354-Betriebs_Rad

es ist ungefähr 10-12 jahre her, dass ich die angst vor befristeten verträgen verlor, arbeitstechnisch betrachtet. Ich habe also in dieser phase der vertretungen, befristungen und damit zwangsläufig einhergehenden firmenwechsel einerseits das leben in der prekarität kennengelernt, andrerseits versucht, jeweils zu einem günstigen moment mit den dortigen betriebs-brätern in kontakt zu treten. Mir sind dabei einige elemente aufgefallen, die ich nun komplett anonymisiert griffig, wie es ja auch sonst meine art ist, subsumieren will.
Das betriebs-rad ist grundsätzlich eine institution, vor der man angst hat: man hat angst, dort anzustreifen oder sie zu kontaktieren, wie man ja auch vor der cheferei nicht kundtun will, dass man als alter hase (alte wölfin in dem fall) so ganz nebenbei auch ein klitzekleines, bescheidenes gewerkschaftsmitglied zu sein vermag. Das alles wird als eine (be)drohung empfunden, dem arbeitgeber gegenüber. Also mund halten, nicht anstreifen – ein anstreifen keinesfalls kundtun. in diesen vielen, vielen jahren seither ist es mir selber fallweise passiert, dass ich etwa in phasen der radlosigkeit erst dann das betriebsrad aufsuchte, wenn es schon sehr spät war – zu spät war. Eine definitive kündigung im hause oder das ankündigen einer nicht-weiteren fristverlängerung. (thematisierung kettenverträge würde länge des vortrags sprengen). Man kontaktiert das betriebsrad also, wenn die arbeitsumstände dermaßen die gesundheit angreifen, dass man förmlich in gefahr geriete, fast suiz*dale anwandlungen zu erleiden. Also das kontaktieren eines betriebs-rades wird grundsätzlich zu spät getätigt. Wie aber geht das betriebsrad mit dem armen menschlein um, das nunmehr wimmernd um die letzte hülfe ansucht. Es gibt da gewisse stehsätze, die das opfer trösten sollen. Der eleganteste – und gleichzeitig unwahrste – stehsatz lautet: ‚ja ich weiß dass das hier alles scheiße ist und ich erwog selbst schon die dienstnehmerkündigung‘. Geniale masche. Der ist ja rauswerfgeschützt. Na dumm wird er sein. Betriebsrad sein, das ist eine eitelkeitsgeschichte. Nämlich wer freundelt am meisten und zieht mehr stimmen an land. Oft ist das gründen einer zweiten liste eine watsche für das betriebsrad. Das betriebsrad tritt auf wie ein könig mit seinem gefolge, triumphierend und geheimnisvoll – auf der jährlich einberufenen versammlung vor publikum. Das publikum indessen schart sich – förmlich wie eine horde paralysierter hasen vor der schlange – hinten im raum. Und obwohl generös weit mehr sitzgelegenheiten als für die anwesenden nötig zur verfügung stehen würden, so sind doch nur die hinteren reihen besetzt: wer später kommt, stellt sich in engst gesteckten, ängstlichen reihen noch weiter hinten hin, förmlich eingezwängt zwischen letzter sesselreihe und raum-mauer. Denn jeder der sich nach vorne in die nähe der vortragenden betriebsbräter setzt, sitzt im verdacht, mit denen zu tun zu haben, also kündigungsgefährdet, versetzungsgefährdet oder sonst was asoziales zu sein. Betriebsbräter haben im leben nur drei sorgen. Die wiederwahl. Das xmasfest. Der betriebsausflug. Augenauswischereien, freundliche scheinheiligkeiten. Suggerieren dass alles gut ist, wahre probs werden zumindest vor verrammelter häsisch eingeschüchterter gesamtbelegschaft nicht thematisiert. Wo samma denn. Geht uns doch allen gut hier. Schwamm drüber und decken drüber. Echt geredet wird nur im kämmerlein. Nun und alle betriebsbräter die mich hier – hoffentlich nicht – je wiedererkennen: seids nicht beleidigt, nicht traurig und vor allem nicht bös. Es ist wie in meiner howtoLokal story. Ein sammelsurium an erlebten worst cases. Jeder trägt nur teilschuld und ja ihr machts eh eine nette arbeit. Es traut sich nur kaner zuwariachn. 513w/Pic by three-shots,pixabay.com

