306-Torpedierte_Lebenskonzepte

Ich meine mich zu erinnern, dass töchterle doch so etwas wie alte-philologie oder so studiert hat, oder etwa nicht? Seit seiner durchaus rühmlichen zeit als letzter echter wissenschaftsminister, den wir in Ö hatten, dürfte er nun zu sehr politiker geworden sein. Denn er sagt am 27apr folgendes in der wiener zeitung (S.10). „sanfte zugangsregelungen ermöglichen eine bessere verteilung der studierenden“ (töchterle,wz). Jetzt stelle man sich mal einen möchtegern-philologen (töchterle?) vor, der mit sanftem zwang (denn es ist nix andres) in ein technikstudium hineingezwungen wird. Frei nach dem erpresserischen motto: entweder du studierst jetzt dieses bauingenieurwesen, oder du studierst eben überhauptgarnix. Genau darauf nämlich läuft sich seine oh-so-sanfte forderung hinaus. Und nun will ja Ö exzellente abgänger von seinen unis haben, in der zukunft. Kann es die haben, wenn menschen in fächer gezwungen werden, die sie gar nicht leiden können? Wenn sie etwa ein mathe-trauma haben, das jeder zweite hat, der eben kein maschinenmensch geworden ist? Die furchterregenden zugangsregelungen werden laut dem zeitungsbericht erst ungefähr ab dem jahr 2018/19 in kraft treten. Im kommenden herbst käme man also noch leichter in fächer wie recht, publizistik oder politik. Es ist paradoxerweise (lt. Bericht) ausgerechnet die fpö, welche sich weiterhin für den freien zugang ausspricht. mahrer, töchterle hingegen packeln in dem punkt schon fleißig mit mitterlehner. (die övp/IV hat echt die meisten unsympathler: mitterlehner, sobotka(!); oder auch den kapsch von der IV). und ausgerechnet die grüne s.maurer trifft genau den punkt dessen, was ich mit diesem ganzen bericht sagen will. „den jungen leuten wird nach der matura die tür vor der nase zugeschlagen.“ Letztlich kreiert man auch hier künftige erwerbsverweigerer und damit sogar sozialfälle. Man zwingt sie in MINT-fächer, wo sie immer die letzten sein werden, weil sie mathe-informatik-naturwissenschaft-technik eben nicht lieben. Wer, wenn nicht ich als linguistin könnte dies so gut nachvollziehen. Sie haben matura und sie werden damit nix werden, wie aus einer reihe an vorherigen wölfIntentions hervorgeht. Es zählen nur noch die mit titel und seit entstehen der FH (~1995) bis zum harten interruptus anno startjahr 2018/19 (i.e. abschlussjahr 2022), für die dauer einer generation also, sind magister,BA,masters wie sand am meer produziert worden. Jene, die auf den zeitgeistexpress nicht aufspringen KONNTEN, weil ihnen rotschwarz die lange nase zeigt, stehen gemeinsam mit den pflichtschulabsolventen und einer komplett sinnlosen bhs-matura vor verschlossenen türen der jobagentur: genaugesagt sinds alle, die nach der jahrtausendwende zur welt kamen: Ohne titel zählen die nichts.
beispiel medizin: Ein zehntel der bewerber kriegt einen platz. Aber viel mehr als dieses zehntel haben die prüfung erfolgreich absolviert. Wer aller überzählig ist, wird aussortiert. Welch bittere enttäuschung nach der absolvierten reifeprüfung. Hier werden lebenskonzepte torpediert und zerstört, „sanfter“ herr töchterle. /445w_skeezePixabay

305-Kaffee_Kopfweh

vorab hier unser ausweichsender radioklassik.at , sobald ich ein programmheft habe, wird auch radiomaria.at reflektiert.
*** ~~~***
Grundsätzlich gelingt ein kaffeehausbesuch nur, wenn er nicht beabsichtigt wurde. Wunderer in hietzing und schottenring (bild von mir) wurden geschlossen. KaffeeMuseum/hawelka sind teure touristenfallen. Man merkt dort, dass die kellner ungeduldig werden, wenn man lang über seinem restkaffee sitzt. Der schaum des restkaffees wird mit einem teil aus dem glas wasser aufgepolstert und bis zum jüngsten tag wird so einen kaffee kein ober der welt wegnehmen. Wenn doch, so hat man ihn mit hektisch schlagenden flügeln und einer wortkaskade von kaffeeplädoyer leidenschaftlich zu verteidigen! Trinkbar ist dieser warme hansl eines restkaffees freilich nicht mehr. Er ist aber auswaschbarer und das ist doch eigentlich auch nett von uns sparsamen gästen und rinnen. Diese kleine ‚intention‘ entstand im gschamsterDiener,mariahilf. Das ist noch ein sehr gutes, und ohne zigaretten. Mit kleinem hoftrakt im sommer.

