393-Gelb & Handy_watching_U

also erstmal eine nachfolgestory zur vorherigen. 2 wochen später war ich wieder auf so nem sprachtreff, wieder die einzige. sehr sehr liebe native speakerin, eine spur jünger als ich. haben uns super unterhalten, wie 2 freundinnen, in einer fremdsprache. jetzt sind wir auf facebook befreundet. ungefähr so läufts, wie ich mir das vorstelle.
zum handy watching. wenn man in der öffentlichkeit mit dem handy rumtut, soll man aufpassen, dass man mit dem fotoobjektiv nicht versehentlich auf eine person (zielt). passiert leider sehr oft, dass man solchen unvorsichtigen leuten gegenübersitzt und sich nicht des eindrucks erwehren kann, dass einen die verbotenerweise fotografieren. sowas halte ich für sehr fies. ich habe daher ein handytäschchen, mit dem ich das objektiv immer abdecke, wenn es zufällig auf wen gegenübersitzenden gerichtet ist. ja und sonst kann man eh nicht viel machen.
dies, werte hwg LS – hochwohlgeneigte leserschaft – wirds wohl mit meinem obligatorischen juni eintrag geworden sein. was kurzes noch:
wenn du eine motte erschlägst, denkst du eigentlich drüber nach, ob diese motte in irgendwelchen sozialen strukturen gelebt hat? ob sie vielleicht nun ein erbe hinterlässt, ob kinder oder ein partner auf sie vergeblich warten und ob deswegen nun vielleicht irgendjemand zu benachrichten wäre?