348-Mätzchen_Bei_Matze_Machen

ich konnt es nicht lassen. Der kurs klang wieder mal sooo verführerisch. Das thema waren social media. Ich kannte den raum schon. Es ist ein arger raum. Mit wirklich keiner wand wo man geschützt platz nehmen kann. Überall türen, fenster, alles platz-knapp. Alle teilnehmerinnen kamen. Ich hab mir gleich anfangs strategisch einen platz gesucht, der doch hätte weitgehend den tag erträglich machen können. Bis, ja bis. Dann die skinheadBreitgesäß schnute daherstapfte, die SHBG. Und viel war nimmer frei, also saß sie neben mir. Ich hatte mir nicht gemerkt, dass sie nicht nur einen sirenenartigen lacher hat, sondern auch unentwegt schrill ihr gürgelchen säubert: eine räuspersüchtige und schlimmer. Infolge erkrankung hatte sie haarausfall erlitten – ein schönheitsfehler, für den ich absolutes verständnis habe. Aber deshalb im kurs pausenlos dazwischen reden, über eigene sinnlose witze schrill lachen, sich produzieren und in den mittelpunkt stellen, so dass es eigentlich alle nervt, aber dann auch noch neben meiner wenigkeit platz zu nehmen: ich hatte einen sitz weiter rücken müssen: sie war nicht tragbar. Glimpflich ging die erste kurshälfte vorüber. Nach der pause unterhielt sie sich mit meiner neuen sitznachbarin, nicht ohne dabei meinen sitzplatz breitgesäßig ostentativ zu verstellen. Nicht aufzuhören. Sich hinzuknien, sich wieder am tisch aufzustützen: zum aus der haut fahren war es förmlich – keine möglichkeit des umsetzens mehr gegeben.
Vom inhalt her war der kurs von matze geführt, einem hypermodernen bobo, der noch an seine eigene zukunft glaubt und wie ein maschinengewehr spricht. Als ich ihn auf echokammern ansprech, wird er sichtlich nervös. Als er über vermarktung spricht und ich ihm sag: was auf twitter gesponsert ist, wird sofort von mir als ganzes blockiert, ging er damit ein, dass er erklärte, wie man eigne beiträge sponsert. (um dann von der wölfin bis ans ende der menschheit twittertechnisch blockiert zu werden??!!). Herr lass es doch ein bissl hirn regnen. Nach der pause zwingt er uns zur gefürchteten gruppenarbeit, die sich fataler erweist, als ich je eine gruppenbildung für die gruppenarbeit erlebt habe. Denn wie auf ein pfeifkommando hin laufen die aufgscheichtn hendln zu trauben zusammen und zwei die sich nicht gekümmert haben, bleiben da über. In die mitte von uns stellt er ein schönes tablet. Da soll ich mit der schreckenerregenden SHBG nun in 20 minuten fb-seite, vermarktung derselben, twitter, google plus erstellen, ja von welchem account? Mich auf seinem tabsi einloggen, dass er dann meine daten mit heimschleppt? Hirnregnen zwo null. Bitte.
Ja und dann sitzt die da. Ich soll mit der arbeiten, mit meiner allergiedame? Ned bös sein. Ich pack meine sieben sachen, erklär einer der zwei lieben frauen (lydia, maria) die ich im kurs antreffen konnte, dass ich so nicht kann und warum (entsetzlich laute und rücksichtslose person) und ohne mich vom eher unfähigen matze zu verabschieden verlass ich den ort des schreckens. Genieß dann noch drei stunden die letzten sommerstrahlen im tollen garten hirschstettens. Ein paar ätzes hab ich ja doch mitnehmen können – aber bei der organisation buch ich keinen kurs mehr. Wenn die SHBG ned da gwesn wär, hätt ich ja noch bedeutend mehr profitiert. Aber es war auch so GUT. Danke dennoch dafuer.514w/pic:Pixabay_geralt

