schon ein silberstein. Wir haben wahrhaft andere baustellen.
Es ist trotzdem genugtuung für mich. Es ist schad um das linke element im parlament – ja, aber ich erinnere daran, dass die grünen, als pilz noch bei ihnen war, ihm teils den mund verboten haben, ihm ausdrücke mit sanftem druck ‚untersagt‘ haben. Weil man vor lauter gutmentscherei ja garnimmer gwusst hat, wie man sich jetzt überhaupt noch ausdrücken soll in dera ganzen euphemisiererei da. Sich umstände schönzureden ist kein lösungsorientierter ansatz. Im großen und ganzen erinnert diese spaltung an kapfenberg einst, als das bzö entstand. Pilz wird auch nicht ewig so jung sein wie heute. Wird er nun leute aus dem vermoosten grünen teich, aus dem sumpf bessergesagt, wird er da ein paar betropetzte hochkapazitäten zu sich herüberziehen, am nassen haarschopf begossener pudel? Und wenn ja, wer ist dann der verräter an wem? Es ist eine der am schönsten inszenierten kamikazen der politischen menschheitsgeschichte. Erst sprengt man sich die jungen ab, die dann unter jeanne d‘arc petrik zu den commies ziehen mit wehenden fahnen (wer weiß für wie lang), und dann bindet man sich einen sprengenden gürtel um, weil man wem den vierten platz nicht zugestehen will. Solche drehbücher entstehen sonst nur für sehr, sehr schlechte filme. Ich finds witzig, dass dieser film mal real wurde. Hauptsach meine sozis san am zweiten. /452w2205; pixabay_sheilovealways

350-Buch_Mit_Augen

verdammt. Du kannst mit deinen augen ganze bücher erzählen .‘ wohl eins der schönsten komplimente, die man bekommen kann. Ich bekams zwar nicht, aber es entstand zumindest im kopf. Es wird praktiziert: mal flirtend, mal ein bisschen schäkernd-mutwillig. Und es basiert auf einer möchte-man-meinen beiläufigen filmszene in der filmgeschichte. Einer-flog-übers-kuckucksnest wurde vor cirka 40 jahren mit einem um 40J jüngeren j.nicholson gedreht. Er ist nicht schön, ja er hat fast einen bösen blick und als mann würd er mir überhaupt nicht gefallen. Aber ich will nun die szene beschreiben, die ich mir förmlich ins blut injiziert hab – und leider die dvd nachher ausgesaugt weggegeben hab, was ich bis heute bereue. Es ist so. nicholson kommt von seinem (vermeintlich?) ersten elektroschock zurück zur gruppe, sie wird grad von miss ratched moderiert. Alle sehen nicholson besorgt an, er bewegt sich wie ferngesteuert. Setzt sich dann hin, macht weiter ‚auf zombie‘. Schlagartig plötzlich löst sich sein starr-verbissener gesichtsausdruck und ER – wie man ihn kennt – ist wieder da. Erleichtertes aufatmen der umgebenden. Und schon macht jack wieder seine späße. Miss ratched reagiert wie üblich erstarrt, stoisch, indigniert und beleidigt. Einmal mehr ist sie von jack veräppelt worden. Jack merkt sofort, jetzt muss er sich zsamreißen, sonst erwarten ihn gleich wieder schwerwiegende konsequenzen. Und da passiert es. Er sieht ratched an. Mit einer art blick, wo mir echt die worte fehlen. Es gibt auch keine schlagworte, wie man das etwa als ausschnitt auf youtube finden könnte. Denn ich will die szene wieder und wieder sehen. Also, ich versuchs: er fährt seinen blick auf ratchett ein – aufmerksam artig, aber pseudoaufmerksam. Das ist ein bissl so ein hin und her, wie ein flattern. Er sagt ihr so viel mit dem blick, er verarscht sie so erbarmungslos mit dem blick und doch ist es alles in allem ja ein aufmerksamer blick, genau wie sie ihn haben will, die böse, stupide, spießige miss ratched! Er sagt garnix, er ist einfach nur aufmerksam. Gedemütigt moderiert sie weiter. Es ist ein klassisches eins-zu-null für nicholson. Das war kein augen-aufreißen. Es war kein brauen heben. Es war vielleicht ein augenaufschlag dabei, aber der war nicht das entscheidende element. Nein, es war viel mehr die energie, der schalk, der durch nicholsons augen herausblitzt, gleichzeitig zwar autoritär gefesselt ist, am ende aber doch obenauf. Mit diesem energiespiel durch die augen (kleiner trick: oberlid bewegen ohne brauenheben, und um gotteswillen ohne ‚dasWeiße‘), schlag ich mich, seit ich das sah, ganz gern durchs leben./406w,pixabay_bones64