392-Keine_Gelbe

also DAS heute war in jedem fall keine gelbe. Was war das. Ich glaube, einfach nur ein albtraum. Ich motschgere ja ab und an hier auf meiner seite und beschreibe nicht immer alles rosarot. Wenn ich aber motschgere, füge ich hinzu, wie es eigentlich besser gehen würde.
Also es gab heute wieder eine sprachrunde für fortgeschrittene. Fatalerweise waren nur 2 angemeldet. Ich und eine frau K. Ich war schon ne halbe stunde vor beginn anwesend. Die alte native speakerin, die das hätte leiten sollen, war auch ziemlich früh da. Sie schlug aber lang zeit tot, indem sie bis 5 minuten nach beginn am empfang tratschte. Schlussendlich bequemte sie sich dann doch verachtungsvoll zu mir an den tisch – denn die frau K war eben nicht erschienen und mit mir allein wollte sie nicht reden. Nicht nur dass die frau alt war. Oid bin i söwa. Aber ich weiß wenigstens damit umzugehen. Sie führte alle eigenschaften mit sich, die man als alte frau keinesfalls haben sollte. Sie steckt ihre zungenspitze heraus und versucht minutenlang, von jener gealterten spitze ein vermutlich draufklebendes haar runterzufischen. Sie entblößt mehrfach die nackten achseln unter ihrem ärmellosen kleid, um zu beweisen, dass sie dort keine haare hat. Sie zieht sich irgendwann den rockteil des kleides hoch, um irgendwas an den knien zu tun. So provokant, dass ich krampfhaft in die andere richtung schauen muss. Überhaupt. Wir sitzen zu zweit da und müssen nun reden, aber ich will diese ausgeburt des grauens einfach nicht ansehen. Sie sähe nach objektiven kriterien für ihr alter (um die 70 wohl) durchaus gepflegt aus, aber die hälfte ihres aufgetragenen lidschattens ist schon runtergefallen – und es wäre alles nur halb so schlimm aber was sie mir zu allem noch dazu antut, ist, sie hustet immer wieder, immer öfter, aggressiv und konvulsiv. In meinen tee hinein. Sodass dieser schuldlos geknechtete tee die nun darin verfangenen viren nicht mehr einfach so wegatmen kann.
Ja und dann zu unserer konversation. Es gäbe ja nix bessres als ne native speakerin 2 stunden für sich zu haben. Auf dem eigenen niveau bestmöglich lernen, verbessern, vokabular, semantisch und syntaktisch. Ein traum eigentlich. Doch nicht mit ihr. Sie schießt mich immer wieder an. Nicht mit blicken, denn ich sehe dieses menschliche grauen ja kaum an. Aber mit torpedoartigen fragen. Förmlich eine lebensbeichte muss ich vor ihr ablegen. Über meine abgebrochenen studien und die bewusst nicht in gang gesetzte gebärmutter, über alleine-wohnen und was weiß ich nicht alles. Und tanzen solle ich gehen und musik solle ich hören, auf konzerte solle ich gehen und alle bücher solle ich ihr erzählen, die ich gelesen habe. Ich versuche zwar, ihr das buch vom albert (zuvor hier rezensiert) zu beschreiben, aber ich WILL der grauslichen alten F__ (sorry, gibt hier keine euphemismen mehr…!!!) dieses schöne albertbuch nicht erzählen, sie kapierts ja eh nicht. Perlen vor die säue, perlen vor die alte, urgrauslich sich aufführende frau wäre dies doch. Eine beleidigung für den oh so beseelten autor espinosa. Und immer wieder in diesen wohl 27 minuten an krampf-komm-raus konversation gucken wir beide förmlich hilfesuchend zum eingang, ob denn doch die frau K noch kommt und ob die unbekannte, geisterhafte frau K mich vom übel dieser alten urgrauslichen native speakerin befreien kann!
Ja und es gibt einen trost in alldem. Ich war vor 6 monaten am selben ort. Damals hat marie-angel diese grauenvolle alte frau vertreten. Aber was hatte mir die alte hexe zu beginn unserer krampfkonversation gesagt? Dass sie JEDES sprachcafe in spanisch hier gehalten habe bisher: JEDES! Und ich weiß sehr genau dass dies nicht wahr ist. Weil ich war vor 6 monaten bei der marie-angel. Und diese marie-angel war so ein derartig verzückend, feenhaft, fast unerlaubt schönes wesen, das kann ich auch als hetero-hetäre beurteilen, dass ich versucht war, bei marie in der folge privatunterricht in ihrer muttersprache zu nehmen. Dies scheiterte letztendlich nicht an der finanz aber an zeitmanagement/örtlichkeit und ihrem muttersein.
Ich will der tortur mit der alten frau ein ende bereiten. Ich weiß dass sie mich loswerden will und ich will sie loswerden. Sie fragt immer provokanter. Sie bohrt. Sie hat absolut garnichts an eigenen impulsen in die konversationsrunde mitgenommen. Gott wie elend ist das alles – und für so einen auftritt lerne ich seit 30 jahren der ihre sprache? Herr lass es hirn regnen, sag ich immer wieder. diese frau ist eindeutig Keine_Gelbe! Ja endlich befreie ich mich aus fängen, zungenspitze, knie und achselhöhlen dieser elendigen native speaker verballhornung. Nur weg hier weg. Zum nächsten termin. Und der termin anschließend war ein termin mit sicherheitskräften und der war wirklich schön. Der folgetermin hat mir den abend gerettet./757w