312-Upp_Given_Het

they quit. They give up. Frei nach edie brickell will ich mich hier auf einen aktuellen 4mai/S.5-bericht der wienerzeitung (hrKirsch) beziehen. Schon einst las ich ebendort mit großem interesse, inwieweit denn die hätschel-politik gegenüber den BIS 2015 nach schweden gekommenen flüchtlingen früchte trägt. Es war bis zu jenem zeitenwendenden jahr nämlich so, dass zugewanderte in 2-jahres-programme gesteckt wurden, in denen sie auf stark geförderter basis inklusive sprachkurs arbeitsmarktfit gemacht hätten werden sollen. Das fazit am ende des tages war, dass nur ein unzufriedenstellender prozentsatz der geförderten am ende tatsächlich im arbeitsleben fuß gefasst hatte. Wer die hätschel-phase nicht erfolgreich genug absolvierte, blieb inklusive seiner familie im schwedischen, als „gut“ bekannten, sozialen netz hängen. Die zuwanderung des 15er-jahres hat dann in der bevölkerung den grundtenor zum kippen gebracht. Quantitativ geriet die lage damit möglicherweise aus dem ruder. Nun interessiert mich wiegesagt die reflexion über die erfolgte meinungswende seitens des kundigen autoren, herrn kirsch. Im wienerzeitungs-bericht schreibt er über das exklusiv-schwedische uppgivenhetssyndrom. Dieses betrifft die ganz kleinen kinder. Sie liegen apathisch im bett und reden nicht mehr. Hinzu tritt, wie wir alle wissen, das mangelnde sonnenlicht in schweden: und dies den sonnengewohnten syrer/innen. Diese kinder nehmen extrem an körpergewicht ab und geraten sogar in lebensgefahr.

Es ist ja schließlich zu bedenken, dass zu den 3 erlittenen traumatisierungen noch eine vierte die erwachsenen und damit auch deren kinder heimsucht. Trauma1: krieg. Trauma2: flucht. Trauma3: sprach/-kultureller schock, abgelehntwerden seitens einheimischer im zielland. Und nun das trauma 4: ausgeliefertsein. Unsicherheit ob und wie es weitergeht: warten auf den bescheid, traumatisierung über ablehnenden solchen. Leider auch pausenlos die liebäugelei mit dem allerletzten ausweg des freien ablebens. Es können die erwachsenen den kindern nicht noch länger eine heile welt des gerettetseins vorgaukeln. Sie haben dies ja lange genug versucht. Aber auch deren ganz kleine zwergerln und zwerginnen bekommen mehr mit, als uns lieb ist: dass nämlich möglicherweise sämtliche anpasserei für die fisch‘ gewesen sein könnte. Das mühsame erlernen der schwedischen sprache, das akzeptieren von kälte, schnee und dunkelheit könnte sich am ende garnicht gelohnt haben. Am rande sei erwähnt, dass sich diese latente depression 1:1 auch auf die helferleins niederschlägt. Dieses phänomen ist auch in österreichischen beherbergungsfamilien erkennbar. Und warum dies? Nun, es wäre alles gutgegangen, auch mit dem schwedisch-teuren hätschelei-programm, wenn die quantität nicht auch nur ein halbes prozent der gesamtbevölkerung erreicht hätte. Das schwedische hätschelprogramm entspricht ansatzweise unsrem ösi-integrationsjahr. Vielleicht ist das uns’re ja billiger und effizienter. Zu ende des beitrags kann ich eigentlich nur noch verständnis für die von BM kurz vorgeschlagenen pläne aufbringen. /416w_picCounselling

