390-Sixteenth_Anniversary

querverweis_15
oben seht ihr eine 4er matrix, die 16 felder hat. diese stehen für jedes jahr, in dem die woelfin domain schon existiert. rund hundert beiträge sind seit dem vergangenen geburtstag entstanden. einstweilen trat die große neue berufsherausforderung ins leben, es intensivierte sich das ehrenamt, welches nun dem beruf platz machen müssen wird. das jahr hindurch habe ich dankenswerterweise immerhin in den falter gratis klaz’ln inserieren dürfen und lesen tue ich diese stadtzeitung auch recht brav. obwohl sie recht eindeutig schwer linkslastig ist.
die storydichte war nicht so groß wie in den ersten acht monaten, wo immerhin für jeden tag im schnitt fast eine story entstand. die inhaltliche ausrichtung geht jetzt weg von den serien (aufsess-alphabet / alliterationen-alphabet), was sich auch in der aufgelösteren dichte der beiträge niederschlägt. in einer woche startet die dsvgo, weswegen es ab heute auch die obligatorische datenschutzerklärung auf der seite geben wird. ich wünsche der hochwohlgeneigten leserschaft auch weiterhin gute unterhaltung auf der wölfinnenseite.

389-Kommunistische_ManageRinnen

erst der QVW.
ich dachte, hier passt die kuli story ganz gut rein. speziell weibliche vorgesetzte haben diese eigenschaft. sie erklären das eigentum des ihnen anvertrauten personals zu ihrem eigenen eigentum. in zwei fällen hat dies zu einer recht offensichtlichen konsterniertheit der -Rinnen geführt. es ging das eine mal um meine flasche trinkwasser, das andre mal um simple wattestäbchen.
beginnen wir mit der wasserflasche. mich wundert, dass ich das ereignis hier nicht früher beschrieben habe: ich fand derlei nämlich auf meiner eigenen seite nicht. also die vorgesetzte benötigte etwas wasser, irgendwie in zusammenhang mit ihren kontaktlinsen. mit einer an chuzpe grenzenden selbstverständlichkeit, bediente sie sich meiner wasserflasche, welche links von mir am hohen, entlegenen fensterbrett stand. (die manageRinn saß ja zu meiner rechten). sie war außerdem so eine, die einem enorm aufritt, wenn man gemeinsam an einem text arbeiten musste. sie zog sich die texte mit einer derartigen mühsal aus der nase, dass man zwangsläufig an eine widerspenstige steißgeburt denken musste dabei. kein vergleich zu mir, wo die texte stegreif aus den fingerspitzen spritzen.
im zuge derselben sitzung, wo sie mir MEIN wasser aus meiner heiligen flasche gestohlen hatte (derlei flascherln sind ja ein weiterer fetisch von mir), hatte sie ganz offenbar bemerkt, dass ich meine lippen an den rand dieser flasche ansetze und tatsächlich MIT meinem munde aus dieser flasche reines leitungswasser TRANK! welche unverschämtheit. die verarmte verwaltungsangestellte nimmt einen kräftigen schluck aus ihrer wasserflasche. wie untersteht sie sich. allein an den schwingungen spürte ich: jetzt grauste der manageRinn. recht gschiecht ihr.
aber kommen wir zur nächsten managerin. auf unseren bürokastln, da war so ein kleberest drauf. und ich bekam ihn nicht weg. als ich mal meinen freien tag hatte, machte sie sich eigenhändig an die klebereste ran. sie dürfte dafür irgendeine chemie gehabt haben. montags drauf waren die flecken herunten. triumphierend sagte mir die managerin, dass sie meine wattestäbchen gefunden hatte und die damit prima weggegangen seien. ja weil die staberln waren in meiner DRITTEN schublade. und die dritte ist immer die privatlade. damit muss man rechnen. frauen haben die eigenschaft, ohne zu fragen in den laden der sekretärin zu stöbern. weil es ist ja alles allgemeingut in deren selbstklärtem kommunismus. erst später kniss sie, was ich in einer schwachen stunde mit wattestäbchen mache: sie sind nämlich nicht für die ohren, oder nur selten. sie kommen zum einsatz, wenn ich mir mit taschentüchern bereits die nase wundgescheuert habe und selbige aber dennoch ordentlich auszureinigen ist. das geht punktuell einfacher. na mehr hab ich nicht gebraucht. selber schuld, wenn sie in meinen laden stöbert./424w