391-Gelbe_Ab_Schiede

einmal mehr verweise ich auf albert espinosa, der mir ja im denken recht ähnlich ist. Am ende seines buches schreibt er über die gelben freundschaften (amarillo). Ich interpretiers für mich vielleicht nicht ganz so, wie ers gemeint hat – bei ihm wars so, dass das vorübergehende bekanntschaften im rahmen seiner klinikaufenthalte waren. Mit jemand unbekannten teilt man einen raum, tauscht sich inhaltlich intensiv miteinander aus – geht dann auseinander, und wird sich nie wieder sehen. Ich bin sehr froh, dass ich in den letzten 14 jahren grad mal 2 + 3 + 1 spitalsnächte hatte – für harmlose routine eingriffe. Und selbst da wars so, dass mir frauen von damals noch heute im gedächtnis sind. Ich vielleicht gern mit denen in kontakt geblieben wäre, das aber nicht thema war.
Was heute thema ist, sind wieder einmal die whatsapp kontakte. Jene plattform, auf der ich diese kontakte rekrutiere (welche sich ja letztlich als reale begnungen gestalten sollten, dies aber gottlob seltenst tun), bietet die möglichkeit via mail dann bald mal auf whatsapp umzusteigen. Ein kardinalfehler geschieht dabei in der balzphase. Man hat sich grad mal die ersten zeilen geschickt und unterbricht plötzlich für stunden, wegen akku oder weil man unterwegs ist. Das kann den gesamten kontakt in die binsen hauen. In weniger als der hälfte der fälle klappts, dass man den kontakt weiterführt. Und irgendwann gerät dieses zarte, entstehende band in ein stadium, wo die 2 miteinander kommunizierenden dann feststellen „ausbaufähig oder leere kilometer“. Nun meist bin ich es, die den kontakt dann technisch blockiert (auf whatsapp möglich), als zeichen, dass hier auch bloße mailerei genügt. Dass einen das whatsapp nimmer weiterbringt, infolge mangelnder ausbaufähigkeit einer etwa entstehenden freundschaft. Es verschwinden diese korrespondenten dann wieder aus meinem leben. Man hat sich ein weilchen ausgetauscht, geht wieder auseinander und hat sich aber was mit auf den weg gegeben. Ebenso wie die gelben in alberts spital. Sie sind dann wieder weg. Das tut ein bisschen weh. Es sind kleine abschiede. Es sind vielleicht verpasste chancen. Aber sie werden aufgegeben, um anderen, neuen chancen platz zu machen. Wenn jemandem wirklich was an der weiterführung des kontakts liegt, kann er ja die mailschiene weiterfahren. Und wenn er sich da bewährt, kann er auch wieder entblockt werden. Wiewohl dieses rehabilitationsphänomen meines wissens bis dato noch nicht aufgetaucht ist. Aber wenn so whatsapper das lesen, so ungeschickte, vielleicht reißen sie sich ja zusammen und rehabilitieren einen blockierten whatsapp kontakt. Bin gespannt wenn ich selber mal blockiert werde. Ich weiß dann zumindest, wie elegant und doch unaufdringlich vorzugehen ist. Pic von rodeen_m pixabay;415w

390-Sixteenth_Anniversary

querverweis_15
oben seht ihr eine 4er matrix, die 16 felder hat. diese stehen für jedes jahr, in dem die woelfin domain schon existiert. rund hundert beiträge sind seit dem vergangenen geburtstag entstanden. einstweilen trat die große neue berufsherausforderung ins leben, es intensivierte sich das ehrenamt, welches nun dem beruf platz machen müssen wird. das jahr hindurch habe ich dankenswerterweise immerhin in den falter gratis klaz’ln inserieren dürfen und lesen tue ich diese stadtzeitung auch recht brav. obwohl sie recht eindeutig schwer linkslastig ist.
die storydichte war nicht so groß wie in den ersten acht monaten, wo immerhin für jeden tag im schnitt fast eine story entstand. die inhaltliche ausrichtung geht jetzt weg von den serien (aufsess-alphabet / alliterationen-alphabet), was sich auch in der aufgelösteren dichte der beiträge niederschlägt. in einer woche startet die dsvgo, weswegen es ab heute auch die obligatorische datenschutzerklärung auf der seite geben wird. ich wünsche der hochwohlgeneigten leserschaft auch weiterhin gute unterhaltung auf der wölfinnenseite.