Die kaffee-intention war ja nur eine ganz kurze, sie wird daher mit dem kopfwehbericht ergänzt. Kürzlich beim HNO füllten mutter/tochter das anamnese-blatt aus. Hier fiel der name parkemed. Die tochter, noch schülerin, nimmt also bereits parkemed. Man kann dies mit thomapyrin und ratiodolorAkut in einen topf werfen. Kopfwehtabletten haben nur eine aufschiebende und meiner sparsamen erfahrung zufolge sogar unmittelbar und sofort suchterzeugende wirkung. Selbst habe ich parkemed nur ein bis zweimal im leben eingenommen. Die migräne attacke verschwindet, ist in ihrem restschmerz aber nur aufgehoben. Nimmt man das mittel früher während der migräne-attacke, so kann es diese zwar abwürgen, aber die nächste attacke wird dann nicht aufhören. Man halt also am freitag die migräne mit erbrechen. Wacht samstag auf, glaubt sich geheilt und sie kommt den ganzen tag wieder. Schläft nochmals. Wacht sonntag wieder mit einer restmigräne (ohne erbrechen, doch zermürbend) auf. Warum: weil man bei der letzten das mittel eingenommen hat. Der körper schmerzt also so lang rum, bis er das verlangte mittel kriegt, um die migräne endlich ausklingen zu lassen. Hier galts wirklich nur, auch die sonntägliche (dritt-tages!-) migräne zu ertragen, damit der körper erfährt: er wird das mittel nimmer kriegen.

304-Seiler_Guitar_Hermes

Heute leite ich die reflexion übers freizeitheft_1429 des kuriers ausnahmsweise mit guitar auf seite zwanzig ein. Als medienmensch leistet sich guitar noch einen fernseher. Wie das Schi fahren ist ja fernsehen heute keine selbstverständlichkeit mehr. Für mich etwa nicht. Ich hab keinen und hätt auch nimmer die zeit dafür. (dvds kosten eh schon genug zeit). Er ist nimmer leistbar. Man braucht spezialkastln und spezialantennen, ein spezialabo dazu vielleicht auch noch und die anmeldung ist gut 3x so teuer wie die günstige meines bloßen, über alles geliebten radios. Nach dem absageln meiner fünf lieblingssendungen von Ö1 (cafesonntag,synchron,nachtquartier,tagzutag) und der zerstörung des so gewöhnten sonntagabends mit einem unerträglichen zeitton (damit ist die schiene 22-23h caputo) muss ich auf radioklassik.at umsteigen – fallweise radiomaria: haben, wenn man die rosenkränze abzieht, auch dann und wann gutes und g’scheites). Aber guitar sieht in der nacht fern, zappt sich durch und schreibt über einen alten film, zu welchem ihm einfiel (ich erlaub mir, tartarotti zu zitieren) „ich werde aus meinem leben etwas besonderes machen, und nie nie nie werde ich dem teufelskreis aus erwerbszwang und konsumsucht in die falle gehen,…“ alle bobos, ex-popper und ex-68er haben sich das mal gesagt. Ich glaub, ich als primär-loser bin die einzige, die diesen schwur auch einhält.
Doch gehen wir nun über zu seilers gehen in schönbrunn. Es gibt diesmal wieder einige literarisch anmutende zitate darin. Etwa schreibt er über die e-zigis der japaner, deren dämpfen er ausweicht „ich beschleunige meinen schritt und verlasse die todeszone“ (himalaja-metapher). Ein sehr schönes gefühl, das ich auch immer habe, wenn ich vor eingängen zu gebäuden durch eine nikotingift-rauchwolke eilen muss. Weiters erklärt seiler das touristische verteilungsgesetz (bitte nachzulesen: köstlich und wahr). Empfehlung: Meidlinger-eingang, prachtallee entlang der glashäuser. Meine empfindung: ich geh ganz gern den klassischen weg in richtung schloss und tauche von einer sprachwolke in eine andere, das ist nämlich sehr reizvoll, wenn man das fast alles versteht – außer natürlich die japaner mit den e-zigaretten.

