303-Tuch_Zwang

Wir werden einen neuen 50er bekommen: der euroschein wird neu – wie zuvor der 20/10/5er. Wenn die hochwohlgeneigte leserschaft mal in ner bank ist, möge man sich bitte den folder über diesen 50er holen. Da ist eine junge frau drauf, die ein halstuch trägt. Ein enges um den hals, kunstvoll seitlich geknotet: soweit so gut. Sie sieht aus, als täte sie dies freiwillig. Ich will euch ein bankgeheimnis verraten. Es gibt in österreich eine bank, die schreibt ihren mitarbeiterinnen tatsächlich vor, ein halstuch zu tragen. Sie dürfen keine bluse einfach so tragen. Sie haben so ein blödes tüchl um den hals zu tragen. Dies kann als kontrapunkt zur öffentlich viel breiter ausgetragenen kopftuchdebatte erkannt werden. Oder die frauen müssen drunter knutschflecken verstecken. Oder – und das mag wohl der wahrscheinlichste auslöser sein: den herren geht der kulturstrick dermaßen gegen den strich, dass sie sich bei den frauen insofern rächen, als dass die ital. bankfatzkes ihren damen ein pflichttuch vorschreiben. Nun haben wir ja da oben ein bild von maky_orel(pixabay) und es zeigt ein polyestertuch. Frauen kennen gewiss dieses eingesperrtsein-gefühl, wenn es zu warm ist und um den hals, der sonst so bequem ist, um überschüssige wärme abzuführen und das blut oberflächennah über die schlagadern zu kühlen, um den hals also – da hängt dann so ein polyester-plastiktuch. Mir zumindest geht’s so, dass ich selbiges dann entnervt förmlich runterreiße. Jetzt stelle man sich mal vor, man arbeitet in der bank, im kundenservice und darf sich den fetzen nicht runternehmen. Wie beklemmend muss das sein! Und doch ist es realität – oder zumindest eine solche gewesen, als ich im jahr 2014/15 dieses gespräch führte. Aus rechtlichen gründen darf ich nicht hier reinschreiben, welche bank das so handhabt. Wer ein bisserl ahnung von der ösi banklandschaft hat, wird aber den kleinen hint im beitrag erkennen und dort künftig wachsam die augen aufsperren, wie sich die damen am bankschalter mit der tüchelei tun.

