235-Glücklich_Habm’s_Xagt

bis dato war der mit abstand schlimmste job jener, wo dieses zitat fiel. es war eine stelle, wo ich nach 10 wochen dezidiert beschlossen hatte, mit wehenden fahnen davonzulaufen – tat dies aber erst nach drastischer verschlechterung meiner dort ohnehin schon mehr als lamentablen umstände, und zwar nach tapferen 25 monaten. ich war für zwei chefs zuständig. beide mit dem sinn, sich zwar beruflich zu verändern, mir dies aber nicht mitzuteilen – aus angst, als mitarbeiterin könne ich dann die gerüchteküche in gang setzen. hier konzentriere ich mich auf den krawodn – nennen wir ihn hier euphemistisch so. denn es erschienen mir ja alle zwei anfangs patente kerle zu sein, was in deren branche mitnichten eine selbstverständlichkeit ist. der krawod bestellte bei mir bücher über assessment center, ich wollte nicht verstehen, was er damit bezwecken wollte. er hatte doch einen sicheren posten! ich mein, dass wir alle minder bezahlt in der megascheiße saßen, das war ja ohnehin völlig klar, aber dass er komplett die fronten wechseln würde, ich wollte dies nicht schnallen. anfangs, als die beiden chefkerle noch patent waren, hatte ich dem krawodn mal gesagt, ich sei glücklich, gerade für sie zwei arbeiten zu dürfen. diese aussage hat er sich dann zu gut gemerkt – ja, mich regelrecht darauf festgenagelt. als mir dann die endgültigen zweifel ob jener lausigen stelle kamen und ich sogar schriftlich schon mit meiner drohenden selbstkündigung wackelte, sagte mir der krawod „aber sie haben mir ja gesagt, sie sind glücklich hier arbeiten zu dürfen: glücklich, haben sie gesagt!“ nun, und in der folge, als dann sein unaufhaltbarer aufstieg endlich besiegelt war und er auch das scheiß assessment center bravourös bestanden hatte, da eröffnete er mir die veränderung – genau, als alles in trockenen tüchern und damit auch öffentlich war. er wurde mir gegenüber herablassend, verachtend, ja sogar zynisch – wenn ich mich weiter über die unhaltbaren arbeitsbedingungen beschwerte (auf die ich hier nicht näher eingehen will). ich nahm aus jener schlimmen zeit im mit abstand allerärgsten job aber jenen satz vom krawodn mit in mein leben, damals hysterisch-keifend von ihm ausgestoßen: ‚glücklich, haben sie gesagt!‚. und immer, wenn grade mal wieder was gut läuft und auch die randparameter weitgehend in ordnung sind, da sage ich mir in gedanken diesen satz vor, wie einen vorwurf „glücklich, haben sie gesagt!!“ und dann kann ich über diese geschichte lächeln. meine kleine genugtuung ist: die gattin des krawodn behandelt ihn wie einen wirklichen, echten waschlappen. sie führt meine rache aus. danke, liebe frau krawodna. /407w pic fjakaPixabay