das freizeitheft erscheint wöchentlich samstag, phettbergs gestionen wöchentlich sonntags. da ich selbige ja genauso akribisch lese, hier erstmal meine punktuelle replik auf seine dieswöchige gestion vom 30apr. hermes‘ sir-eze, von mir augenzwinkernd in lady-eze umbenannt, tippt auf phettbergs anweisung, dass hermes dem professor asperger begegnet sei. kurioserweise habe ich mindestens zwei einschlägige radiosendungen in jüngster erinnerung und befasse mich jetzt fachlich mit der erscheinung, wie auch jener der inselbegabung (etwa achtsprachige linguistische autodidakten). und nun schrieb ich ja unlängst einen bericht über parkemed. den muss ich hermes schicken. denn ich warne vor parkemed. ich hatte genauso kopfweh und ertrugs tapfer, diesmal ohne das selten eingenommene parkemed. ich bin überzeugt davon, dass das 3tage-kopfweh die strafe für die frühere parkemed einnahme war. der körper will sich gewöhnen. es kann aber sein, dass hermes bei den tabletten, die er nehmen muss, eine rglmg parkemed-einnahme dazu-verkraften kann. bei mir ist das anders, als regelmäßige migränikerin. der hauptgrund, dass ich diesmal in die gestionen ging, hängt damit zusammen, dass Ö1 genaugesagt abgesagelt wurde: ein medienphänomen, dem ich seit der story 298 kein wort mehr widme, denn das kapitel Ö1radio ist damit beendet. reflexion zur gestion inspired by gestion /509w

303-Tuch_Zwang

Wir werden einen neuen 50er bekommen: der euroschein wird neu – wie zuvor der 20/10/5er. Wenn die hochwohlgeneigte leserschaft mal in ner bank ist, möge man sich bitte den folder über diesen 50er holen. Da ist eine junge frau drauf, die ein halstuch trägt. Ein enges um den hals, kunstvoll seitlich geknotet: soweit so gut. Sie sieht aus, als täte sie dies freiwillig. Ich will euch ein bankgeheimnis verraten. Es gibt in österreich eine bank, die schreibt ihren mitarbeiterinnen tatsächlich vor, ein halstuch zu tragen. Sie dürfen keine bluse einfach so tragen. Sie haben so ein blödes tüchl um den hals zu tragen. Dies kann als kontrapunkt zur öffentlich viel breiter ausgetragenen kopftuchdebatte erkannt werden. Oder die frauen müssen drunter knutschflecken verstecken. Oder – und das mag wohl der wahrscheinlichste auslöser sein: den herren geht der kulturstrick dermaßen gegen den strich, dass sie sich bei den frauen insofern rächen, als dass die ital. bankfatzkes ihren damen ein pflichttuch vorschreiben. Nun haben wir ja da oben ein bild von maky_orel(pixabay) und es zeigt ein polyestertuch. Frauen kennen gewiss dieses eingesperrtsein-gefühl, wenn es zu warm ist und um den hals, der sonst so bequem ist, um überschüssige wärme abzuführen und das blut oberflächennah über die schlagadern zu kühlen, um den hals also – da hängt dann so ein polyester-plastiktuch. Mir zumindest geht’s so, dass ich selbiges dann entnervt förmlich runterreiße. Jetzt stelle man sich mal vor, man arbeitet in der bank, im kundenservice und darf sich den fetzen nicht runternehmen. Wie beklemmend muss das sein! Und doch ist es realität – oder zumindest eine solche gewesen, als ich im jahr 2014/15 dieses gespräch führte. Aus rechtlichen gründen darf ich nicht hier reinschreiben, welche bank das so handhabt. Wer ein bisserl ahnung von der ösi banklandschaft hat, wird aber den kleinen hint im beitrag erkennen und dort künftig wachsam die augen aufsperren, wie sich die damen am bankschalter mit der tüchelei tun.