302-Chariots_of_VCM

sonntags begleitete ich wieder einmal den #vcm2017 wienmarathon, wenngleich das wetter morgens alles andere als einladend dazu gewesen ist. Es ist jedes mal eine überraschung, welchen teil des weges ich mitbegleite, wo und wie ich mich der u-bahn als hilfsmittel bediene. Ausgehend von der dvd-börse (die spritzte ich, man kam da kaum beim eingang rein) startete ich bei der längenfeldgasse. Ich hielt mich nicht lang an der wienzeile auf, sondern nahm gleich die abkürzung mit der U6 zum westbahnhof. Dort konnte ich etwa noch die „1. frau“ erwischen. Und vom westbahnhof ist es ja dann ganz bequem, mit meinem ‚marathonroller‘ die mahü hinunterzurollen, seitlich. Irgendwann an der mahü stellte ich mich an einen ubahn abgang, lehnte mich lässig an und …. – verschränkte die arme!(!!). Upps das hätte ich wohl besser nicht machen sollen. Wenn blicke von läufern töten könnten, könnte ich nun diesen artikel nicht darüber schreiben. Also die läufer erwarten es schon sehr, dass man sie anfeuert – oder wenn man wie ich dazu zu schüchtern ist – doch wenigstens ein bissl mitklatscht. Aber ich wollte mich selber von meiner anstrengenden rollfahrt etwas erholen und sah wirklich ganz entspannt, angelehnt, verschränkt den läufern bei laufen zu. Ob der wintertemperaturen war ich auch nicht sehr tussihaft gekleidet, also ich sah nicht besonders fraulich aus. Jetzt machte ich auf die läufer wahrscheinlich eher den eindruck einer notbedürftigen spannerin, zumal mich ja interessierte, wie die damen und herren heißen. Und das steht ja auf dem nummernteil. Aber wirklich ziemlich klein und jetzt muss man – in der bewegung – da ganz genau hinschauen. Nun hatten manche, fürs oberteil-ausziehen-wenn-warm, das nummernfetzerl eher auf lendenhöhe oder ungefähr in der nähe aufgehängt: der name steht ja unter der nummer. Ich bemühte mich, die namen zu lesen, falls ich doch wen auffallenden anfeuern wollte, in der geschwindigkeit, und ohne es zu wollen, mussten dann meine konzentriert fixierenden, kurzsichtigkeitsbebrillten argusaugen sehr oft die lendengegend der laufenden anvisieren – denkbar unangenehm das ganze. Für alle beteiligten. Es ist eigentlich bei jedem vcm so, dass mir 1-2 läufer oder blickkontakte lange in erinnerung bleiben.
Dieses jahr war das jerome, dessen lauf-nummer ich leider nicht weiß. 43000 läufer werden doch schon einiges an jeromes gehabt haben. Und während ich noch nachdachte, ob ich ihn auf französisch oder spanisch anfeuern sollte, war er schon vorübergelaufen und ich sah nur noch sein cape. Er wär verwirrt gwesn, hätt evtl zruckgschaut, wär gstolpert oder was weiß ich alles noch. Es war wiegsagt auf der mahü. Und er hatte einen schwarzen zorro hut auf und so ein schwarzes cape. Er war charismatisch und er war ein kostümläufer. Deswegen meine idee, hier spanisch zu feuern. Aber es war ohnehin für alles zu spät. Vielleicht lief er eh nur halbmarathon. Ich bewundere jeden dieser läufer. Weniger bewundere ichs, wenn sich einer danach ne zigi anzündet und diese verhöhnung gegenüber seiner lunge dann auf instagram postet.
Toll an diesem vcm war auch: ich nahm bei neubaugasse die U3 und fuhr wien mitte. Von dort rollte ich zur radetzkystraße, über die franzensbrücke, danach rechts in den prater rein und tatsächlich bis zum praterstern. Es war eine superstimmung und ein zauber über der stadt. Das wetter hatte sich zwischenzeitlich auch spürbar gebessert. Der gelungene tag wurde mit sushi vom lee und weißer trinkschoki vom mcDo gefeiert. /pixabay_wolfblur 537w

301-Die_Krilit.at_Messe

es muss im jahr 2013 gewesen sein, dass ich auf magische art zum ersten und bis dato einzigen besuch einer krilit.at kam: der kritischen literaturmesse. sie ist eine art kontrapunkt zur ekelhaften wiener büchermesse, welche im beisein gelangweilt aggressiver schulklassen profitgierig gegen eintritt in der messe-wien verleimte papierziegel verhökert – seelenlos, unendlich laut und lieblos.
aber nun zur krilit und wie ich zu ihr kam. zufälligerweise verschlugs mich ~2013 zum praterstern, wo ich eine s-bahn nehmen musste. auf einer sitzbank lag lapidar so ein einladungsblatt zu dieser krilit. selbiges gab mir auch erstmals die einzigartige gelegenheit, das wiener gewerkschaftsgebäude kennenzulernen. denn nur einmal wurde diese krilit dort erlaubt. es gibt nämlich sehr spürbare unterschiede zwischen links und linkslinks. die krilit ist kampfmarxistisch linkslinks. die gewerkschaft hingegen immer bestrebt, auch mit dem wirtschaftlichen establishment einen gemeinsamen weg zu finden. ganz offenbar war die krilit zu subversiv, um weiterhin in der gewerkschaft ein dach zu finden. doch nie danach in der brunnenpassage hatte sie eben ein so exklusiv gediegenes ambiente. es gab ebenerdig säle und in denen gabs schwerpunkte. in einem saal hörte ich die scholl orf-korrespondentin (eine brachial-gutmenschin und damit nix für mich, doch immerhin russlandkundig). und dann gabs einen saal mit hobbylyrikern: ein herr mantler (name ungeändert & authentisch) gab mir sogar seine visitenkarte. ich hab ihn aber dann nie visitiert. ja und seither findet die krilit wiegesagt immer in der brunnenpassage statt. die ist glaub ich nix für mich. von 12-14 mai ist sie wieder dort: für wen’s interessiert.
ich will im zuge dieses beitrags wieder auf meine mit viel hingabe gestalteten linklisten verweisen: die vorder-, wie die rückseite (im sidebar oben anwählbar). sie werden in den nächsten wochen ein bisschen praktikabler umgestaltet. hinzu kam kürzlich die presseschau des dlf_press_schau (rückseite). pixabayEricfleming8

300-Überwundene_Kluft?