389-Kommunistische_ManageRinnen

erst der QVW.
ich dachte, hier passt die kuli story ganz gut rein. speziell weibliche vorgesetzte haben diese eigenschaft. sie erklären das eigentum des ihnen anvertrauten personals zu ihrem eigenen eigentum. in zwei fällen hat dies zu einer recht offensichtlichen konsterniertheit der -Rinnen geführt. es ging das eine mal um meine flasche trinkwasser, das andre mal um simple wattestäbchen.
beginnen wir mit der wasserflasche. mich wundert, dass ich das ereignis hier nicht früher beschrieben habe: ich fand derlei nämlich auf meiner eigenen seite nicht. also die vorgesetzte benötigte etwas wasser, irgendwie in zusammenhang mit ihren kontaktlinsen. mit einer an chuzpe grenzenden selbstverständlichkeit, bediente sie sich meiner wasserflasche, welche links von mir am hohen, entlegenen fensterbrett stand. (die manageRinn saß ja zu meiner rechten). sie war außerdem so eine, die einem enorm aufritt, wenn man gemeinsam an einem text arbeiten musste. sie zog sich die texte mit einer derartigen mühsal aus der nase, dass man zwangsläufig an eine widerspenstige steißgeburt denken musste dabei. kein vergleich zu mir, wo die texte stegreif aus den fingerspitzen spritzen.
im zuge derselben sitzung, wo sie mir MEIN wasser aus meiner heiligen flasche gestohlen hatte (derlei flascherln sind ja ein weiterer fetisch von mir), hatte sie ganz offenbar bemerkt, dass ich meine lippen an den rand dieser flasche ansetze und tatsächlich MIT meinem munde aus dieser flasche reines leitungswasser TRANK! welche unverschämtheit. die verarmte verwaltungsangestellte nimmt einen kräftigen schluck aus ihrer wasserflasche. wie untersteht sie sich. allein an den schwingungen spürte ich: jetzt grauste der manageRinn. recht gschiecht ihr.
aber kommen wir zur nächsten managerin. auf unseren bürokastln, da war so ein kleberest drauf. und ich bekam ihn nicht weg. als ich mal meinen freien tag hatte, machte sie sich eigenhändig an die klebereste ran. sie dürfte dafür irgendeine chemie gehabt haben. montags drauf waren die flecken herunten. triumphierend sagte mir die managerin, dass sie meine wattestäbchen gefunden hatte und die damit prima weggegangen seien. ja weil die staberln waren in meiner DRITTEN schublade. und die dritte ist immer die privatlade. damit muss man rechnen. frauen haben die eigenschaft, ohne zu fragen in den laden der sekretärin zu stöbern. weil es ist ja alles allgemeingut in deren selbstklärtem kommunismus. erst später kniss sie, was ich in einer schwachen stunde mit wattestäbchen mache: sie sind nämlich nicht für die ohren, oder nur selten. sie kommen zum einsatz, wenn ich mir mit taschentüchern bereits die nase wundgescheuert habe und selbige aber dennoch ordentlich auszureinigen ist. das geht punktuell einfacher. na mehr hab ich nicht gebraucht. selber schuld, wenn sie in meinen laden stöbert./424w

388-Über_Gelb_Leben

In der hier schon historischen trapezmetapher haben wir ja erörtert, dass man eine kurze leere, ein drohendes vakuum akzeptieren muss, damit die dinge, die man aufgegeben hat, wie mehrfache zauberbesen zurückkommen, jedoch in anderer, meist besserer form.
Und auf diesem prinzip beruht es auch, dass ich zum gelben buch kam. Es stammt von albert espinosa (el mundo amarillo), wurde auf spanisch geschrieben, liegt mir aber leidergottes nur in der deutschen form vor.