388-Über_Gelb_Leben

In der hier schon historischen trapezmetapher haben wir ja erörtert, dass man eine kurze leere, ein drohendes vakuum akzeptieren muss, damit die dinge, die man aufgegeben hat, wie mehrfache zauberbesen zurückkommen, jedoch in anderer, meist besserer form.
Und auf diesem prinzip beruht es auch, dass ich zum gelben buch kam. Es stammt von albert espinosa (el mundo amarillo), wurde auf spanisch geschrieben, liegt mir aber leidergottes nur in der deutschen form vor.

Wie kam ich zu diesem buch. Ich wollte wieder einmal welche loswerden. Sechs stück. Ich fotografierte sie noch andächtig für mein internet fotodiary und verschaffte die exemplare danach direkt in die öffentliche bücherbox (in wieden). Es war fast nix in der box drin. Und wenn, dann nur alte schinken. Aber ein appetitliches glänzte mich sofort an. Espinosas buch auf deutsch nämlich. Ich tauschte also sechs meiner schinken gegen ein neues schlankes und begann sofort, es zu lesen. Ein bub hat krebs, von 13-23 kämpft er gegen ihn an: bewältigt ihn – wenn auch mit herben verlusten. Er lernt während der vielen spitalsaufenthalte viele, teils sterbende, menschen kennen. Von all jenen nimmt er die letzten messages mit, quasi vermächtnisse. Es gefällt mir so vieles an dem buch. Albert mag zahlen und listen, wie ich. Menschen kurz vorm tod, kinder und narren sagen die wahrheit. All die wahrheiten hat albert ins buch gepackt. Ich will hier nur exemplarisch die fermin-wahrheiten anführen und euch, oh hochwohlgeneigte leserschaft, zum kauf des isbn 978-3-442-22024-3 (goldmann, dt, 2013) animieren. Sechs schritte zum glück von fermin.
– 1nein zu dem was du nicht willst
– 2nein zu dem was du willst von dem du aber weisst dass du es eigentlich nicht willst.
– 3Nein zu kompromiss
– 4Nein wenn du weisst, dass du ein versprechen ja doch nicht halten kannst
– 5Nein zu übermaß
– 6‚nein zu dir selbst‘ (??!)

(leicht redaktionell abgeändertes zitat, source der übersetzung von s.hagemann, aus obig angeführtem buch)

