57-Kindes_Weg_Legung

es ist schon frueher vorgekommen, dass ich eine Sprache anfing und sie dann wieder aufgab . dies jedoch nach verhaeltnismässig weniger investierter zeit und investiertem geld in bücher. auch hatte ich bei türkisch so leidenschaftlich und konzentriert angefangen, weil - in einer zeit, wo ich diesen motivierenden effekt wirklich brauchte - anfangs alles  total gut lief. erstens tut man sich am anfang recht leicht, weil es da noch nicht um die besonderen tempi und modi der verben geht. man ist froh, wenn man mal regelmäßig im präsens konjugieren kann. man lernt die ersten paar notwendigen worte quasi en-passant. der erste kurs mit mevce war in einer tollen gruppe und der anfang damit didaktisch gut aufgebaut. anschließend hatte ich - das schicksal wollte es so - 15 einheiten beim besten gratisprivatlehrer, der nur vorstellbar gewesen wäre. auch damals sind wir noch halbwegs nach dem buch vorgegangen, aber nicht mehr so sehr. es gab jedoch eine kontinuität. nach einem halben jahr verlor ich den dann, denn er hatte nur sein deutsch redefertig machen wollen und das gelang mit mir leicht: da konnte er nur deutsch reden. ich verstand noch immer nix wenn er türkisch was sagte, das über absolute floskeln hinaus geht. im ersten jahr türkisch hatte ich auch einen 3teil-kurs beim orhan (name geändert) besucht. das war schon sehr schwer, aber ließ sich noch irgendwie einrichten. in der folge war ich ganze acht monate drauf angewiesen, allein zu lernen. infolge beruflicher herausforderungen wurde dies magerer und magerer. wieder buchte ich einen 3-teil-auffrischungskurs beim orhan. nach der ersten einheit waren über 50% der teilnehmerinnen verschreckt und nicht mehr da. in der zweiten einheit konnte ich mich noch halbwegs durchwurschteln. und dann kam die dritte einheit. ich wusste an dem tag noch nicht, dass ich mit der sprache - nach vielen investionen - nun schluss machen würde. ich dapacke sie nicht mehr. ich saß da drin und sehnte mich förmlich zu meinen andren sprachen zurück, in denen ich bereits sehr heimisch war und bin. da sitzt man also in dem kurs drin mit 2 durchaus noch sehr motivierten kolleginnen und will das alles einfach nicht mehr. gleichzeitig verselbständigt sich in windeseile der mechanismus, dass man in genau dem kurs als depp dasteht und von den andren schräg angschaut wird und einen der lehrer sogar übergeht, pausenlos die beiden andren drannimmt und einen selbst absichtlich übersieht. kompletter gesichtsverlust. und weiß man mal etwas, dann überschreit er selbst es in dem moment mit der lösung. und lacht, wenn ich mal was falsches sag. und die zwei andren, die grinsen dazu. hinzu  kommt auch - die reisen ja in das land und waren rglmg dort. ich war nie dort und werde nie NIE mals dort hin fahren. das hört man bei mir regelrecht raus. ich will mit dem land und der sprache ja garnicht eins werden. jegliche anderen schüchternen kontaktversuche mit native speaker(inne)n in der sprache schlugen fehl. mir fielen in der abschluss-einheit mit osman worte nicht mehr ein, die ich unbedingt hätte wissen müssen (etwa 'glücklich' oder 'lachen'). ich fiel dort einfach nur mehr lästig auf durch meine anwesenheit in dem kurs. es gab eine ganze reihe an momenten, wo ich extrem versucht war, aufzustehen und rauszugehen - und zwar für immer. weiters war ja eine seit-1J-sprachkumpanin als kollegin in dem kurs. ich saß da drin und wusste, ich werde ihr nicht mehr mailen. werde allenfalls artig antworten, ja - aber ich sehe sie zum letzten mal. die letzten 20 minuten, etwa. außerdem würde sie 2 wochen später eh wieder dorthin ins land fahren. sie hatte in dem sinn also was von diesem kurs! ich war so selig und gleichzeitig im schock als wir 3 kursteilnehmerinnen endlich den raum verließen. höflich begleitete ich die 2 teilnahme-kolleginnen hinaus und verabschiedete mich gesichtswahrend. zuhaus schlichtete ich alles türkisch zeugs in eine kiste. von den nicht/kaum verwendeten unterlagen hatte ich rund 70 bis hundert € offnen auges beim fenster rausgehaut. gut, es gibt bei andren menschen noch höhere und unklugere fehlinvestitionen. ich werd mich langsam und nur auf meinem niveau an die sprache wieder rantasten, werde sie aber nie mit wem lernen, geschweige denn sprechen. außerdem lasse ich es nimmer zu, dass türkisch den andren sprachen mit seiner sinnlosigkeit-des-lernens im wege steht. die sprache wird als 'beherrscht' nicht mehr angeführt. tragisch: ich fühle mich nun von einer großen last befreit. ich hatte wissen wollen, wie es sich anfühlt im fortgeschrittenen alter doch noch mal mit einer neuen sprache beginnen zu müssen. das erleichtert mir die DAF-lehre. nun kann ich es nachfühlen, dass jemand garkein interesse daran hat, eine bestimmte sprache aufzufrischen oder zu verbessern, weil er einfach keine lust hat: keine lust, als debiler trottel dazustehen, wo man in andren bereichen so top souverän ist./768w357_picBYpixabay