302-Chariots_of_VCM

sonntags begleitete ich wieder einmal den #vcm2017 wienmarathon, wenngleich das wetter morgens alles andere als einladend dazu gewesen ist. Es ist jedes mal eine überraschung, welchen teil des weges ich mitbegleite, wo und wie ich mich der u-bahn als hilfsmittel bediene. Ausgehend von der dvd-börse (die spritzte ich, man kam da kaum beim eingang rein) startete ich bei der längenfeldgasse. Ich hielt mich nicht lang an der wienzeile auf, sondern nahm gleich die abkürzung mit der U6 zum westbahnhof. Dort konnte ich etwa noch die „1. frau“ erwischen. Und vom westbahnhof ist es ja dann ganz bequem, mit meinem ‚marathonroller‘ die mahü hinunterzurollen, seitlich. Irgendwann an der mahü stellte ich mich an einen ubahn abgang, lehnte mich lässig an und …. – verschränkte die arme!(!!). Upps das hätte ich wohl besser nicht machen sollen. Wenn blicke von läufern töten könnten, könnte ich nun diesen artikel nicht darüber schreiben. Also die läufer erwarten es schon sehr, dass man sie anfeuert – oder wenn man wie ich dazu zu schüchtern ist – doch wenigstens ein bissl mitklatscht. Aber ich wollte mich selber von meiner anstrengenden rollfahrt etwas erholen und sah wirklich ganz entspannt, angelehnt, verschränkt den läufern bei laufen zu. Ob der wintertemperaturen war ich auch nicht sehr tussihaft gekleidet, also ich sah nicht besonders fraulich aus. Jetzt machte ich auf die läufer wahrscheinlich eher den eindruck einer notbedürftigen spannerin, zumal mich ja interessierte, wie die damen und herren heißen. Und das steht ja auf dem nummernteil. Aber wirklich ziemlich klein und jetzt muss man – in der bewegung – da ganz genau hinschauen. Nun hatten manche, fürs oberteil-ausziehen-wenn-warm, das nummernfetzerl eher auf lendenhöhe oder ungefähr in der nähe aufgehängt: der name steht ja unter der nummer. Ich bemühte mich, die namen zu lesen, falls ich doch wen auffallenden anfeuern wollte, in der geschwindigkeit, und ohne es zu wollen, mussten dann meine konzentriert fixierenden, kurzsichtigkeitsbebrillten argusaugen sehr oft die lendengegend der laufenden anvisieren – denkbar unangenehm das ganze. Für alle beteiligten. Es ist eigentlich bei jedem vcm so, dass mir 1-2 läufer oder blickkontakte lange in erinnerung bleiben.
Dieses jahr war das jerome, dessen lauf-nummer ich leider nicht weiß. 43000 läufer werden doch schon einiges an jeromes gehabt haben. Und während ich noch nachdachte, ob ich ihn auf französisch oder spanisch anfeuern sollte, war er schon vorübergelaufen und ich sah nur noch sein cape. Er wär verwirrt gwesn, hätt evtl zruckgschaut, wär gstolpert oder was weiß ich alles noch. Es war wiegsagt auf der mahü. Und er hatte einen schwarzen zorro hut auf und so ein schwarzes cape. Er war charismatisch und er war ein kostümläufer. Deswegen meine idee, hier spanisch zu feuern. Aber es war ohnehin für alles zu spät. Vielleicht lief er eh nur halbmarathon. Ich bewundere jeden dieser läufer. Weniger bewundere ichs, wenn sich einer danach ne zigi anzündet und diese verhöhnung gegenüber seiner lunge dann auf instagram postet.
Toll an diesem vcm war auch: ich nahm bei neubaugasse die U3 und fuhr wien mitte. Von dort rollte ich zur radetzkystraße, über die franzensbrücke, danach rechts in den prater rein und tatsächlich bis zum praterstern. Es war eine superstimmung und ein zauber über der stadt. Das wetter hatte sich zwischenzeitlich auch spürbar gebessert. Der gelungene tag wurde mit sushi vom lee und weißer trinkschoki vom mcDo gefeiert. /pixabay_wolfblur 537w