Wie kam ich zu diesem buch. Ich wollte wieder einmal welche loswerden. Sechs stück. Ich fotografierte sie noch andächtig für mein internet fotodiary und verschaffte die exemplare danach direkt in die öffentliche bücherbox (in wieden). Es war fast nix in der box drin. Und wenn, dann nur alte schinken. Aber ein appetitliches glänzte mich sofort an. Espinosas buch auf deutsch nämlich. Ich tauschte also sechs meiner schinken gegen ein neues schlankes und begann sofort, es zu lesen. Ein bub hat krebs, von 13-23 kämpft er gegen ihn an: bewältigt ihn – wenn auch mit herben verlusten. Er lernt während der vielen spitalsaufenthalte viele, teils sterbende, menschen kennen. Von all jenen nimmt er die letzten messages mit, quasi vermächtnisse. Es gefällt mir so vieles an dem buch. Albert mag zahlen und listen, wie ich. Menschen kurz vorm tod, kinder und narren sagen die wahrheit. All die wahrheiten hat albert ins buch gepackt. Ich will hier nur exemplarisch die fermin-wahrheiten anführen und euch, oh hochwohlgeneigte leserschaft, zum kauf des isbn 978-3-442-22024-3 (goldmann, dt, 2013) animieren. Sechs schritte zum glück von fermin.
– 1nein zu dem was du nicht willst
– 2nein zu dem was du willst von dem du aber weisst dass du es eigentlich nicht willst.
– 3Nein zu kompromiss
– 4Nein wenn du weisst, dass du ein versprechen ja doch nicht halten kannst
– 5Nein zu übermaß
– 6‚nein zu dir selbst‘ (??!)

(leicht redaktionell abgeändertes zitat, source der übersetzung von s.hagemann, aus obig angeführtem buch)

mir helfen fermins wahrheiten nämlich enorm beim bewältigen meiner art, wie ich das ehrenamt nach 3 jahren inbrünstiger arbeit aufgab und mich nun elegant davonmache. Da trifft stark nr 1 zu. Nr 2 (ich will zwar durch soziale arbeit leute kennenlernen aber mich nicht deshalb mit launischen maschinen (etwa mobiltelefon unbekannter technik) auseinandersetzen müssen). Ich will nicht dass das ehrenamt anfängt, mein privates leben zu dirigieren und mich ins burnout treibt, wo doch der brotberuf immer im vordergrund zu stehen hat.
kompromiss? Ne kompromiss gab es keinen. Das ehrenamtPlus hätte man ganz tun sollen oder eben garnicht. Immerhin geht es hier um bedürftige menschen. Wer die belastbarkeit nicht hat, soll sich um seinen eigenen kram kümmern. Egoistische und traurige tatsache.
nr 4 trifft ganz enorm zu. Im in-anspruch-nehmen der plus-ausbildung hatte ich mich eigentlich schon committet, nur kurz vor vertragsunterzeichnung überwallte mich die panik, dass ich ein mobilgerät bekommen hatte, das eh tut was es will und mit dem in der hand ich vorm kunden dann einen hysterischen kriegen würde. fatalistische und traurige tatsache.
ich bin ein mensch. Ich arbeite sozial und ich will mit menschen zu tun haben und deswegen nicht mit sprunghaften maschinen arbeiten müssen weil dann wäre ich ja maschinist, hipster, yuppie, nouveau-riche oder bobo geworden!
5. Das übermaß: ja es wäre in dem fall ein übermaß an commitments geworden. Ich ertappe mich mehr und mehr, dass ich versprechungen gebe, zugeständnisse mache – und dann kurzerhand den schwanz einzieh, mich verflüchtige. Ich war früher nie so, nie! Der kleine feine unterschied: einstweilen hab ich auf meine alten tage NEIN sagen gelernt. Nein nein nein. Nein die suppe ess ich nicht und basta. One time for all.
die nr sechs ist mir sowieso unklar. Ich sage NEIN ich steh zu mir selbst. Also wo ist das problem.
albert erklärt das schwammig bis garnicht. Auch spricht albert von sieben punkten. Den 7ten finde ich nicht. Aber es gibt so viele glückstipps und damit kleine, teils numerierte listen von albert. Diese wahrheiten, die er da verpackt hat: für die haben andre leute ihr leben gegeben.
berührend ist, dass albert zum leben, das er zurückgeschenkt bekommen hat – dem eigenen – 3,7 leben der verstorbenen freunde dazubekommen hat. Ident mit einem schon zuvor dagewesenen denkansatz von mir. Wenn jemand – speziell vor seiner zeit – gehen muss, hat man die verantwortung dafür, das eigene leben auch in SEINER vertretung weiterzuleben. in diesem sinn: im gedenken hier an fermín – und dem albert e. noch ein schönes langes leben. er ist so jung wie meine kleine schwester./720w