mir helfen fermins wahrheiten nämlich enorm beim bewältigen meiner art, wie ich das ehrenamt nach 3 jahren inbrünstiger arbeit aufgab und mich nun elegant davonmache. Da trifft stark nr 1 zu. Nr 2 (ich will zwar durch soziale arbeit leute kennenlernen aber mich nicht deshalb mit launischen maschinen (etwa mobiltelefon unbekannter technik) auseinandersetzen müssen). Ich will nicht dass das ehrenamt anfängt, mein privates leben zu dirigieren und mich ins burnout treibt, wo doch der brotberuf immer im vordergrund zu stehen hat.
kompromiss? Ne kompromiss gab es keinen. Das ehrenamtPlus hätte man ganz tun sollen oder eben garnicht. Immerhin geht es hier um bedürftige menschen. Wer die belastbarkeit nicht hat, soll sich um seinen eigenen kram kümmern. Egoistische und traurige tatsache.
nr 4 trifft ganz enorm zu. Im in-anspruch-nehmen der plus-ausbildung hatte ich mich eigentlich schon committet, nur kurz vor vertragsunterzeichnung überwallte mich die panik, dass ich ein mobilgerät bekommen hatte, das eh tut was es will und mit dem in der hand ich vorm kunden dann einen hysterischen kriegen würde. fatalistische und traurige tatsache.
ich bin ein mensch. Ich arbeite sozial und ich will mit menschen zu tun haben und deswegen nicht mit sprunghaften maschinen arbeiten müssen weil dann wäre ich ja maschinist, hipster, yuppie, nouveau-riche oder bobo geworden!
5. Das übermaß: ja es wäre in dem fall ein übermaß an commitments geworden. Ich ertappe mich mehr und mehr, dass ich versprechungen gebe, zugeständnisse mache – und dann kurzerhand den schwanz einzieh, mich verflüchtige. Ich war früher nie so, nie! Der kleine feine unterschied: einstweilen hab ich auf meine alten tage NEIN sagen gelernt. Nein nein nein. Nein die suppe ess ich nicht und basta. One time for all.
die nr sechs ist mir sowieso unklar. Ich sage NEIN ich steh zu mir selbst. Also wo ist das problem.
albert erklärt das schwammig bis garnicht. Auch spricht albert von sieben punkten. Den 7ten finde ich nicht. Aber es gibt so viele glückstipps und damit kleine, teils numerierte listen von albert. Diese wahrheiten, die er da verpackt hat: für die haben andre leute ihr leben gegeben.
berührend ist, dass albert zum leben, das er zurückgeschenkt bekommen hat – dem eigenen – 3,7 leben der verstorbenen freunde dazubekommen hat. Ident mit einem schon zuvor dagewesenen denkansatz von mir. Wenn jemand – speziell vor seiner zeit – gehen muss, hat man die verantwortung dafür, das eigene leben auch in SEINER vertretung weiterzuleben. in diesem sinn: im gedenken hier an fermín – und dem albert e. noch ein schönes langes leben. er ist so jung wie meine kleine schwester./720w

385-Schreib_Last_Umkehr

in der internet korrespondenz kursiert selten aber doch ein begriff, der lautet schreiblastumkehr, kurz SLU. Ich schulde dem korrespondenten eine antwort oder ein mail – und schreibe ihm, dann kehrt die last sich um – dann ist er mir wieder ein mail schuldig. Dieses perpetuum mobile kurbelt latent den mailverkehr an. Ungeduldige halten es nicht aus, wenn der andere seelenruhig eine halbe woche in der SLU verharrt. Er kann natürlich auch mit dem/der korrespondent/in spielen und diese auf die folter spannen.
Viel spannender und technisch ausgefeilter ist die schreiblastumkehr in unserem hier schon so oft erwähnten whatsapp. Das ein oder andere ungleichgewicht in der antwortgeschwindigkeit, vor allem aber in der länge der messages lässt sich immer ausmachen. Zweiteres ist sogar auf ersten blick total evident, wenn man es ein bisserl hinaufscrollt. Der schwächere in der beziehung (also der, der mehr liebt), tippt mehr als der stärkere, welcher immer nur lapidare lautäußerungen oder gar nur smilies von sich gibt.
Es gibt auf der anderen seite aber leute, die müssen auf whatsapp immer das letzte wort haben, weil sie den zustand der schreiblast nicht auf ihren schultern tragen können. Und ja wir wissen, es ist auch in der tat eine schwere, unendlich nervenzehrend zu tragende schuld. Im zweifelsfall beenden diese leute die korrespondenz fuer die obligatorische schreibpause dann mit einem smiley. Darauf sollte man es dann beruhen lassen. Man soll auf den smiley nicht auch noch antworten, weil sie müssen dann noch einen schicken, um aus dem bedrohlichen schwert der schreiblast wieder hinauszukommen. Leicht erkennbar sind die schreiblastigen in der chatliste. Es sind alle, wo links zwei blaue hakerln sind. Haben gelesen und noch nicht geschrieben. Info am rande: dieses wochenende habe ich ratzeputz gemacht und die 81 kontakte auf 44 reduziert. Ein kumpel hat 167 und ist aber lang nicht so addicted wie ich. Er ist halt etwas geselliger./306w