Bei der „kluft“ geht’s um die ehemalige kluft zwischen nichtakademikerinnen und akademikerinnen im berufsleben. Es ist schier erschreckend welche inflation an bildungsabschlüssen in den letzten jahren in den firmen einzug gehalten hat, beginnend mit der tautologischen besetzung von stellen an jener institution, die diese produziert. Magistras lassen sich an der wiener uni ausbilden, und anschließend stellt ebendieselbe wiener uni diese magistras als ihre eigenen sekretärinnen ein. Wie pervers ist das denn jetzt bitte. Früher hat man sich bemüht, einen hohen bildungsabschluss zu erreichen, um nicht selbst einfach nur tippse werden zu müssen – und heute schlagen sich die fertigen magistras um ebendiese ehemaligen tippsenstellen: auch und vor allem in privatwirtschaftlichen firmen. Das statussymbol heutiger firmenchefs ist nicht mehr der eigene titel, denn der ist ja ohnehin eine selbstverständlichkeit. Heute ist ein firmenchef nix, wenn er nicht zumindest eine frau magistra als sekretärin eingestellt hat. Es gibt selbige ja wie sand am meer: sie sind willig und machen alles. Sie machen auch komplexe kalkulationen, selbst wenn sie eigentlich von den geisteswissenschaften herkommen. Sie können alles, denn sie sind die wunderwuzzis. Man kann ihnen eine sperrige 140 seiten-broschüre in die hand drücken, sie scannen sie ein. Wer weiß, was 140-seiten-heft einscannen bedeutet, weiß, wovon ich rede. Man kann den wunderwuzzi-magistras marie-curie-stipendien-förderanträge aufbrummen: sie werden jegliche hürden in den inbegriffenen excels souverän überwinden. Sie sind die halbgöttinnen der sekretariate. In vielleicht 20 jahren wachen sie selber auf und wundern sich, dass sie als magistra für eine frau magistra einscannen müssen: derselbe hochschulabschluss – eine mit hochdotierter führungsposition, die andre mit prekärem hand-in-mund schleudersitz. Letztlich wird sich das alte rollenbild widerspiegeln. Die frauen magistras sind unten, die herren magister oder ätzende Phd’s sind oben. Wie frustrierend muss das sein: wofür hat frau studiert, wenn sie dann die handlangerdienste macht. Und vor allem: was machen die maturantInnen der BHS, die den sprung in den uni-abschluss nicht geschafft haben. Gleichzeitig wird ja der uni-zugang künftig noch mehr erschwert. Jene akademikerinnenschwemme ist also ein vorüberziehendes kuriosum, das nie gelegenheit gehabt haben wird, sich fachspezifisch hoch zu qualifizieren. Denn es wird heißen „sie haben studiert, und warum danach nur als sekretärin gearbeitet…?“ wer dann seinen uterus nicht in gang gesetzt hat, wird sich nur schwer rechtfertigen können. /365w_pixabayPernal1