234-Weichen_Spleen

öde recruiting gespräche hier zu reflektieren, soll zwar nicht tragender inhalt der landesdomain sein, dieses jedoch liegt mehrere jahre zurück und ist mir ob seiner enormen skurrilität noch erstaunlich gut in erinnerung. Ich kam ne viertelstunde zu früh. Bald nach mir kam noch eine frau, offenbar auch bewerberin. Und drei dazu kamen auch noch, zum herrn weichen-spleen. Man wusste nicht wo man sich mit uns hinsetzen würde, ob assessment-artig oder nicht. Auch waren wir auf assessment nicht vorbereitet. Ich – wie wohl alle andren rechneten damit, einen einzeltermin erhalten zu haben. Wir fünf hendln setzten uns mal dahin mal dorthin, nirgends wars richtig. In der aufwärm-erklärrunde versuchten wir jeweils, bald für die einzelgespräche dran zu kommen. Er gab der jüngsten, knuffigsten den vortritt. Ich reihte mich mittig ein in der abfolge der fünf interviews, wenngleich auch die 2 nach mir es danach eilig hatten. Es war mein zweitschrägster bewerbungstermin, und auch mein 2. assessment(center). Die wohnung war mehr als heruntergekommen. Doppel-kastenfenster, wo außen die scheibe halb zerschlagen war. Alles wie in einem schlechten film. Ich hätte alles akzeptiert. Außer dem aschenbecher auf dem besprechungstisch. Zerschlissene sessel, deren rückenlehnen mit klebeband hilfsbedürftig verstärkt waren. Es war total die prekäre hipster g’schichte das alles. Und ob man uns zahlen könne, wisse man erst, wenn über die förderungen entschieden wurde, welche noch ausstünden. Auch ob die stundenanzahl halten würde, sei nicht klar – es könne so plusminus auch mal mehr (od. Weniger?) sein. Also die knuffige wurde interviewt. Nachlässig wurde die tür zu unsrem warteraum angelehnt. Wir begannen, magnetdarts zu spielen. Das interview dauerte viel zu lang. Zwischendurch kam der chef rein und fragte, ob wir unsre lebensläufe geprintet dabei hätten. Nein, weil wir hatten das gemailt. Er versuchte einen zu drucken, was nicht ging. Er hatte sich also nicht mal so weit auf die gespräche vorbereitet. Ich wartete mit egoistin inge, mit der pariserin und mit der texterin. Endlich durfte egoistin inge reingehen zum interview. Nachlässig ließ sie die tür zu uns komplett offen. Wir hörten wirklich alles mit. Dass man auch buchhaltung machen soll, denn eine buchhalterin könne sich die kreativklitsche nicht leisten. Mit inge lachte man und rauchte man. Man rauchte mit inge während des job-interviews. Was ist denn das für ein kranker laden bitte? Wir drei im nebenraum tauschten uns weiter aus. Ich sagte zur vierten (texterin nach mir in der reihe): ‚du, geh du nur vor – damit du deinen zeitplan auf die reihe kriegst, würd ich meine bewerbung sogar zurückziehen.‘ Ich war schon damals deutlich älter als die andren frauen. Mir war klar: mit dem argument ‚asthma‘ hätte ich dort sowieso kein leiberl. Nun, endlich war inge als zweite in der reihe fertig mit ihrem interview.
Jetzt gabs uns drei. Auch für die texterin wars schon zu spät. Sie hätte das gespräch gern verschoben. Ich sagte nur ‚asthma‘ und man nahm mich garnimmer wahr. Aber was sich um meine texterin abspielte, das war so ein mittelding aus grausam und menschenverachtend. Es sagte nämlich der weichenSpleen zu ihr: ‚damit ist das gespräch für mich beendet, wir brauchen garnimmer reden. Es ist für mich ok wenn sie jetzt gehen‘. Sagte er zu ihr. Mich nahm er ja nimmer wahr. Ich stand hinter der talentierten texterin und sagte ’sie will das gespräch doch nur verschieben‘. Er sagte: ’sie haben 2 terminmöglichkeiten fürs gespräch bekommen Es ist assessment und da wissen sie, dass sie sich zeit nehmen müssen!‘ (anmerkung: in der einladung ging nix draus hervor dass mehrere glztg geladen seien). Nun bei der einen wartete der hund, bei der andren das 21monats-baby. Die mit dem baby wusste: wir 2 fallen weg, also ist sie nun dran. Sie die sich als fünfte geduldet hätte in der interview reihe. Dieses fast cholerisch-werden des herrn weichenspleen lässt mich wieder in der kiste meiner lösungsorientiertheit kramen. Da hätte ich gesagt (zu frau asthma und zu frau texterin): „es tut mir leid, dass sie sich damit umsonst zeit genommen haben; werte frau texterin – ich hatte gestern und heute assessment center: wenn da wer dabei ist, kann ich ihnen leider keinen weiteren termin geben, wiewohl es mich sehr interessiert hätte, mit ihnen zu sprechen. Sollte sich aus den 2 assessmentSessions nix ergeben, würden wir uns melden“ das hätte ich gesagt, auch wenn ich gewusst hätt sie wird keinen termin kriegen. Aber der fatzke war zu unbeherrscht dafür. Es kann sein, dass einige von uns 3-5 frauen mal an den vergabestellen sitzen und wir uns den namen der firma ob ihrer skurrilität nur zu gut merken. Ich glaub er schlief an selbigem abend schlecht. Den 3 frauen, die ihr interview bekamen, wünschte ich den job deshalb nicht, weils liebe, urtolle frauen waren: Ich kann und will ihnen sowas nicht antun. /711w pic by dana-mapfactor, creditfree, thx pixabay.