296-Nerz_Flucht

einer der schon unzähligen inner-domain querverweise zu dieser geschichte wäre erodierende_Ms; einmal mehr bewundere ich, sogar als verteidigerin der vergessenen, einen beitrag vom ortner in der wienerzeitung (presse hab ich dzt leider nicht im kurzabo: freilich fehlt sie mir). ortner bezieht sich auf ein ganz passendes stern-zitat: „die nerze verlassen das sinkende schiff.“ ich hatte ja mal den vortrag von fr rogy übers sozialwesen gehört. u.a. über die deckelung der SV beiträge bei ganz hohen gehältern. rogy sagte (nicht wörtl.): wenn man nämlich von denen verlangt und mehr und mehr verlangt, dann werden sie sich irgendwann weigern. sie werden einen riegel vorschieben. ich fragte mich, wie sie das tun. ganz schön entschlossen, tiefgreifend und weitgehend irreversibel. was aus süden und osten zu uns kam, schlägt sich nun als resultat in einer abwanderung der wohlhabenderen und reichen nieder. mit der abwanderung der reichen nach usa,dubai,israel,NZ,austral. entgehen uns notwendige steuereinnahmen. hier spielt auch ein kontext-interview mit hrn urschitz rein, welcher sich auf Ö’s abgesandeltheit bezieht. nächster schritt sind bei uns italienische, übernächster gar griechische finanzzustände. der leidensdruck der bevölkerung muss noch größer werden, dann werden bildung, förderung, soziales noch mehr gestrichen: so paradox es klingt, ist es doch die folge.
was die bestrebungen der verteilungsfetischisten angeht, so bewahrheiten sich deren ultimative wünsche: das durchschnittseinkommen sinkt, damit haben wir eine gleichheit der einkommensverteilung. der reichtum ist insofern verteilt, als dass keine reichen mehr da sind. also sind und werden alle arm. denn was vom mittelstand nicht reich genug ist, um woanders komplett neu die existenz aufzubauen, wird mittels erbschaftssteuer und andren späßen arm gemacht. auch ein hartzIV bedroht den ösi mittelstand. denn dann reicht der bloße arbeitsplatzverlust über 40(!), dass er trotz ams verarmt werden kann. ösis bauen nix mehr auf. warum auch, wenn erbschaft den nachkommen alles ohnehin nimmt und sie als böse behandelt werden: als böse ‚reiche‘. auch bauen ösis nix auf, weil ihnen nix überbleibt vom brutto; und vom netto letztlich auch nix. unsere marx-freunde werden tirilieren und zufrieden sein. es werden alle arm sein und damit alle den wirrungen der politik, sowie arbeits- und maßnahmen-initiativen ausgeliefert sein. kommunistische zustände sind es, die dann einzug halten. klar gehen die, die sich noch abputzen können, rechtzeitig freiwillig aus einem dermaßen abgesandelten land weg, noch bevor es direkt dem abgrund ins gähnende maul reinschaut. pixabayCreozavr

266-E(nd_Ä)hrenamt

hierzu gibts schon einen querverweis Ährenamt_1 . nach der joynow erfahrung (einem beitrag aus dem aufseß-alphabet) hatte ich mir – ausgehungert – nachspeise und kaffee in einem wohnungsnahen stammcafe geholt. und stürzte gefährlich beim rausgehen aus dem cafe. also jener tag: erst die hunger-rouladen, dann der sturz auf die straße, hatte mir gezeigt, dass es nach dem sprach-unterrichten nun auch mit der ehrenamtlichen sozialberatung ein ende nehmen würde. gelernt hatte ich dabei, was zu lernen war. sechs fälle hatte ich absolviert. meine hoffnung war gewesen, unter den mitberatenden freundinnen oder kumpels fürs leben zu finden; das war im großen und ganzen aber so nicht der fall, wie ich nun nach einem jahr resumieren kann. jetzt – wo ein beruflicher leichter (formal-)abstieg, aber inhaltlicher berufs-aufstieg folgt (paradox wieder mal), werde ich erstmals nach immerhin vier jahren wieder nachmittage der berufswelt vorbehalten und muss damit die ehrenamtlichkeit an den nagel hängen. ich versuche aber, dies elegant zu machen: indem ich mich nur fallweise entschuldige (für die inaktivität) und mich nicht offiziell komplett ausklinke. die ein oder andre kollegin von uns hat dies ähnlich gehandhabt und es war gut gegangen. die ehrenamts-sozialberatung war für mich während der gesamten vergangenen 12 monate ein durch und durch wichtiger socializing faktor gewesen und er hatte sich beruflich enorm gut ins zeitmanagement integrieren lassen.
wenn man sowas wichtiges aus seinem leben rausräumt, geschieht dies immer fürs hereintreffen von etwas neuem. aber von diesem neuen weiß man noch nicht, was es eigentlich sein wird. man muss sich dazwischen einen raum der leere gönnen. auch dieses prinzip wurde hier schon behandelt. und zwar bei der (suche:) „trapezmetapher“. /pixabayMarkusspiske