347-Patschelöhr_Und_Ihr_So

zwischenzeitlich hab ichs mir beruflich verbessert, was sich darin ausdrückt, dass ich jetzt für weniger geld arbeit-für-zwei hab. Die verbesserung besteht somit einzig darin, dass mein arbeitgeber unsrer sektion wöchentlich den falty, alias falter, zur verfügung stellt – und das ist natürlich cool, zumal mein so geliebtes probeabo in zwei wochys abläuft.
Ja, aber damit hats auch zu tun, dass ich grad mal eine (saumüde!) story auf die reih bring, um das domain-tamagotchi zu füttern. Ich genier mich sehr dafür. Da hab ich so ne tolle domain und dann tu ich quasi nix damit. Kein vergleich zum ersten jahr, wo ich das führte.
Wer war der patschelöhr. Nun, ich war vor 3 jahren politisch ein bisschen link-isch aktiv und da hatten wir in ner splittergruppe mal den smarten tim, der hat uns protokollgeführt. Der tim schwankte zwischen einer kleinen-jungs-partei und einer aufstrebenden yuppie partei. Er entschied sich für die yuppies. Die hasste ich. Na jedenfalls twitterte der tim (zwischenzeitlich irgendwo prekärer lektor geworden oder sowas): nun habe er arbeiten verbessert und dann mache er dies und dann jenes, und zwischen allen 140 twitterzeichen tropfte nur so der eitle yuppie-eiter hervor. Das war so eklig. So selbstdarstellerisch. Denn er beendete den tweet mit ‚und-ihr-so-??‘ gesagt wurde damit: ich bin so schön ich bin so toll und so intellektuell und sitz da als lecky und verbessere arbeiten von lernenden, und ihr – was machts ihr? Blumen gießen oder was?‘. Ich hab den dann unfollowed, ich hielt soviel prätentiöse eitelkeit einfach nimmer aus. Einmal wird auch sein vertrag ablaufen. Dann wird auch er in den gängen der jobagentur rumhocken, wo man ihn vielleicht als buchhalter oder protokollant einstellt, weils für hyperintellektuelle yuppie-leckys ja dann keine arbeit mehr gibt. Und dann wird auch er eine family mit kind zu nähren haben, weil er ja 2014 geglaubt hat, es würd aus ihm ganz was großes und er würde immer eine gesuchte kapazität am markt sein. Wenn die mal alle aufwachen, die bobos, dann wird’s ungemütlich.
Aber seis drum. Wieder ein monat rum, wieder mir einen zwangsbericht aus den fingerspitzen rausgewürgt. Und ich tu das nur, weil ich es nicht vertrüge, wenn aufgrund nichtschreibens gar der september aus meinem website kalender rausfiele. Das wäre doch zu traurig. Und im falty bin ich ja auch noch inseriert. Deswegen. y.

346-Kurz_Mit_Langhaar

im falty nix neues: ein hübsches foto von kurz’ens kurzen haaren, die haare wären echt das schönste am kurz, wären sie doch bloß lang. des weiteren schreibens in nr. 35 über volkspartei und außerdem über so eine muslimische schule.
und eigentlich hätt dieser artikel: Unsre_Falty_Ini_Klazl_Klasse heiß’n sollen. Weil ich darf ja jetzt auch ohne aktive verlängerung weiter in den klitzi klatzis stehen und das macht natürlich eine mega-freudy. danke, falty.
welche sind dieswöchig meine kollegen in der klazl klasse: über mir – eisenstadt/senioren/lebenslust. da nahmert i nix außer vielleicht eisenstadt.
atheistisch.at sucht mitgliedys. die nicht mitgliedys in einem klub werden wollen, der gliedys wie sie aufnimmt, aber seis drum. christus hätte interviews gegeben, wahrscheinlich mit der unter ihm inserierten sprechtechnik. lernhilfeprojekt und freigeist. ok. also im prinzip bei den 12 andren nix weltbewegendes.
ja und auch ich versinke in scham, dass ich der einst doch so hochwohlgeneigten leserschaft nicht mehr bieten kann als eine kleine überlegung zu den daseinskarterln. es gibt außen momentan ganz schön viel zu kämpfen, auch schreckliches. und auch dies hat seinen platz wo im internet gefunden. aber in den unendlichen weiten so noppendicht verpackt, dass nicht querverwiesen werden kann. damit geht der august doch noch mit einem domain-tamagotchi eintrag zu ende, abschied vom sommer mit einem heute wunderbar heißen tag.

345-Fatzkes_mit_Daseinskarterln

heute bei sbahn praterstern, da fiels mir auf. dort sind ja unmengen von bürohäusern, wo stolz die white-collar-workers rauskräulen. und dann lassen diese fatzkes – männlicher wie auch weiblicher art – stolz ihre firmen-badges aussahängan, dass nur ja jeder sieht, dass sie irgendwo wer sind. also sie sind irgendwo in einem dieser betonschlachtrosse key-account-manager oder senior-legal-consultant, sie sind irgendwas: aber englisch muss es klingen, weil dann ist es gut. und das müssen sie allen zeigen, dass sie so einen badge wert sind. ein badge ist eine plastikhülle, die man mit einer klemme an der akkurat gebügelten bluse befestigen kann, damen können sie aber auch am bund des rockes befestigen – damit die bürohengste ihnen auf die lenden schauen, wenn sie riechen müssen, wer die rock-und-badge träger sind.
ich würde gern mal einen mann sehen, der seinen badge quasi überm schritt aufhängt. dieser mann soll dann aber bitte socken in sandalen tragen und die socken sollen verschiedene farben haben. das wäre doch mal was ganz verwegenes im krampfhaften white-collar-einerlei.