301-Die_Krilit.at_Messe

es muss im jahr 2013 gewesen sein, dass ich auf magische art zum ersten und bis dato einzigen besuch einer krilit.at kam: der kritischen literaturmesse. sie ist eine art kontrapunkt zur ekelhaften wiener büchermesse, welche im beisein gelangweilt aggressiver schulklassen profitgierig gegen eintritt in der messe-wien verleimte papierziegel verhökert – seelenlos, unendlich laut und lieblos.
aber nun zur krilit und wie ich zu ihr kam. zufälligerweise verschlugs mich ~2013 zum praterstern, wo ich eine s-bahn nehmen musste. auf einer sitzbank lag lapidar so ein einladungsblatt zu dieser krilit. selbiges gab mir auch erstmals die einzigartige gelegenheit, das wiener gewerkschaftsgebäude kennenzulernen. denn nur einmal wurde diese krilit dort erlaubt. es gibt nämlich sehr spürbare unterschiede zwischen links und linkslinks. die krilit ist kampfmarxistisch linkslinks. die gewerkschaft hingegen immer bestrebt, auch mit dem wirtschaftlichen establishment einen gemeinsamen weg zu finden. ganz offenbar war die krilit zu subversiv, um weiterhin in der gewerkschaft ein dach zu finden. doch nie danach in der brunnenpassage hatte sie eben ein so exklusiv gediegenes ambiente. es gab ebenerdig säle und in denen gabs schwerpunkte. in einem saal hörte ich die scholl orf-korrespondentin (eine brachial-gutmenschin und damit nix für mich, doch immerhin russlandkundig). und dann gabs einen saal mit hobbylyrikern: ein herr mantler (name ungeändert & authentisch) gab mir sogar seine visitenkarte. ich hab ihn aber dann nie visitiert. ja und seither findet die krilit wiegesagt immer in der brunnenpassage statt. die ist glaub ich nix für mich. von 12-14 mai ist sie wieder dort: für wen’s interessiert.
ich will im zuge dieses beitrags wieder auf meine mit viel hingabe gestalteten linklisten verweisen: die vorder-, wie die rückseite (im sidebar oben anwählbar). sie werden in den nächsten wochen ein bisschen praktikabler umgestaltet. hinzu kam kürzlich die presseschau des dlf_press_schau (rückseite). pixabayEricfleming8

300-Überwundene_Kluft?

Bei der „kluft“ geht’s um die ehemalige kluft zwischen nichtakademikerinnen und akademikerinnen im berufsleben. Es ist schier erschreckend welche inflation an bildungsabschlüssen in den letzten jahren in den firmen einzug gehalten hat, beginnend mit der tautologischen besetzung von stellen an jener institution, die diese produziert. Magistras lassen sich an der wiener uni ausbilden, und anschließend stellt ebendieselbe wiener uni diese magistras als ihre eigenen sekretärinnen ein. Wie pervers ist das denn jetzt bitte. Früher hat man sich bemüht, einen hohen bildungsabschluss zu erreichen, um nicht selbst einfach nur tippse werden zu müssen – und heute schlagen sich die fertigen magistras um ebendiese ehemaligen tippsenstellen: auch und vor allem in privatwirtschaftlichen firmen. Das statussymbol heutiger firmenchefs ist nicht mehr der eigene titel, denn der ist ja ohnehin eine selbstverständlichkeit. Heute ist ein firmenchef nix, wenn er nicht zumindest eine frau magistra als sekretärin eingestellt hat. Es gibt selbige ja wie sand am meer: sie sind willig und machen alles. Sie machen auch komplexe kalkulationen, selbst wenn sie eigentlich von den geisteswissenschaften herkommen. Sie können alles, denn sie sind die wunderwuzzis. Man kann ihnen eine sperrige 140 seiten-broschüre in die hand drücken, sie scannen sie ein. Wer weiß, was 140-seiten-heft einscannen bedeutet, weiß, wovon ich rede. Man kann den wunderwuzzi-magistras marie-curie-stipendien-förderanträge aufbrummen: sie werden jegliche hürden in den inbegriffenen excels souverän überwinden. Sie sind die halbgöttinnen der sekretariate. In vielleicht 20 jahren wachen sie selber auf und wundern sich, dass sie als magistra für eine frau magistra einscannen müssen: derselbe hochschulabschluss – eine mit hochdotierter führungsposition, die andre mit prekärem hand-in-mund schleudersitz. Letztlich wird sich das alte rollenbild widerspiegeln. Die frauen magistras sind unten, die herren magister oder ätzende Phd’s sind oben. Wie frustrierend muss das sein: wofür hat frau studiert, wenn sie dann die handlangerdienste macht. Und vor allem: was machen die maturantInnen der BHS, die den sprung in den uni-abschluss nicht geschafft haben. Gleichzeitig wird ja der uni-zugang künftig noch mehr erschwert. Jene akademikerinnenschwemme ist also ein vorüberziehendes kuriosum, das nie gelegenheit gehabt haben wird, sich fachspezifisch hoch zu qualifizieren. Denn es wird heißen „sie haben studiert, und warum danach nur als sekretärin gearbeitet…?“ wer dann seinen uterus nicht in gang gesetzt hat, wird sich nur schwer rechtfertigen können. /365w_pixabayPernal1