233-MegaSuper_Akronyme

  • ams Arbeits Markt Service*
  • bms Bedarfsorientierte Mindest Sicherung*
  • cms Content Management System*
  • dms Dokumenten Management System*
  • ems Express Mail Service*
  • fms Freie Meditations Schule
  • gms Gute Muschel Suppe
  • hms Hochvergeistigter Martin Schingl
  • ims Italienische Morgen Sonne
  • jms Jugend Meister Schaft*
  • kms Kriegs Maschinen System
  • lms Leidende Mittel Schicht
  • mms Multimedia Messaging Service*
  • nms Neue Mittel Schule*
  • oms Original Micro Soft
  • pms Persisches Mohn Souffle
  • qms Qualitäts Management System*
  • rms Ritt Meister Schule
  • sms Short Message Service*

wie wir mit großem erstaunen feststellen, mussten die wenigsten obigen akronyme an den haaren herbeigezerrt werden, denn es gibt sie wirklich, je mit stern* gekennzeichnet. festzuhalten ist: es wurde nichts via google herausgefunden, außer der bedeutung von ‚mms‘. ein starker hang zu managementSystemen ist bemerkbar. die hochwohlgeneigte leserschaft ist herzlich dazu eingeladen, die buchstaben tms-zms dazuzusuchen. selbige können dann der administratorin per kontaktformular zugesandt werden.