 

56-mio_mein_mio

mio war ein obdachloser rumäne in wien. Er war aus rumänien gekommen und hatte sich selbständig gemacht. Lebte ein weilchen damit auf (zu) großem fuß. Verlor alles, wie das leben eben so spielt. Aber er hatte ein sprach- und schreibtalent. Er hatte es geschafft, durch eine gönner-firma ein handy zu bekommen, mit dem er sein obdachlosenleben dokumentierte, auf fußbuch. Ich verlinke hier keine fußbuch seiten, weil ich gegen das fußbuch bin. Etwa habe ich ein bild in erinnerung, wo er die 50 cent fotografierte, die ihn das warme abendessen kostet. Er schrieb auch über die erschwernisse einer schlaf-nacht im saal, der lärm, schmutz. Abtörnende geräusche der kollegen. Über mio hatte auch der kurier berichtet. Ganz kurz war sogar ich mit ihm in mailkontakt. Er schrieb auch wie er regelmässig in der hauptbücherei liest, surft, sich weiterbildet. Das war wirklich ein vifer und noch immer motivierter kerl. Ich bedaure es jetzt sehr, mich mit ihm nie zu einem gespräch verabredet zu haben. Mio bekam einen job beim bäcker und bald anschließend auch eine individuelle wohngelegenheit. Unvergesslich auch wie er vom weichspüler schwärmte, sich in den polster kuschelnd. Irgendjemand beneidete ihn. Bei einem tageszentrum nah der U6 wurde dem mio eines tages der schädel eingeschlagen. Das hätte aus einem schlechten ambros-song sein können. Mio verstarb. Er hinterließ’uns seinen einblick ins obdachlosenleben. Grad als er am absprung zurück in ein normales leben war, hat es ihn erwischt. Der neid und daher die wut der anderen armen, die sich nicht so ausdrücken konnten wie rumäne mio, die nix andres konnten und können, als einem vermeintlichen emporkömmling brutal den schädel einzuschlagen./268w

55-suchard_resume

Gestern habe ichs vollbracht: ein Sommer mit der Summer-Card der VHS ist absolviert. Als ich im Juni per Arabischkurs begann, überlegte ich mir, wie wird es mir nachher gehen und um welche Ereignisse, Begegnungen, welches Wissen bin ich dann reicher. Bei Arabisch wars so, dass ich mit 2 Kolleginnen ne Mailinglist Interessierter starten wollte, die schlief sofort ein. So wie auch meine Arabischbemühungen. Im selben Institut hatte ich mich um russisch bemüht. Bezahlt, kam rechtzeitig hin, empfang zu -keinerlei raum-info an der tafel. Wutentbrannt zur bezirksstelle der vhs. Kurs storniert. Kein kurs also in russisch. Das niveau wäre mir eh zu tief gewesen. Es gab einen spanischkurs, der sich hervorragend entwickelte – ja sogar mit einer verlängerung. Überschnitt sich am schluss aber leidergottes mit türkisch. Der sprache, mit der ich nun meinem 15. monat feierte. Es waren drei einheiten. Nach der ersten blieben fast alle weg. Wir waren nur noch 3. mir gings beim dritten mal total schlecht mit der sprache, zumal ich ja gleichzeitig mein spanisch versäumte. Das tat enorm weh. Ich habe ein kind weggelegt. Doch dazu später. Das sprachkind. Ich gebe es auf. Es gibt darüber eine eigene geschichte im weblog. Sonst habe ich einen wordpress kurs besucht. Der war fast magisch in seiner vertieften intensität. Riesenschritte habe ich dank meta-physik.com zurückgelegt. Der kurs war wegweisend in der entwicklung dieses blogs, sowie im mut, via provider ein wordpress zu betreiben. Einen indesign kurs gabs auch. Der war fast schmerzhaft schwer und damit ein rohrkrepierer. An ende gabs auch noch einen ordnungskurs. Hier funktionierte das vernetzen und vertiefen super. Wir haben ein außertourliches fortsetzungstreffen schon nächste woche. Ja und auch aus dem spanischkurs hab ich zwei liebe kontakte mitgenommen. Eine frisch-pensionistin und ein apothekerin. Dafür hab ich ne andre apothekerin verloren. Meine türkischkumpanin war apothekerin gewesen. Ist es immer noch. Aber es gibt keine gründe, weiter in kontakt zu bleiben. Ich stellte mich enorm patschert an bei der letzten türkce einheit. Sie salutierte mir zum aschied also mit strafendem blick. Macht ja nix, muss ja nicht sein. Ich brauch mir diesen ganzen stress nicht antun. Nächstes jahr nehm ich keine summercard. Brauch kein türkisch kein arabisch. Und der rest der kurse wird meist eh abgesagt wegen zuwenig teilnehmer.