384-Ghosting_und_Co

Ein bonmot, mitgehört während eines single-treffens, aus welchem aber dann doch keine woelfinblogstory wurde: ‚gefühle sind wie lederriemen‘. Darauf mache sich einen reim, wer will.
Die aufgabe, die uns aber heute noch zukommt, ist, die männertypologien der vorvorhergehenden story zuzuordnen. Und zwar aus der realität der plattform hinuntergerechnet auf die drei singulären archetypen namens vermeidend/ängstlich/sicher.
Vermeidend: ist der, der eigentlich beziehungsunfähig ist. Aber da die gesellschaft einem so suggeriert, man solle wen haben, der sich nolens volens auf die netzplattform begibt, um ein suchprofil hineinzuhängen. Vielleicht ist er auch nur opfer eines nicht näher beschriebenen triebes. Aber er ist beziehungsunfähig. Wenn ja, sucht er sich was in weiter ferne, damit es weniger realisierbar bleibt.
Ängstlich: ein sehr interessanter typus, und unglaublich oft auf plattformen anzutreffen. Es ist der typische fremdgänger, der als status (auf ‚unserer‘ plattform) stehen hat: ‚verheiratet und will es auch bleiben‘, ‚lebe in offener beziehung‘ ‚getrenntlebend, bald geschieden‘. Es sind alles leere versprechungen. Auch jene kerle, die die offene beziehung (zumindest dankenswerterweise ehrlich) an- und zugeben, die haben den status der offenen beziehung oft nur für sich ausgerufen. Sie wissen nicht, was die gattin mit dem postmann ‚treibt‘. Sie wollen all dies auch garnicht wissen. Essen aber nach wie vor vermutlich ungeschützt zuhause. Dringendste hygienewarnung bei derlei testikeln.
So und jetzt die SICHEREN: ist garnicht so gut wies klingt. Sind meistens übergebliebene. Oft welche, die nicht um die burg eine abbekommen. Haben eine ganze menge äußerer attribute und leider auch eigenschaften, die sie für eine gesuchte zweierbeziehung unmöglich machen. Tragen meist mindestens zwei der folgenden ausgrenzungsattribute, nämlich ‚bauch‘ (unkontrolliert), ‚glatze‘ (kultiviert und und als pseudo-brunze-willis zum selbstzweck erhoben, frei nach dem motto ‚hülfe üch hab so vü testosterün‘), ja und dann wieder was unkontrollierbares, nämlich die garantiert zum tode führende nikotinsucht. Die anderen sicheren, nämlich die angekommenen, die werden kaum je auf so einer plattform zu finden sein. Denn sie sind seit jahren und jahrzehnten in festen händen und wären ja sonst potentielle fremdgänger. Von den schweindln, die aus langweiligkeitsgründen mit der angetrauten dann seltsame swing-spinnerlokale aufsuchen, red ich hier garnicht, weil die passen überhaupt nicht ins nachmittagsfernsehen.
Ergänzend hier noch die neologistische sprachleistung aus dem angloamerikanischen sprachraum: dies alles kann man im rahmen von online dating machen: ghosting orbiting pigging, benching, hyping, catfishing, stashing, zombieing, submarining ghosting&co /381w