232-Asocial_Academics

unter meinen vielen absolvierten ausbildungen ist auch eine trainer ausbildung. leider hatten wir einen nlp scharlatan als lehrer. nlp scharlatane sind solche, die ihre billigen nlp tricks gegen menschen anwenden, etwa um sie zu provozieren und aus der reserve zu locken. derlei provokationen musste ich mir eine reihe gefallen lassen aber beginnen wir von vorn. mit mir war die bea im kurs. und außerdem gab es noch den herrn bauer. der hieß eben so. das ist nix gegen bauern als berufsstand. die bea hatte, wie viele jahrzehntelang gediente bankfrauen ein hinterlistiges wesen. ich durchblickte das nicht von anfang an. ich glaubte ihr die falsch-liebe art. selbstlos führte ich sie auch in meine zugangsinstitution zum trainerdasein ein. ich sollte dies noch bitter bereuen. und gegen ende des kurses kam es dann, wie es kommen musste, zur obligatorischen teamarbeit. bea und ich waren schon ein zusammenarbeitspärchen. und aus mitleid schlug ich vor, den herrn bauer dazuzunehmen. weil der hatte eh nie anschluss weil er solchen zeitstress hatte. es handelte sich um drei gruppen, die je eine teamarbeit mit vortrag machten.
ich ergoogelte sämtliche teamarbeitstipps und hielt mich an die grundsätze, die da lauten: jeden miteinbeziehen, ideen der andren respektieren, optimale aufgaben aufteilung, offenheit und transparenz. gegensätzlich zu mir waren die zwei andren akademiker. ich schlug ne liste an themen vor, hoffte, die würden dies auch tun. sie waren beide unglaublich passiv. wo wir ja wussten, hr bauer hatte kaum zeit für nen extratermin wo man sich absprechen hätte können. übers wochenende hätten wir an den themen arbeiten sollen. wir hatten beschlossen, über arbeitslosigkeit AL zu reden. oder hatte ich dies beschlossen? ich hatte ja von den andren zweien keinerlei mitarbeit, ideen-einbringung,oder sonst irgend ein engagement bemerken können- dies trotz wirklich mütterlich aufopfernden bemühens. das wochenende war dazwischen, eine zusammenarbeit während desselbigen auch nur via mail verlief höchst passiv. ich bereitete meinen spezialpart vor. die bea sagte, sie würde einfach so allgemein
über AL was zusammenstellen. von hrn bauer hörten wir garnix. das war der moment, wo ich das mitnehmen des herrn bauer schon deutlich bereut hatte. wir hatten ihn ja nicht dazugenommen weil wir ihn brauchten, sondern weil er sonst bei keiner gruppe untgergekommen wäre. es näherte sich der tag unseres vortrags. überraschend erfuhren wir, dass herr bauer beschlossen hatte an dem tag seine frau in die stadt zu kutschieren anstatt in den kurs zu gehen, in dem er die teamarbeit präsentieren hätte sollen. er hat also nie auch nur einen finger gekrümmt für diese teamarbeit. es blieb die zusammenarbeit mit bea. das war eh schon ziemlich fies von ihr, dass sie sich das gesamte al thema gekrallt hatte ohne zu sagen, wovon sie nun genau spricht. wir hatten ja noch 20 min gehabt um letzten schliff zu verleihen. beide von uns hätten vortragen sollen. gesamtzeit 20 min. die bea sagte, naja sie weiss es nicht genau, sie glaube es würde so um die 5 minuten plusminus dauern. damit musste ich mich zufrieden geben. außerdem waren an dem tag die AL zahlen gekommen und an denen zog sie das alles auf. ganz schön fad das zahlenmaterial aber es war ja beas vortrag. teil der teamarbeit: nicht rumkriteln an der arbeit anderer. es kam zum moment unseres auftritts. ich läutete beas vortrag ein, sie sollte vortragen – ihren teil, und dann mir die bühne geben. dummerweise hatte ich gebeten, am ende reden zu wollen. diesen fehler begeh ich nie mehr wieder. die bea stellte sich raus als komplett asoziale egoistin. hielt sich lang and den zahlen fest, entschuldigte sich fast für das trockene zahlenmaterial und rollte die geschichte der AL auf. sie sprach und sprach. sie kannte keine uhr. sie sprach exakt 20 min. die gesamte bühne gehörte ihr. ich konnte nun eigentlich einpacken. wie es mir zwischen minute 6 und 20 ging, schreibe ich lieber nicht in worten aus. am ende durfte ich quasi ‚auch noch ein paar sätze sagen‘. ich läutete das ganze mal ein damit, dass die vorrednerin zu lang für diesen vortrag gebraucht hatte, brachte dennoch mein gesamtes konzept unter. in weiss nicht 3-4 minuten. aber gestresst und entkräftet. dieses nervenzermürbende verunsichernde warten während des elendslangen vortrags der bea hatte mich jene energie gekostet, die ich gern in den vortrag investiert hätte. bei meinem spezialthema gings um tipps und tricks die uns alle jederzeit treffen konnten. aber es interessierte niemanden mehr. weil sie waren alle schon zu sehr zugetextet von beas nervenzerrüttender zahlenspielerei und geschichtlichem abriss. den anschiss dass wir heillos überzogen hatten, den fing am ende ausschließlich ich ein: von diesem nlp arsc*loch. der wusste offenbar, wie man das machte: leute fertig.
was gibts am ende noch zu sagen. ich tauchte den rest des eh nimmer lang dauernden kurses komplett weg. holte mir mein zeugnis und kündigte selbstverständlich der bea jene zusammenarbeit auf, die wir in meiner institution hätten gemeinsam machen wollen. mit so einer fiesen schnepfe arbeit ich nie wieder zusammen.