299-Golf_Strikes_Back

ich beliefere den 48er tandler nahe der MA48 im fünften gerne und regelmäßig mit gesehenen dvds für die ich keine weitere verwendung mehr habe. meist schaue ich donnerstags dorthin und mache mein update. es wundert mich immer wieder, dass ich kaum je ohne 2-6 neue dvd’s von dort weggehe. für jede zahle ich 2 euro – was, wenn ich sie zurückgebe, einer leihgebühr entspricht. doch kann ich sie auch einfach behalten und mir zeit fürs ansehen lassen, solange ich will. vergangenen donnerstag war das zentrum des 48er tandlers auf „GOLF“ hergerichtet. es waren so fahr-caddys da und unglaublich viele schläger. einer davon hätte mir ganz besonders gefallen. er war etwas graziler und nicht so wulstig wie die herrenschläger. und tatsächlich stand da ‚girls‘ oder sowas drauf! aus dem fußbook kannte ich die hani (name geändert). sie hat als medizinerin einen sicheren labor-job und verdient sich krumm und blöd. als single fing sie naheliegenderweise zu golfen an. sie wurde völlig verrückt nach dieser golferei. ich halte golfen für arrogant, eingebildet und dekadent. ich hasse golfer und golfen, weil mir die großverdiener komplett gegen den strich gehen. meine clientele sind die armen, vergessenen und weggeleugneten. nichtsdestotrotz schrieb ich der hani eine nachricht, dass der 48er tandler schläger hätte und auch sonst so requisiten. hani schrieb mir zurück „danke, dass du an mich denkst, aber ich bin gut ausgestattet.“ im zuge des erhaltens dieser nachricht fiel mir diese eklatante diskrepanz auf. warum auch sollte einer dieser stinkreichen arroganzling-golfer ausgerechnet beim 48er tandler seinen schläger kaufen. er weiß ja offenbar ohnehin nicht, wo er sein vieles geld hineinsteckt! ich fands aber so lieb. die hatten sogar einen vw käfer mit einer gras-attrappe verkleidet, um dieses golf-flair belustigt darzustellen. und es arbeiten einige sozioökonomische arbeitsmarkt-opfer dort, wie ich mutmaßen kann. da versuchen also die sozioökonomerln die stinkreichen golfer anzulocken und dann kommen diese blasierten fatzkes erst recht nicht vorbei, weil sie eh ‚gut ausgestattet sind‘. irgendwie traurig und doch so berührend.
EDIT: ergänzende anekdote 27apr. es ließ mir keine ruhe. 4 tage später kaufte ich mir einen woman-schläger um nur vier euro. es ist ein linkshändiger schläger, aber mir ist das egal. er ist vollkommen ungebraucht. zuhaus hatte ich einen einzigen golfball. ich verwendete also die zwei dinge und flugs vertrollte sich mein einziger golfball irgendwo in einer ritze meiner wohnung und ich kann ihn jetzt nicht mehr finden. morgen geh ich in den sporthandel und kauf mir ein paar so deppate golfbälle. ich hoff, sie sind nicht teuer. ich bin so ein prolet. lol.
/pixabayPexels

298-Ein_Sender_Schafft_Sich_Ab

Ö1 schafft sich ab. zuerst zerstört es sein logo. der einser rückt eingeschüchtert, eingespart und verunsichert auf die seite. er rückt nach rechts. na wenn das kein zeichen ist. oft ist das logo – etwa als sponsor – ja sehr klein dargestellt. es wird dann überhaupt nicht mehr erkennbar. die verunsicherung merkte man in den letzten wochen schon durch die exorbitant häufig auftretenden versprecher der sprecher und rinnen. (das zitat ‚rinnen‚ hab ich vom kirschläger). wir haben kein nachtquartier mehr. wir haben kein von-tag-zu-tag mehr. wir haben kein cafeSonntag mehr. alles was spaß machte, kommt weg. aber der ätzenden schiene ‚jazz‘ widmet Ö1 künftig ‚milestones‘. doch das interessiert mich dann alles nimmer. ein letztes mal begutachte ich das radioprogramm für die nächste woche. und verabschiede mich von jenem sender, zu dem ich nach der einstellung von blue-danube-radio geflüchtet bin. anschließend flüchte ich in die arme des herrn, nämlich zu radiomaria.at, und in geordis bereich: radioklassik.at (selbiges hatte gestern carl manner in den lebenswegen, profiliert sich also nach und nach auch im bereich der wortsendung/en).
mo 16h passagen
di 19h dimensionen: bredekamp & nachtquartier
mi 21h sbg. nachtstudio & nachtquartier
do 21h im gespräch: eva horn & letztes synchron+nachtquartier!!
fr 10h intrada & LETZTES von-tag-zu-tag
sa 17h diagonal: 1967
so (30.4.) letzter Ö1 tag; cafe sonntag m.franz schuh

das SYNCHRON filmmagazin wurde 1984 ins leben gerufen und wird nach der heutigen sendung eingestellt beispiel . es mag anfangs mutig gewesen sein, im radio eine filmsendung zu machen, aber sie ist all die jahre toll gelungen und auch um diese sendung trauere ich unendlich. sie ist ein konzept, das man radioklassik eigentlich anraten könnte, wenn sich Ö1 jetzt zu gut ist, filme zu besprechen. gesagt wurde, filme würde man künftig im kulturjournal besprechen: nur werden sie dort weit weniger platz haben. so wie ja auch la-chanson kaum platz in den spielräumen hat. ich bin ordentlich angefressen, das sage ich hier ganz offen. wirklich mächtig angefressen, wie man jahrzehntelange institutionen so kaltschnäuzig einstampfen kann. das ist mutwillig: es ist zerstörerisch.