387-Aehren_Amts_Finale_I

Dies ist das ehrenamts resume. Ich war drei jahre drin. Von sep 15 bis aug 18. (geburtstag F 55): Nun drei jahre ehrenamt.
Berufliche verantwortung nimmt überhand, und private beziehungen müssen gestärkt werden – damit ende des ehrenamts. Zeit, resume zu ziehen, revue zu kapitulieren, wie alles geschah. Im sprachkurs traf ich brigitte. Mit ihr ging ich ende august zum sprachenlehramt, begann im september 15 zu lehren, beendete dies mit wiederaufnahme des brotberufs(=februar) per april 16. Einstweilen aber war ich in der beratungs-ausbildung. 3 weekend seminare mit à 1,5 tagen hätten es werden sollen. An einem weekend war ich krank. Bei den andren 3 einheiten war einmal die trainerin krank. Fazit: mit einer ersatzarbeit erwarb ich das ausbildungszeugnis und hatte nur dreimal antreten müssen. Guter, arbeitsgünstiger deal. In der letzten – einer ganztageseinheit – hatte die frau R enorm lust, mich total coram publico aufzumachen, indem wir in einer gruppenarbeit gemeinsam sein mussten und wir jeder auf unserem standpunkt beharrten. Vor aller leute augen und vor allem ohren wurde sie laut gegen mich. Wir gingen uns künftig aus dem weg, ich vermied, sie zu grüßen wo ich konnte. Warum sollte ich mir von so einer spinnerin das ehrenamt vergällen lassen.
Learning by doing. Schon im mai begann ich als eine der ersten, auf wöchentlicher basis zu beraten. Damals in ‚1110‘. Bald gesellte sich martina zu mir. Den spanier hatten wir dort beraten und einen lieben afghanen auch kennengelernt, der begeistert war.
Mit martina und einer dritten war ich einmal gemeinsam sogar in 1220 gewesen. Einem standort, der später aufgegeben wurde. Gerne denke ich an den standort zurück. Man hatte dort günstige lehnstühle, ich fand den bei obi und kaufte ihn für mich nach um 40€. Bleibende erinnerung an standort 1220.
Standort 1200. Ab und an war ich alleine dort, einmal sogar beriet ich spontan, wo ich garnicht eingetragen wäre, dame mit hund. Ein bis zweimal war ich mit der hübschen sarah dort. Sie winkte mir aus der straßenbahn zum abschied freundlich zu. Sie hatte bald einen besseren job gefunden und war daher abkömmlich.
An all die reflexionseinheiten denke ich zurück. An viki die mir ihrem standort überlassen hat. An viki2, die mich für die zeitung fotografierte. Ja, ich war mal in der wien-zeitung, der online version: ein einziges mal.
Bei standort 1060 war ich zur eröffnung, er sollte ein stamm-standort von mir werden. Ich durfte dort den älteren herrn adi kennenlernen, der leider anfang 2018 verstarb. Die räume waren klasse. Unsere infosäcke wurden immer schwerer. Ich erinnere mich an führungen, bei mally und den gendarmen, an das einzige weihnachtsfest – in einer großen location und die dessertcreme die ich nicht vertrug. Immer mehr leute bekamen diese unsere ausbildung. Die fluktuation war immens. Nicht auch nur die hälfte der leute blieben bei dem job. Die meisten holten sich nur das wissen.
Ich erinnere mich ans große essen im kent. Wo ich extrem bescheiden bestellte, während andere ihre lachsplatte kaum in ihren kleinen spatzenmagen hineinbekommen konnten und ich währenddessen hungerte. An den moment, wo die ulli mir in dem lokal dermaßen präpotent förmlich körperlich aufgeritten ist, mich provokant fixierte und ich aufstehen musste, mich höflich verabschieden und ging.
Der standort 1230 war etwas ganz besonderes, allem voran im letzten sommer. Dieser standort war von anfang an dabei gewesen. Es war unser schönstes zimmer und nur wir durften es benutzen. Wir hatten einen riesigen tisch für unsere unterlagen. Und es war der vierte kennengelernte ehrenamtsmensch, der mich dorthin geleitete und mit mir einige schöne vormittage verbrachte, mir sogar einen gotne (meinen ebenfalls vierten (fachbegriff)) vorstellte. Wir hatten nie kunden dort, sondern einfach nur spaß. Mit den älteren herrschaften, die dort umherschwirrten: männlein wie weiblein. Ich hatte es durchgesetzt, als drittes rad am wagen andächtig von diesem ort abschied nehmen zu dürfen. Denn er wurde wie schon zwei andre zuvor – aufgegeben.
An die tolle führung im flüchtlingsheim erinner i mi. In meiner nähe. Eine unserer ersten. Unter curatel des feschen tänzers herrn E. auch er hier an einer stelle im blog verewigt, jedoch diskretionshalber ohne querverweis./652w