Slivos_Hardware

ganze zwölf jahre zuvor konnte ich schon erste trainer erfahrung sammeln. gemeinsam mit slivo hatte ich einen kurs über computer und websites abzuhalten. es war so ein 1tages-ding. wieder hatte ich kleines bhs-proletarium mich gegenüber einem akademiker durchzusetzen. und leidergottes hatte auch diesmal wieder er den vortritt. es war ausgemacht, dass slivo einen blick in die hardware eines offenen pc tun lässt, und ich anschließend über die verschiedenen abstufungen von internet-präsenz und die vorstufen sozialer medien sprechen gedurft hätte. es war anfang der nuller jahre. nun, und so begann slivo mit der gesamten erklärung der hardware, ich wieder auf nadeln sitzend. er – der herr akademiker – heillos überziehend. wieder merkte ich, dass sämtliche positive energie von mir herunterrann wie prasselnder regen. ich zog einen ur-fots. ich sah angfressen drein. nun, am ende durfte ich wieder mal ‚meine paar sätze‘ anfügen, was eigentlich ein superkomplexer, positiver, energiegeladen fröhlicher vortrag hätte sein sollen. jenen bea schock hatte ich also einst schon erlebt gehabt. von jenem vorläuferbeispiel hatte ich aber – scheints – zu wenig in erinnerung behalten, um mich gegen den vorprogrammierten mega-beschiss durch die fiese frau bea zur wehr zu setzen. ich wollte einfach ein guter teamarbeiter sein. ich wollte die regeln beachten, die von anderen aber krass mit füßen getreten werden. wer mich jetzt noch auf eine teamarbeit einlädt, wird sich auf ein höfliches ’nein‘ gefasst machen müssen. /1031w_PicAguen_creditfreePixabay

231-Ten_Weeks_Ö1

  • MO 19h dimensionen: polanyi
  • DI 16h ambiente wiederholung
  • MI 21h nachtstudio: philosophie neuer rechter
  • DO 21h imGespräch: natascha wodin, übersetzerin
  • FR 19h hörspielgala
  • SA 9h mann in havanna
  • SO 18h alleinerzieher