297-Seiler_Geht

kurier-freizeitheft: der seiler geht diesmal auf der donauinsel. ich habe selbige primär vor 30 jahren mit dem rad unsicher gemacht. heute trete ich kürzer und fahre so einen tritt-roller, wenn ich dort bin. wir kennen seiler als überaus agilen spazierer. ich hingegen versuche mir jeden einzelnen überflüssigen schritt zu ersparen. daher starte ich nicht auf der reichsbrücke. sondern ich fahr vom schottenring mit der 33er (31er) bim direkt auf die mitte der floridsdorfer brücke. und von der geh ich nördlich, unter der nordbrücke, idealerweise bis zum nordpunkt. ich glaube, dort ist die d-insel noch am natürlichsten. nun, und solange es die s-bahn station lobau noch gegeben hatte, konnte man von dort über eine zu stark befahrene straße querend zum roten hiasl gehen und anschließend mit dem tretrolli rauf zur reichsbrücke fahren. diese strecke ist nun unterbunden. ich weiß nun nicht genau, wie ich öffi möglichst schrittsparend weiterhin den südteil unsicher machen kann. es ist vermutlich nur mehr für radfahrer was. aber bis ich das eruiert habe, bleibe ich beim nordteil. 1,6 km nördlich der nordbrücke gibt es dann den kirschenhain. er ist eher auf der leopoldsberg seite anzutreffen, weniger in richtung der floridsdorfer seite. vor 2 tagen wär dort das blütenfest gewesen. es musste wegen der kälte ersatzlos abgesagt werden. doch einen anderen tipp kann ich der hochwohlgeneigten leserschaft zumindest für morgen mitgeben. www.comicfilm.at 10-16h längenfeldgasse.(edit: nun hingeguckt und nie wieder. eine 200 m lange menschenschlange aus kollektividuen bestehend, die sich und uns sozialhilfebedürftiger ausstrahlung erfreuen).

296-Nerz_Flucht

einer der schon unzähligen inner-domain querverweise zu dieser geschichte wäre erodierende_Ms; einmal mehr bewundere ich, sogar als verteidigerin der vergessenen, einen beitrag vom ortner in der wienerzeitung (presse hab ich dzt leider nicht im kurzabo: freilich fehlt sie mir). ortner bezieht sich auf ein ganz passendes stern-zitat: „die nerze verlassen das sinkende schiff.“ ich hatte ja mal den vortrag von fr rogy übers sozialwesen gehört. u.a. über die deckelung der SV beiträge bei ganz hohen gehältern. rogy sagte (nicht wörtl.): wenn man nämlich von denen verlangt und mehr und mehr verlangt, dann werden sie sich irgendwann weigern. sie werden einen riegel vorschieben. ich fragte mich, wie sie das tun. ganz schön entschlossen, tiefgreifend und weitgehend irreversibel. was aus süden und osten zu uns kam, schlägt sich nun als resultat in einer abwanderung der wohlhabenderen und reichen nieder. mit der abwanderung der reichen nach usa,dubai,israel,NZ,austral. entgehen uns notwendige steuereinnahmen. hier spielt auch ein kontext-interview mit hrn urschitz rein, welcher sich auf Ö’s abgesandeltheit bezieht. nächster schritt sind bei uns italienische, übernächster gar griechische finanzzustände. der leidensdruck der bevölkerung muss noch größer werden, dann werden bildung, förderung, soziales noch mehr gestrichen: so paradox es klingt, ist es doch die folge.
was die bestrebungen der verteilungsfetischisten angeht, so bewahrheiten sich deren ultimative wünsche: das durchschnittseinkommen sinkt, damit haben wir eine gleichheit der einkommensverteilung. der reichtum ist insofern verteilt, als dass keine reichen mehr da sind. also sind und werden alle arm. denn was vom mittelstand nicht reich genug ist, um woanders komplett neu die existenz aufzubauen, wird mittels erbschaftssteuer und andren späßen arm gemacht. auch ein hartzIV bedroht den ösi mittelstand. denn dann reicht der bloße arbeitsplatzverlust über 40(!), dass er trotz ams verarmt werden kann. ösis bauen nix mehr auf. warum auch, wenn erbschaft den nachkommen alles ohnehin nimmt und sie als böse behandelt werden: als böse ‚reiche‘. auch bauen ösis nix auf, weil ihnen nix überbleibt vom brutto; und vom netto letztlich auch nix. unsere marx-freunde werden tirilieren und zufrieden sein. es werden alle arm sein und damit alle den wirrungen der politik, sowie arbeits- und maßnahmen-initiativen ausgeliefert sein. kommunistische zustände sind es, die dann einzug halten. klar gehen die, die sich noch abputzen können, rechtzeitig freiwillig aus einem dermaßen abgesandelten land weg, noch bevor es direkt dem abgrund ins gähnende maul reinschaut. pixabayCreozavr