54-Nichtraucher_mit_Pest

ich will jedem raucher mal raten, incognito in ein gemischtlokal zu gehen und sich dort mutig nach dem nichtraucherbereich zu erkundigen. wenn er etwa im vermeintlichen NR bereich fragt ‚wird hier geraucht?‘ fasst dies die kellnerin als ein signal auf, auf die nichtrauchertische einladend einen aschenbecher zu stellen. auf NR beharrend wird man in eine souterrain-expositur verfrachtet, in der erst das licht aufgedreht werden muss. aus einem hinterzimmer von dort schreitet wütend der wirt und streift einem mit tötendem blick. als wäre der NR selbst schuld an der seit nun schon bald 10 jahre dauernden verkorksten gesetzgebung diesbezüglich. was weniger entwickelte europäische länder über nacht zuwege brachten, dauert in österreich also seine 10 jahre. und zwar von 2008 – 2018. bis mal das gesetz durch ist. bis es dann auch exekutiert ist, gestraft wird und die wirte wirklich die sanktionen fürchten, die auf vergiftung ihrer gäste stehen, ziehen gut weitere zehn jahre ins land.
ähnliches begebnis auch: in einem ansich recht schmucken lokal ist der hauptraum ganz offensichtlich raucher. man weist drauf hin und der wirt sagt, das sei NR. nun, dann muss man auf die person im hintergrund weisen, die raucht. man wird dann in einen kahlen besensaal geführt und dort herzlos mit dem menü zweiter wahl abgeschasselt, weil es oh wunder vor 12h das menü erster wahl nicht mehr gäbe. man hat den eindruck: diese leute brauchen keine gäste und sie WOLLEN auch garkeine gäste haben. sie haben gern die prustenden, schenkelklopfenden huster und paffer, weil diese suchtkranken und oft schon lungenkranken copd betroffenen offenbar das blutend offene geldbörsel haben in ihrer bruhaha prostata euphorie. was sind schon wir aussterbenden nichtraucher hingegen. wir werden behandelt, abgeschoben – ja wahrlich als hätten wir die pest. als wäre unser nichtrauchen und vor allem aber unser bestehen auf gesundheitlich verträgliche atemluft eine ansteckende krankheit. welche es automatisch mit sich bringt, dass man mit dem geld geizt und dem wirten gleichzeitig zuwenig alkohol trinkt. als nächstes wollten wir den schweinsbraten verbieten, wird uns vorgeworfen. esst schweinsbraten was ihr wollt. genauso wie ihr euch sonstiges gift intravenös verabreichen könnt, soviel ihr nur wollt. weil es uns nichtraucher nicht tangiert, verdammt noch mal. WAS uns aber SEHR WOHL tangiert, ist ein karzinogene atemluft, weil luft kein mascherl hat. wir von der schutzgemeinschaft – wir von der innerösterreichischen nichtraucher-bewegung wünschen euch und euren in den autos dazugesperrten, minderjährigen kindern hingegen eine frohe copd, ein frohes kurzes leben. ein leben, in dem ihr zeitlebens mächtig steuern an unser schönes land österreich abliefert, nur um dann niemals eure unerreichbare pension zu kassieren. prost und mahlzeit. und noch ein ‚bruhaha‘ hintnach bekommt ihr von uns, ihr ehrenwerten lieblingsgäste der brutalen böswirte./436w348