383-Steelin‘_Avici‘s

ee statt ea ist hier absicht. Ein ‚i‘ statt doppel-i auch. Der zufall wollte es, dass ich mich zum letzten mal mit einem geliebten menschen einfand und kurioserweise im selben moment im oman avici verstarb. Wie so oft, war mir gegenüber der tod sein bester manager und ich lernte den jungen künstler erst posthum kennen. Sonntags war ich im anker frühstücken. Jemand hatte den bunten umschlagteil der krone dort gelassen. Selbigen sah ich mir gleich an. Auf einer der ersten seiten, da blitzte er mich wieder an. Dieses ätherische, schwedische g‘schau: stahlaugen, wie die eines wasserwesens. Ein himmelswesen aber, genaugenommen. Jemand, dessen planet dies nicht war. Zu sensibel für all das. Längst entwachsen bin ich freilich dem hypertrophen hüpfenden luftburgvolk, so einem scheiß von einer duisburger loveparade. Ich mein diese djs, die tun da mit links irgendwas am plattenteller und die rechte hand habens immer in der höh, und nach dieser rechten hand hupft dann das volk. Als würde das manische marionettenvolk in rhythmischen abständen an fäden hochgezogen und dann wieder auf der hüpfburg abgesetzt. Hat der das je so gesehen?
Ja und jetzt ranken sich die mythen darum, wie und warum er so früh gehen musste. Er war an inneren organen leider ohnehin schon chronisch erkrankt. Ich hatte lang geglaubt, es war ein alk- u/od pharma-unfall. Beides halt – im falschen mengenverhältnis. Am interessantesten sind die frauen, die ihn umgaben. Eine südlich wirkende, zwei blonde. Letztere outeten sich beide per instagram – nämlich emi*/nameGekürzt und tere*/nameGekürzt. Zweitere hatte einen kleinen sohn. Sie schreibt von diesem unerklärlich nahen seelenband, das zwischen sohn und avici(nameGekürzt) bestand. Jetzt ist es halt so, dass sie vier tage vor a‘s weggang ein video gepostet hat, das sie mit dem sohn und mit dem leiblichen babyDaddy des sohnes zeigt. Mein eindruck ist, dass dieses vid avici aus der balance gebracht haben könnte. Ich getraue mich kaum, dazuzuglauben, dass so ein vid ihn zu einer hirnrissigen kurzschlusstat hinreißen habe lassen können. Er war in einem job, in dem das umfeld ihn förmlich zwang, zurück auf die bühne zu gehen (querverbindung zu MJJ). Ich denk an eine eigene begebenheit, als ich gefahr lief, in einem job festzustecken, der für mich innerhalb weniger tage ohne übertreibung tödlich gewesen wäre. Wie leicht im vergleich fiel es mir, nein zu sagen. Davonzulaufen. Zu sagen, dass so etwas nicht geht. Und avici hat versucht, dies zu äußern. Schon vor zwei jahren. Aber sie wollten ihn wieder zurück auf der bühne haben.
An dem platz, wo ich mein instrument übe, da wollte ich eben genau dieses A4 große konterfei von avici haben. Ich will das ansehen können. Und heute hingen noch die sonntagskrones rum, da krallte ich mir so ein umschlagheft und jetzt hab ich ein inspirierendes bild von ihm – ganz nahe bei meinem instrumentenplatz und wenn ich da so dilettantisch herumspiele denke ich daran, welche werke dieser wunderbare geist noch hätte vollbringen können – hätte man ihn einfach nur in ruhe lassen können. Hätte er einfach tere‘s sohn adoptieren und mit ihr eine eigene friedenbringende familie gründen können./504w

381-Cotton_Not_Enough

der titel cotton_not_enough orientiert sich am jamesbond titel the-world-is-not-enough. Ich tue mir eh so schwer mit gewand einkaufen. Am schlimmsten ist es mit hosen. Speziell im winter muss man alles, sogar die schuhe ausziehen, um selbige auszuprobieren – aber das probieren ist gerade bei ihnen unerlässlich. Selbst wenns auf den haxn passt, kann es oben plötzlich viel zu weit sein, als wär das hoserl für eine schwangere. Es hilft mir – auch beim schuhkauf, schon seit jahren merklich der biennale womanday: oktober und april. Schön übers jahr aufgeteilt. Der ‚cunda‘ ist eine meiner lieblingslocations fürs kaufen, vor allem weil er angenehme baumwollware hat. Anfang april bekamen wir käuferinnen einen come-back-gutschein mit wieder 20%. der konnte bis ende des monats aufgebraucht werden und so war ich letzte woche erneut dort. Eher uninspiriert. Und ich ging so durch, überall lagen sachen auf, einzelstücke – teils stücke, die liebe damen vor mir haben liegen lassen und doch nicht gekauft haben. Ich ging fast wahllos durch und schnappte mal links mal rechts ein teil. Ich überlegte nicht lang. Ich rechnete auch nicht lang. Das irrste war mein neues jeanshoserl. In einem etwas dunkleren grau, wie ichs immer schon hatte haben wollen. Grade da war der preisnachlass dann am ende gewaltig. Originalpreis 20, auf die hälfte reduziert – und davon dann noch 20% weg wegen meinem gutschi. Das teuerste die tunika: 20 auf 16 reduziert, baumwolle. Und sie gefällt mir aber außerordentlich gut, wenngleich sie das teuerste stückwar. Der output waren am ende 6 (!) oberteile und diese tolle hose, die übrigens wie angegossen passt. So wie es aussieht, brauch ich mir nun bis oktober nichts mehr zum anziehen kaufen. Ein übergangsmantel wäre schon wieder ganz gut, aber da warte ich eben, bis mich einer anspringt./280w