230-FrühWölfin_Fängt_Wurm

die heute angehörte dimensionen-sendung Ö1 über erwinwurm lässt mich, auch diesbezüglich meine einschlägigen erfahrungen in der serie begegnungen-mit-prominenten zu beschreiben. Bei der allerersten begegnung, da saß er mit einer reihe an künstlern und kunstmenschen an einem großen tisch. Ich wusste, es müsste hier irgendwo der wurm anwesend sein, erkannte ihn aber nicht. So unscheinbar war er. Die persönliche begegnung verlief dann flüchtig im rahmen einer mini-vernissage eines unbekannten künstlers. Hinter dem eiligen wurm zog ein andächtiger tross an entourage mit, alle ehrfürchtig. Man hatte kirschen bei der vernissage kredenzt. Wurm stürzte sich begeistert auf das schüsselchen mit den kirschen und erst viele jahre später wurde mir gewahr, dass es ja garnicht anders hätte sein können, als dass wurm diese kirschen mag. Zeitlich auch zu jener zeit angesiedelt mags wohl gewesen sein, dass erwinwurm im klassiktreffpunkt Ö1 auftrat. 2 dinge, die mich da berührten. Bei einer diskussion an der WU erläuterte er die wichtigkeit von kunst und wurde von den jungen-möchtegern-manager fatzkes regelrecht verlacht. Wie weh tat das. Ja und dann hatte er seinen söhnen den film partyschreck aus den 70-ern gezeigt und sich köstlich über die späße dort amüsiert. Seine jungs aber fandens todlangweilig. Auch das muss irgendwie kränkend gewesen sein. Wurm nahms zur kenntnis, dass die jungen von heute eine andre art von humor brauchen. Und nun dapackt er das mit dem humor ja auch wirklich gut.
In der dimensionensendung konnte man auch einiges über seine frühwerke in erfahrung bringen. Und die interessieren mich viel mehr. Mich berührt viel mehr das werk eines künstlers, das er noch in der verkanntheit geschaffen hat. Und nicht jenes, das er dann schon unter leistungsdruck quasi kiloweis produziert hat. Etwa die palmers fotoserie. Oder auch der moment, wo der grundstein seiner berühmtheit, die 1min-skulpturen (hier entgoogelt), entstanden. Er war frischgetrennt und hatte kaum kontakt zu den kindern. Darüber hinaus wird’s mit dem erfolg in der kunst damals noch solala verlaufen sein. Und in dieser phase einer latenten verzweiflung fielen ihm die 1min-dinger ein, redhot chilipeppers verwendeten sie im video, er urgierte namensnennung im vid und der gesamte rest ist geschichte. Bewegend auch, wie seine nunmehrige langzeitpartnerin ihn kennenlernte und wie das alles anlief. Hier hab ich nicht das recht, dies auch noch auf meiner kleinen landesdomain zu erzählen, aber sicher die geschichte einer schönen, gelungenen liebe.
Am ende aber stört mich an ihm, was mich an allen berühmten künstlern stört. Er meint, er wisse alles- oder die medien meinen er wisse alles. Wieviel die künstler vom wahren leben der armen, ausgegrenzten, arbeitslosen wissen, ist infinitesimal klein. Am ende passt er mehr zur industriellenvereinigung der reichen als zur gewerkschaft der armen und der ausgebeuteten. Er ist jetzt eine echte haute volée. Und alles andere sind dann eben die bösen ’neider‘. Das ist so ein mensch, der nie wieder fallen kann. Den kleinen leuten werden laufend kränkungen zuteil. Ein erfolgreicher aber, der krallt sich an jenen kränkungen fest, die er in frühester kindheit vielleicht mal erlebt hat. Er spricht von den 70ern als einer für ihn trügerischen, beengenden zeit. Und mit der kunst erschloss sich ihm eine neue, ungeahnt große ebene. Damit aber ist für ihn das wahre leben ungesehen vorbei gezogen. Denn wo die menschen in den 70ern noch abgesichert leben konnten, steuern heute die meisten auf die ein oder andre art in den abgrund des burnout, der verarmung, der obdachlosigkeit zu. Und was sagt dazu der reiche, erfolgreiche? Sind eben nicht fleißig genug, beißen nicht genug rein. Er habe sich ja auch durchgebissen. Ja als einer von zweitausend. In einer völlig andren zeit. /589w, geralt, pixabay

229-Seilers_Gehen

Ein genialer, weil selten möglicher coup ist c.seiler diesmal gelungen. Zur zeit des größten frostes konnte er von der alten donau wie jesus übers wasser zum sonst seitens moissiweg verschlossenen gänsehäufel vorstoßen! Es ist in summe die von mir bis dato beobachtete längste route mit 7400 schritten. Er geht von U alte donau bis U donaustadtbrücke. Also von u1 zu u2. Für die beschreibung des imbisses zum-seestern war kein platz mehr in den zwei spalten. Aber es ist ein guter tipp. Berührend diesmal das aquarell, wo seiler im tiefen teil des wellenbeckens steht, ausgeschimpft dabei von zwei raben. Wäre noch barolo dabei gewesen, wäre all dies vielleicht verboten gewesen. Aber so konnte man kaum was sagen. Auch hier gibt’s eine ganz berührende stilblüte – im wahrsten sinn des wortes. Ich zitier ihn also aus freizeitheft/kurier des 18feb: „die duschen wachsen wie verblühte blumen aus dem boden.“
seine ganze geschichte heute erinnert mich an meinen weg, genau dort auf dem, was ich spiegeleis nannte. Cirka in der nähe des neu-brasilien trat auch ich aufs eis, und es war jänner 2003. Höchste zeit wärs nun gewesen, dies wieder zu tun, aber ich hatte nicht die ruhe dafür. Schön, dass seiler mir/uns lesern hier erzählt hat, wies war – was heute nicht mehr möglich ist. Im tauwetter. pic by aitoff pixabay