265-XYZ_Danke A. von Aufseß

zum rückblick aufs aufseß-alphabet. ich kam zu diesem via thalia im W3/landstraße. das schreib-an-mich heftl lag bei den reduzierten in der kiste. einen ganzen tag gings mir durch den kopf, bis ichs mir nach dienstschluss dort -50% holte. es besteht aus 2 heftln. eins leer eins voll. das leere verschmiss ich sehr bald: das volle stellte die grundlage da für hiesig angeführtes (drittes) alphabet in der rubrik ‚grüppchen‘. mein erster gedanke beim aufseß buch war gewesen: ich blogge alle ihre 26 methoden durch. buchstabe für buchstabe. das erschien mir dann zu schwierig durchzuführen, öffi indiskret und etwas zu öd. es wurde also daraus ein alphabet mit starkem diary-einschlag und der ein oder anderen soziologischen betrachtung.
nun, hochwohlgeneigte leserschaft: wie gings Ihnen/euch mit den schwerpunkten der letzten tage? vermutlich wie mir: es war ein bisserl zäh und langweilig. ich geb es zu. die einst locker aufgefädelten alliterationsgedichte waren leichter verdaulich gewesen. es liegt dran, dass sie sehr intuitiv geleitet waren und sich nicht an die abfolge des alphabets halten mussten. für den buchstaben W hatte ich ja eigentlich virginiaWoolf versprochen: ich hab die beste woolf-bio, jene von c.bell, virginias neffen. es ist ein altes suhrkamp buch. st #753 und ganz schön dick. ich weiß nicht, ob ichs fertiglese. aber der stammbaum anfangs ist in jedem fall interessant, weil er einen eindruck vom leben ab mitte des 18. jahrhunderts vermittelt. ab – zurück in die kiste nun mit bell und aufseß. mal sehen, wohin mich die inspirations(pause?) weiter führt. nächste woche wird in jedem fall recht geschäftig und es kann somit hier ruhiger werden. /Pic: Wooden Letter by Pixabay, creditfree.