295-Nino_Rotz_Wien

ausnahmsweise die auseinandersetzung mit einem so-called „prominenten“, mit welchem mir noch keine begegnung gelungen ist. Ich wünsche mir auch keine: Nino M aus wien. Von mir für diese story in nino_rotz_wien umbenannt. Ein entfernter bekannter schwärmt mir geradezu von nino, seiner art und seinen texten. Gäbe es vielleicht einen adam green, mit dem er vergleichbar wäre? Ich meine, dass adam green mehr musikalisches talent hat. Mit ninos texten habe ich mich noch nicht auseinandergesetzt und werde dies auch nicht nachholen. Aber hauptsache rummotzen. Er tut ja selber auch nix anderes: trotz wien knotzt nino im rotz und glotzt.
Ein pendant zu ihm wäre der gleichfalls rotzig-schleimige voodoo jürgens mit fettem haarwerk. Ich habe es immer als anmaßend empfunden, wie man sich so benennen konnte. Sicherlich bin ich kein klassischer udo-jürgens-fan, aber in seiner produktivität und kreativität mag dieser gewiss was geniales gehabt haben. Udos liebe zu deutlich jüngeren mädchen und partnerinnen mag wohl darin begründet gewesen sein, dass er seine erste große liebe, die 16 war, an einen eher grobschlächtig anmutenden, älteren mitbewerber verloren hat. Das dürfte ihn für sein leben lang geprägt und damit auch diese bizarre vorliebe begründet haben. Einzig hinter die gleichfalls derartigen wirrungen eines lugners bin ich noch nicht gekommen, habe dies aber auch nicht vor: weil der gute mann eine zu feuchte aussprache hat.
Nun, so haben wir in diesem kleinen geschichtchen vier ösi legenden abgedeckt: nino, voodoo, ritchie und udo. als beispiel sei hier voodoosMelodei verlinkt. Die hochwohlgeneigte leserschaft möge sich selber ein bild machen.
es gibt heute keinen danzer und keinen ludwig hirsch mehr. Man merkts wenn man die leute interviewt (hat). Danzer/hirsch waren hoch vergeistigte individuen und entwickelten sich im lauf der jahrzehnte zu sirs. Wenn man voodoo/nino interviewt (von denen man schon mal nicht die nachnamen nennen kann), dann kommt da irgendein unkoordiniertes gequargel raus, als wären sie ständig auf methadon oder einer vergleichbaren substanz. Letztendlich kann man versuchen, es auf einen grenzwertigen vergleich runterzubrechen. Danzer/hirsch durch einen voodoo/nino nachfolgen zu lassen, ist, als hätte man keine mayröcker mehr (noch haben wir ja eine mayröcker) und würde sie durch eine s.sargnagel ersetzen. Als müsse man einen gert jonke durch einen tex rubinowitz ersetzen, der sich seinen bachmanntext nur – exklusiv für den wettbewerb – aus den trashigen fingern gesogen hatte. Und nun ist tex R gekränkt, wenn ein kritiker über sein neues buch schreibt, dass sich darin nur platitüden befänden. Jenem kritiker muss ich aber recht geben: es ist nur der narzisstische monolog drinnen von einem bobo-quasi-intellektuellen, der seine bumsti-bumsti-episoden aneinanderreiht. Zu welcher art von kultur verkommt diese digitalisierungsbevölkerung? (pixabay_picGianfrancodebei) 426w