386-Aehren_Amts_Finale_II

Aehren_Amts_Finale_II
Ich erinner mich an den anfang vom ende. Man musste nachweisen wie gefragt wir sind und was wir alles tun. Damit krempelte ein herr unseren protokollbogen um und stieß auf widerstand. Der herr verzog sich wieder. Kaum je zog ich technische hilfsmittel zurate. Sondern prints und bücher. Das ist mit lieber als vorm kunden gegen den leeren akku zu kämpfen.
Aber es sollte schlimmer kommen. Es gab die rand-aktivität ehrenamt-plus. Zu dieser schanzte ich mich zuwe, bin ich doch gern pionierin. Ja und gestern der große meltdown. Eh nur knapp zehn menschlein saßen nach einführung-interview-ausbildung1&2 im fünften und vorletzten teil der plus-ehrenwurscht. Man händigte uns geräte aus. Ich fühlte mich zurückerinnert an vor 4 jahren, als ich in einem damaligen kurzzeitjob kein telefon hatte, sondern mein erstes echtes smartphone bekam. Da nimm und friss oder stirb hieß es. Mit mühe hatte ich erklärt bekommen, dass ich zum abheben nicht drücken sondern wischen muss. Meine technologischen kenntnisse reichten dazu gerade noch aus. Am ende war ich mit dem samsunggalaxy dermaßen vertraut, dass ich mir das exemplar nach beendigung der frist-arbeit nachkaufte. Nun drückte manmir ein microsoft(lumia?) in die hand. Mitten in der ausbildung entschloss sich das handy selbsttätig zu einem zeitraubend bremsenden akt, während dem man mit ihm nicht arbeiten kann. Indes bauten alle auf ihrem handy ihr dokument weiter. Ich schmiss die nerven weg. Also ich machte kein theater aber ich sagte, es tut mir leid ich bin überfordert ich werde die plus-übereinkunft nicht unterzeichnen. Ließ die generösen geschenke stehen und liegen, packte mein zeug, ging. Nun werde ich bis übern sommer noch 3 beratungen tätigen und dann nur noch sporadisch bis überhaupt nimmer im ehrenamt auftreten. Es gehen drei jahre zu ende und ich werde an meinen eigenen beziehungen arbeiten. Nur ganz wenige, vielleicht drei bekanntschaften werden mir daraus geblieben sein. Die muss ich pflegen und weitere gewinnen. Jedoch wohl nicht (mehr) durch ehrenamtstätigkeit.
Ich wollte interessante kundschaften mit ihren bewegenden geschichten kennenlernen, diese dokumentieren – und das habe ich. Unser forum wollte ich nützen. Und das hatte ich getan. Ich fand es interessant, die andren aehrenamtsmenschlein kennenzulernen. Ich ahne aber durchaus: es menschelte dort wie draußen auch. Ich bin überzeugt davon, nicht nur einmal zerriss man sich geifernd das maul über mich, kaum dass ich aus dem raum war. Die mich anfangs attackierende R hatte überdies hinaus dort eine fixe vollzeitstelle erhalten, und konnte fortan die fäden ziehen, mich von oben herab leicht gängeln. Jener untersetzte herr, der mich nach 1230 geleitete, war getrennt – und hätte in mir allzugern die gertenschlanke gespielin gefunden. Na bin ich jetzt wo angrennt oder wo samma, osama. Als er die abfuhr kniss, wurde es eiskalt. Und dieser untersetzte kollege war so ein gsellschaftlicher gschaftlhuaba unter all denen, naja – nicht zuviel dirty laundry machen auf meiner schönen domain hier. Aber es ist schon auch eine art abrechnung. Es ist halt das abschied nehmen, das resume ziehen, aus allem was ich in den drei jahren gewonnen habe. Wie dann später in meiner gelb-story zu tage treten wird: man gibt etwas auf, man gibt es weg – und man stellt mit großem erstaunen fest, was jetzt alles nachkommt, zuhauf – wie zauberbesen. Man darf das vakuum nicht scheuen, damit man sich danach an der fülle erfreut. Momentan einmal fall ich ins nichts (weil auch die whatsapperei von irgendwo her eine unbarmherzige schlaftablette erhalten hat).
qvw zu etwas, was ich weissagend vor 14 monaten schon verfasst habe. fast doppelt so lang hats dann doch noch gedauert. und auch diese story führt zu einem weiteren querverweis nach hinten: End_Ährenamt