53-Flashmobs

diesen august jährt sich zum 13. mal die entstehung der kultur der flashmobs. ich war damals auf twoday beheimatet und selbstverständlich war auch mein erster kommentar gegenüber dieser gesellschaftlichen erscheinungsform ein skeptischer. doch unversehens war ich schon in die ganz bewegung hineingekippt. der erste flashmob fand bei dongil statt. der zweite hätte im zehnten stattfinden sollen – war jedoch ein blindgänger. keiner hatte zetteln verteilt: zum procedere. ein flashmob wird im internet ausgerufen und alle, die teilnehmen wollen, finden sich an ort und zeit ein. gegebenenfalls mit entsprechendem gewand oder utensilien. der initiator ist dafür verantwortlich, die anweisungszettel auszuteilen. auf denen steht eine regie, was zu geschehen hat. in der gruppe – vermeintlich spontan, wie aus heiterem himmel. in summe dürften wir es damals auf 28 flashmobs zwischen august und februar gebracht haben. es war immer darauf zu achten, dass die flashmobs keine politische oder kaufmännische bedeutung haben. leider wurde die bewegung aber zwischenzeitlich genau in diese richtung verdreht. das ist zwar bedauerlich – aber wenn ich so zurückdenke, erwachen da sehr berührende erlebnisse in meinem gedächtnis. gegen blindgänger hatten wir nämlich auch bald ein mittel gefunden. die backup-flyer. wenn sich die leute einfanden und nichts geschah, dann trat ein guter mensch auf, der eine reserve-regieanweisung in petto hatte. das wurde aber selten gebraucht. im großen und ganzen waren unsere initiatoren verlässliche leute.  http://flashmob.twoday.net/topics/wien  /220w341

52-Agendas_Wilde_Tiere

in einem bezirk wiens gab es von 2003 bis 2009 die agenda. leider wurde die von mir in der aktiven zeit nur von außen betrachtet, und ich hatte keine eigenen ideen, die dort einzubringen gewesen wären. glücklicherweise war ich aber zumindest am abschiedsabend zugegen – konnte dokumentationsmaterial der aktivitäten der vergangenen jahre, und weitere informationen darüber bekommen. besonders beeindruckt hat mich dabei die aktivität eines junggebliebenen graugelockten mannes, der die aktion ‚wilde_tiere‘ gestartet hatte. er hatte damit die mauersegler gemeint, die jährlich zwischen mai und juli bei uns zu gast sind. die sollten gezählt werden. mauersegler sind eigentlich schwalben und sie können nicht direkt vom boden wegfliegen: sie benötigen dafür immer eine respektable fallhöhe. nur in alten häusern befinden sich nischen, in denen diese vögel daher heimisch werden können. ich war beruhigt, dass die mauersegler auch heuer wieder bei uns zu gast waren. und jedes mal, wenn ich sie hoch in der luft herumflitzen sehe, denke ich an den initiator der ‚wilden_tiere‘: jener wildtier-initiator hat beim agenda-verabschiedungsabend was total schönes gesagt, was ich nie vergessen werde: „Als ich beim Agendabüro mit meiner Idee hineinkam, da stand mir die Tür WEIT OFFEN. Und ich wünsche Euch, dass – wo ihr hingeht – Euch die Türe weit offen stehen möge!“ Diesen Satz hab ich seither nie vergessen. Mit ihm verbunden sind alle Bilder, die ich in den Dokumentationen über die Agenda-Aktivitäten sah./225w339

51-Single_Michel_Jourdan

während meiner singlesuche lernte ich eine unzahl an verschiedenen charakteren mit den exotischsten nicknames kennen. einer von diesen war jemand aus ostdeutschland, der sich michel_jourdan nannte. er hatte ein sehr ebenmäßiges, für meine ansprüche fast babyface-haftes gesicht. aus irgendwelchen gründen, welche ausdrücklich nicht horizontaler natur waren, war dieser jourdan bei mir zu gast. es war in einer zeit, wo das gastlichste zimmer, das ich gästen aufwarten konnte – mit entsprechender sitzgelegenheit – das hinterzimmer-kabinett war. es hatte damals noch ausblick auf ein niedriges einstöckiges haus aus 1900. michel jourdan saß ganz entgeistert in diesem zimmer und verlieh ihm den ehrenausdruck ‚turmzimmer‘. oft in unserer späteren korrespondenz schwärmte er von diesem meinem bescheidenen turmzimmer und wir hofften, das zu wiederholen. ich glaube, ihn mal in einem kino wiedergesehen zu haben, wo er dann schon in begleitung war. das hatte ja nicht lang gedauert. michel jourdan, bim-konstrukteur, hat mich in die ostalgie versetzt. er erzählte mir, wie komplikationslos man dort früher gegenseitig besuch abstattete. man kam einfach vorbei, ohne anmeldung, die tür oft nicht mal unversperrt. diese usancen sind dort nun schon knapp 30 jahre her – und haben sich zwischenzeitlich voraussichtlich auch stark geändert. schade, schöne ostalgie./191w337