264-W_ölfisch

was macht das wölfische tagebuch aus. die einrichtung gibts – inspiriert von m.weger, danach von martin sch. – schon seit 2001. zur zeit der txo serie wurde ich auch enorm fasziniert von php foren, gedanken-austausch im internet und den vorstufen der heutigen sozialen medien. einen wissensspeicher wie heute wikipedia, den hätte ich mir damals erträumt. geworden ist aus alldem fürchterliches. überwachendes facebook, 1984; obskure bewegungen, die rekruten anheuern mittels youtube vids, hasstiraden und gleichzeitig überwachung-durch-private, wo man nicht weiß, was davon schlimmer ist….. ein knuffiges dumpfbäckchen brodnig etwa, die sich mit engelsgesicht als die oberpolizistin im i-net aufspielt und eine glawischnig, die in wahrheit einem sobotka in grünem lodengewand um nichts nachsteht: all dies zum thema gedankenüberwachung. es wird nun regelrecht eine neue gedankensportliche disziplin, wie man seine meinung ausdrückt, ohne bei den gedankenpolizisten anzuecken. dass fans gewisser parteien (auch pensionist(inn)en) in dieser disziplin nicht diplomatisch geschliffen sind, mag vielerlei gründe haben.
aber zurück zu hiesiger wölfisch-heit. das ist natürlich kein echtes tagebuch, weil es – auf der domain – ja mit lahmem alltagskram nur langweilen würde und die diskretionsgrenzen verletzen würde. es ist viel eher mit einer schreibübung gleichzusetzen, wo’s einfach viel spaß macht, beitragsweise text zu erzeugen und zu schauen was rauskommt. das spiel mit dem wordpress system ist dabei auch besonders reizvoll. damit zurück zum grundtenor des wölfischen tagebuchs: Wölfin_Writes_Wordpress.
kommen wir zurück zum aufseß-alphabet: wiederlesend meint sie hier. was kalendarisches wiederlesen betrifft, so halte ich mich gern eher an meine kalenderbüchlein, die alle ein ansprechendes layout haben. zum meiner schande muss ich gestehen, dass ich heuer (anfang märz) schon den fünften kalender in bearbeitung habe. die abfolge lautete hier: letts, quovadis, buchholz, legami, paperblank. habs tatsächlich geschafft, mir auch heuer ein reduziertes paperblank zu besorgen: floral ivory. im diary-alphabet bleiben jetzt nur noch die unordentlichen buchstaben. sie werden der bequemlichkeit halber zusammengezogen als XYZ. pixabay_mysticsartdesign

263-V_erteilungsgerechtigkeit

anstatt dass ich mich da brav ans aufseß-tagebuch-alphabet halte, wirds eine sozioökonomische abhandlung. ich dachte mir: es hat nicht viel sinn, pausenlos rumzumäkeln und szenarien zu entwerfen, die rein nach adam riese nicht möglich sind. daher hier ein paar politisch-ökonomische verbesserungsvorschläge.
ein basis-grundeinkommen kann nicht komplett bedingungslos sein. es möge geknüpft sein an geleistete-arbeitsjahre, jahrelange sesshaftigkeit im land, schwierigkeiten am arbeitsmarkt, sowie an weiterbildungsbereitschaft und individuelle exposés inkl berichterstattung, was der beschenkte mit seiner zeit anfängt. anmerkung: flau tv gucken zählt dabei nicht. das grundeinkommen darf vermögensentkoppelt ausgezahlt werden, zumal, wenn es sich in gewissen fällen um gebundenes kapital handelt.
primär soll die arbeitszeit gleich verteilt werden: siehe obiger titel. keiner muss mehr als 30 stunden arbeiten. mac jobs sind nicht notwendig. voller lohnausgleich dahingehend, dass leben wieder leistbar wird. konsumzwang und tourismuswahn, sowie sinnlosen flügen möge einhalt geboten werden. starke berücksichtigung des klimaschutzes! anmerkung: derzeit ist Ö der klimawandel herzlich egal. wien will ne dritte piste am flughafen. auf was hinauf. wegen der deppaten fliegerei, wo menschen nur wie vieh durch stangenlabyrinthe hindurchgeschleust und von widerlichen fatzkes ausgegriffen werden? der energiebedarf von österreich ließ sich im vergangenen winter erst recht nur durch co2 ausstoßende kalorische kraftwerke decken. wind und wasser reichten nicht dafür.
das ams muss in der momentanen form komplett abgeschafft werden: ersetzen kann man es durch eine Agentur für Eigeninitiative und Kreativität AEK. in zeiten einer digitalisierung 4.0 sollte sowas möglich sein. diese AEK kann die berichterstattungen der grundeinkommens-exposés sondieren.
keine angst vor sinkender bevölkerung. je weniger wir sind, desto weniger müssen dann auch am weltuntergang leiden. bescheidenheit und sich-zurücknehmen ist angesagt.
die sensible thematik von datenschutz und enteignungen solle respektiert werden. daten geschützt, aber auch das recht-auf-eigentum erhalten bleiben. alles andere macht den bürger zu einem spielball des staates.
nun – ich weiß nicht, wie diese kraut-und-rüben thesen politisch überhaupt einordenbar wären: ich habe sie jetzt auch nur frei von der leber weggeschrieben: es bleiben uns nämlich nur noch zwei kapitel im aufseß-alphabet. nachher gehts wieder mit tagebuch-losgelösten themen weiter. auf jedenfall hat mir a.v.aufseß eine gute rutsche zu neuen inspirationen verschafft. wenngleich die themen 262/263 einen eher soziologischen als einen diarianischen einfluss hatten.