380-Manisch_Manuell

wo auch immer ich hingeh, ich mach notizen – ich kritzle notizen. die enthalten zwischenzeitlich soviele codierte abkürzungen und teilweise steno kürzel, dass sie kaum ein anderer entziffern könnte. ich glaube, vier wochen später könnte ich sie auch kaum entziffern. es ist das unmittelbare aufkritzeln, das mich die inhalte auch geistig internalisieren lässt. oft schielen nachbarsaugen leicht neidisch auf meine notizen, es macht sie ja keiner sonst. früher habe ich mich bemüht, von wichtigen besprechungen, vorträgen, diskussionen, für andere protokolle anzufertigen. bis ich merkte, wirklich brauchen tut die ja eigentlich eh keiner. und jetzt lasse ich das bleiben mit dem reintippseln. weil ich habe das zeug ja für mich internalisiert – und die anderen machen das halt ohne kritzeleien. was mich jedoch ziemlich erzürnt, sind mitmenschen, die notorisch zu spät kommen und mich noch während laufender veranstaltung fragen, was denn zwischenzeitlich vorgefallen ist. ich weiss es nicht. es steht alles am papier, aber ich kann es kaum entziffern. ich war nur der kanal und die hand hats dann abgekritzelt. also diese spätkommer wollen, dass ich mitten während laufenden vortrags zu tratschen anfang und der spätkommerin sage, was alles war. ein akustisches multitasking gewissermaßen, das unhöflich auch noch wäre.
ja und protokolle-schreiben: ich dachte früher, ich wäre talentiert dafür. bis die leute bekritelten und bekritelten. meine protokolle wurden unengagierter, bis ich mit erstaunlichem aha-effekt feststellte: wenn die protokolle nicht entstehen, dann merkt das ja irgendwie auch keiner, weil sich keiner je dafür interessiert hat. und dabei ist es doch enorm belastend, über wochen hinweg zu wissen, dieser kritzelei von damals ist man noch das protokoll schuldig. für wen? dass man dann gesagt kriegt: bitte keine solchen textblöcke verfassen? tschuldigung aber götzzitat.
es gäbe aber ein ganz liab’s BIACHL, das die sachlage ein klein wenig professioneller aufrollt. /293w

379-Spira_Index

heuer macht e.t. spira ihre 21 und letzte staffel. was daraus resultiert, ist der fünfteilige spira-index. an ihm wird die güte und vermittelbarkeit von singles gemessen.
der beste single ist ein beamter, kurz vor pensionierung. am besten geschieden, kinder die erwachsen sind. mobil; aus stadt oder land: 1-er.
der am schwersten zu vermittelnde ist ein adipöser sozialhilfeempfänger, der die superfrau aus dem katalog sucht und im vorstellvideo grauenhaft karaoke singt, sowie seltsame devotionalien des vorangegangenen jahrhunderts in seiner wohung hortet und darüber hinaus vielleicht auch noch einen verlausten, testosteronüberschwemmten kampfhund sein eigen nennt: 5-er./freeVectorImages,pixabay