385-Schreib_Last_Umkehr

in der internet korrespondenz kursiert selten aber doch ein begriff, der lautet schreiblastumkehr, kurz SLU. Ich schulde dem korrespondenten eine antwort oder ein mail – und schreibe ihm, dann kehrt die last sich um – dann ist er mir wieder ein mail schuldig. Dieses perpetuum mobile kurbelt latent den mailverkehr an. Ungeduldige halten es nicht aus, wenn der andere seelenruhig eine halbe woche in der SLU verharrt. Er kann natürlich auch mit dem/der korrespondent/in spielen und diese auf die folter spannen.
Viel spannender und technisch ausgefeilter ist die schreiblastumkehr in unserem hier schon so oft erwähnten whatsapp. Das ein oder andere ungleichgewicht in der antwortgeschwindigkeit, vor allem aber in der länge der messages lässt sich immer ausmachen. Zweiteres ist sogar auf ersten blick total evident, wenn man es ein bisserl hinaufscrollt. Der schwächere in der beziehung (also der, der mehr liebt), tippt mehr als der stärkere, welcher immer nur lapidare lautäußerungen oder gar nur smilies von sich gibt.
Es gibt auf der anderen seite aber leute, die müssen auf whatsapp immer das letzte wort haben, weil sie den zustand der schreiblast nicht auf ihren schultern tragen können. Und ja wir wissen, es ist auch in der tat eine schwere, unendlich nervenzehrend zu tragende schuld. Im zweifelsfall beenden diese leute die korrespondenz fuer die obligatorische schreibpause dann mit einem smiley. Darauf sollte man es dann beruhen lassen. Man soll auf den smiley nicht auch noch antworten, weil sie müssen dann noch einen schicken, um aus dem bedrohlichen schwert der schreiblast wieder hinauszukommen. Leicht erkennbar sind die schreiblastigen in der chatliste. Es sind alle, wo links zwei blaue hakerln sind. Haben gelesen und noch nicht geschrieben. Info am rande: dieses wochenende habe ich ratzeputz gemacht und die 81 kontakte auf 44 reduziert. Ein kumpel hat 167 und ist aber lang nicht so addicted wie ich. Er ist halt etwas geselliger./306w