50-Club_International_Universitaire

während der studienzeit gabs ne ganz tolle Einrichtung in der schottengasse, nämlich den club international universitaire. es war so in den jahren 1991 - 1994, dass ich dort regelmäßig zu gast war. auch die zeit des studienabbruchs fiel da hinein: ungerührt dessen pilgerte ich weiter in den schönen club international universitaire. er wurde damals noch geführt von einem älteren herrn, der um den unveränderten fortbestand des clubs sehr bemüht war. jeder konnte dort zu gast sein - es war eine total unprätentiöse atmosphäre. 
ich habe dort die probeprüfungen zum toefl abgelegt, nahm an französischen diskussionsrunden teil (thierry), das außenministerium hatte dort auch mal einen präsentationstermin; ich war bei vorträgen über indonesien und bhutan zugegen. selbst hatte ich kein tv und konnte fackeln-im-sturm dort sehen, gemeinsam mit den andren leuten in einem kleinen raum, zu 6-7't auf einem großen röhrenfernseher. mit einem winf-kollegen war ich dort und wir trafen zufällig auf einen absolventen, der ein praktikum bei der frz zeitung sud-ouest abgelegt hatte. 
mit dem eintritt ins berufsleben hatte ich komplett den touch zu dem club verloren und nun gehe ich ab und an sehnsüchtig an dem gebäude in der schottengasse vorbei, es gibt zwar noch ein schild draußen, aber alles ist so derartig abgehoben, dass man sich da garantiert nimmer rauf traut./208w318 Anmerkung: der druck, jede story bebildern zu wollen, bremst mich im schreiben. bitte um verständnis, dass es in nächster zeit magerer mit bilder wird. text-ideen hingegen gibt's nach wie vor mehr als genug.

49-Schweiß_Tropf_Nase

größtes politisches anliegen ist der arbeitsmarkt. im zuge dessen war ich an einem einschlägigen institut zuhörerin bei einer podiumsdiskussion. aufgrund meines abgebrochenen studiums kannte ich einen der diskutanten noch persönlich und sprach ihn nach der diskussion an. denn schließlich vertrat er - melmood hier genannt - die seite der abgehobenen forscher und machatscheks, während ich die situation als betroffene kannte - und da wars mir einfach wichtig gewesen, ihm ein kleines bisschen aus der realität am markt zu erzählen. und nun ergab es sich, dass im zuge meiner ganz kurzen präsenz im entsprechende jobsuchverein eine zeitweise vereinsteilnehmerin mich auch kannte. sie ist ne höchst unsensible, ohne jegliches gesellschaftliches feingefühl, drängte sich förmlich zwischen mich und den hohen diskutanten melmood, machte dabei einen ganz unangenehmen eindruck. ansich schon rundlicher natur, aufgeregt rötliches gesicht - und was das allergrauslichste für den erlauchten ex-kommilitonen und mich war: verschwitzt. zu einem grad, dass ihr ein gefährlich aufdringliches schweißtröpfchen von der nasenspitze runterzutropfen drohte. es war keine rotzglocke, das war tatsächlich ein impertinentes, schreckenerregendes schweißtröpfchen - sie trat mit diesem tropfen meinem gesprächspartner melmood gefährlich nahe und quatschte ihn zu - bis weit über sämtliche schmerzgrenzen hinweg. dies alles unter dem vorwand, dass sie mich ja 'kannte'! ich hatte vollstes verständnis dafür, dass melmood sich ganz flott dieser bedrohlich feuchten situation entzog. nun, und ich habe ganz selten die gelegenheit, bei derlei hohen diskussionen zuhören zu dürfen, geschweige denn, mich dann mit einem schwerst emporgekommenen exKommilitonen unterhalten zu dürfen. als einfacher loser und ex-arbeitslose. diese tropf-glockenschnepfe hat mir damit total die partie versaut. ich werde bis heute damit nicht fertig, weswegen nun dieser kleine artikel darüber entstand./270w308