227-Seen_Dirk

meine begegnung mit stermann. Hier kann ich auf zwei begegnungen zurückblicken, wobei eine davon nur die vergangene cafe-Sonntag Ö1-sendung war. Die wird gleichfalls in 10 wochen kaltblütig eingestellt!
Sympathisch war mir der immer, weil grundsätzlich mag ich ja eigentlich deutsche. Außer sie sind frauen und nehmen uns österreicherinnen die raren arbeitsplätze weg. Aber stermann, der ist souverän, hat eine höchst ansprechend sonore, angenehm samtige stimme und wirkt dennoch nicht überheblich oder blasiert. davon abgesehen sieht er ganz einfach gut aus. Er versteht es, zu schreiben – und er schreibt dabei auch gern ernste oder gar traurige sachen. Die begegnung fand vor ungefähr 5 jahren statt, und zwar im buchladen kuppitsch. Einem der letzten wirklich prima buchläden, der auch ein schönes outlet hat (am alten akh).
Stermann präsentiert sein buch (wars ‚6Ö unter ersten5?‘). Ich arbeit grad in der nähe und will da unbedingt dabei sein. Es ist leider ein schwerer migränetag für mich. Ich will trotzdem dabei sein. Kuppitsch kredenzt gutes brot. Trinken tu ich dort eh nix. Trinken tu ich nirgendwo was. Ich falle damit auf, dass ich wo-immer, meine charakteristische blaue alvito-flasche dabei hab, in die rglmg leitungswasser nachgefüllt wird. Das wasser macht mich autonom. Und bei der migräne würd eh nix mit dem wein gehen, falls es wein gab, zum brot. Ich bleib bei brot und wasser. Ich will meinen stermann hören.
Ja und dann hör ich eben stermann und anschließend eilen alle zum guten brot. Zwischen stermann und mir gibt es einen kurzen, flüchtigen blickkontakt, einen aufmerksamen. Jetzt weiß ich nicht. schau ich wegen meiner migräneattacke einfach unbeteiligt-gut aus oder seh ich dumm aus, weil ich außer an den schmerz an nix denken kann. Ich weiß heute nicht mal, ob ich nun dort das gute brot aß, oder nicht. ich eilte nachhause, hatte stermann gehört und erledigte souverän die unaufhaltsamen folgen meiner migräne attacke.
Ich dachte, stermann wohne am R-platz in wien 1. Tatsächlich aber findet man ihn erstaunlicherweise im herold. Ein fehler, der sich mit einem lapidaren gang in den A1 shop und allenfalls meldezettel im handumdrehen anonymisieren lässt. Kurios auch, dass sein kumpane, ernsts sohn, nicht im herold aufscheint. Dermaßen textfüllend hätte ich mir die begegnungsbeschreibung nicht vorgestellt. Bleibt nur zu sagen: stermann gibt in cafeSonntag offen zu, dass manche derer gäcks in willkommen_Ö auch in deren beider augen schmähs minderer qualität sind.
Sagnmas wies is. Etwa finde ich (=rot(!), im integrationsbereich tätig) die eintönige blau-basherei schon regelrecht abgeschmackt und auszaht: So sehr, dass ich – fernsehlos – in der tvthek nicht mal mehr die gäcksgäcks anschaue. Und die gäste sind auch kaum je wirklich meins. Phettberg hatte einst bessere gäste. Oder er präsentierte sie anders. Oder ich war damals eben einfach noch jung. Kann alles möglich sein. Bin mit knapp fuffzg ka zielpublikum mehr: da sind jetzt andre dran. /460w_Pixabay_gardenews