262-U_nterschicht

Angemerkt sei: die radiovorschau (üblicherweis Sonntag abend) kam schon gestern Samstag. Sie ist also weiter unten zu finden. Hierfür ist der abschnitt ‚intentions’ im sidebar ganz hilfreich zum direkt-reinklicken.
Jetzt aber zum beitrag (piper/denkanstöße2011) von ulrike herrmann über die unterschicht und ihre krampfhafte sehnsuchtsbeziehung zur mittelschicht. Nun – genaugenommen konzentriert sich u.herrmann ja eigentlich auf die mittelschicht. Und wir finden bei u.herrmann argumente, wie sie auch beim österreichischen martin schenk zu finden sind. Es sind stark linkslinks – ja fast möchte man meinen – marxistische tendenzen da rauszuhören. Ich kann mich bei herrmanns these nicht ganz rausnehmen. Viele mittelschichtler kratzen zwar in wahrheit stark schon an der unterschicht – etwa weil lohnabhängig und den launischen kündigungstendenzen der firma ausgeliefert – doch solangs ihnen nicht passiert, meinen sie, mit ihrem meist erbarmungswürdigen sold wären sie abgesichert. Mitnichten sind sie das. Mal abgesehen von krankheit burnout trennung trunk und spielsucht sind sie vor allem durch wohnkosten armutsbedroht. Kippt der job, dann ist auch bald die wohnung gefährdet. Weil sich keine billige findet, droht obdachlosigkeit. Frauen schlupfen unter obskuren freundschaftsbedingungen unter – männer landen im P7 als erste anlaufstelle. Ja, und so krallt sich die mittelschicht verzweifelt an die oberschicht, sich krampfhaft einredend, sie sei eine solche, nur weil sie etwa akademisch verbildet ist. Akademisch verbildet sein heißt ab nem gewissen alter, dass man adäquat nix findet und für alles inadäquate überqualifiziert ist. Man ist also in derselben rue-de-gaque wie die unterschicht, nur dass man tiefer fällt. Die umstände, in die man sich in besseren zeiten reingepfloppt hat, kommen einem schlagartig zu teuer. In ihrem identifikationswahn mit der oberschicht schützt die mittelschicht selbige und schadet sich dadurch selbst. Anstatt dass sie sich für die unterschicht stark macht, hat sie zusehr angst, an diese anzustreifen. Sie tut, als wär sie oberschicht und lässt damit eine politik zu – ja WÄHLT eine politik – die auf sie scheißt, kaum dass die mittelschicht per kündigung, erschöpfungssyndrom oder sonstigem schicksalsschlag aus der bahn des funktionierens rausfällt.
Paradoxon am rande: nach wie vor sprech ich mich gegen vermögenssteuern aus. Sie greifen erst, wenn sie auch die mittelschicht empfindlich angreifen. Diese wird also ausgeblutet: was an kleinem vermögen noch da ist, wird zwangsliquidiert und es wird damit genauso geurasst wie schon bisher. Während die 110 reichsten ihre schäfchen längst ins trockne gebracht haben: sie haben nämlich consultants und wissen wies geht. Mit vermögenssteuer wird die mittelschicht einfach nur künstlich verarmt und zur lohnabhängigen sklaven- und ausgelieferten unterschicht transformiert. Sie wird sozialtransfer-abhängig und man kann mit ihr verfahren wie man will – einfach nur mit nahrungsentzug (entspricht geldentzug) bedrohlich wackeln: und geht schon. /423w_pixabay_445693