299-Golf_Strikes_Back

ich beliefere den 48er tandler nahe der MA48 im fünften gerne und regelmäßig mit gesehenen dvds für die ich keine weitere verwendung mehr habe. meist schaue ich donnerstags dorthin und mache mein update. es wundert mich immer wieder, dass ich kaum je ohne 2-6 neue dvd’s von dort weggehe. für jede zahle ich 2 euro – was, wenn ich sie zurückgebe, einer leihgebühr entspricht. doch kann ich sie auch einfach behalten und mir zeit fürs ansehen lassen, solange ich will. vergangenen donnerstag war das zentrum des 48er tandlers auf „GOLF“ hergerichtet. es waren so fahr-caddys da und unglaublich viele schläger. einer davon hätte mir ganz besonders gefallen. er war etwas graziler und nicht so wulstig wie die herrenschläger. und tatsächlich stand da ‚girls‘ oder sowas drauf! aus dem fußbook kannte ich die hani (name geändert). sie hat als medizinerin einen sicheren labor-job und verdient sich krumm und blöd. als single fing sie naheliegenderweise zu golfen an. sie wurde völlig verrückt nach dieser golferei. ich halte golfen für arrogant, eingebildet und dekadent. ich hasse golfer und golfen, weil mir die großverdiener komplett gegen den strich gehen. meine clientele sind die armen, vergessenen und weggeleugneten. nichtsdestotrotz schrieb ich der hani eine nachricht, dass der 48er tandler schläger hätte und auch sonst so requisiten. hani schrieb mir zurück „danke, dass du an mich denkst, aber ich bin gut ausgestattet.“ im zuge des erhaltens dieser nachricht fiel mir diese eklatante diskrepanz auf. warum auch sollte einer dieser stinkreichen arroganzling-golfer ausgerechnet beim 48er tandler seinen schläger kaufen. er weiß ja offenbar ohnehin nicht, wo er sein vieles geld hineinsteckt! ich fands aber so lieb. die hatten sogar einen vw käfer mit einer gras-attrappe verkleidet, um dieses golf-flair belustigt darzustellen. und es arbeiten einige sozioökonomische arbeitsmarkt-opfer dort, wie ich mutmaßen kann. da versuchen also die sozioökonomerln die stinkreichen golfer anzulocken und dann kommen diese blasierten fatzkes erst recht nicht vorbei, weil sie eh ‚gut ausgestattet sind‘. irgendwie traurig und doch so berührend.
EDIT: ergänzende anekdote 27apr. es ließ mir keine ruhe. 4 tage später kaufte ich mir einen woman-schläger um nur vier euro. es ist ein linkshändiger schläger, aber mir ist das egal. er ist vollkommen ungebraucht. zuhaus hatte ich einen einzigen golfball. ich verwendete also die zwei dinge und flugs vertrollte sich mein einziger golfball irgendwo in einer ritze meiner wohnung und ich kann ihn jetzt nicht mehr finden. morgen geh ich in den sporthandel und kauf mir ein paar so deppate golfbälle. ich hoff, sie sind nicht teuer. ich bin so ein prolet. lol.
/pixabayPexels

298-Ein_Sender_Schafft_Sich_Ab

Ö1 schafft sich ab. zuerst zerstört es sein logo. der einser rückt eingeschüchtert, eingespart und verunsichert auf die seite. er rückt nach rechts. na wenn das kein zeichen ist. oft ist das logo – etwa als sponsor – ja sehr klein dargestellt. es wird dann überhaupt nicht mehr erkennbar. die verunsicherung merkte man in den letzten wochen schon durch die exorbitant häufig auftretenden versprecher der sprecher und rinnen. (das zitat ‚rinnen‚ hab ich vom kirschläger). wir haben kein nachtquartier mehr. wir haben kein von-tag-zu-tag mehr. wir haben kein cafeSonntag mehr. alles was spaß machte, kommt weg. aber der ätzenden schiene ‚jazz‘ widmet Ö1 künftig ‚milestones‘. doch das interessiert mich dann alles nimmer. ein letztes mal begutachte ich das radioprogramm für die nächste woche. und verabschiede mich von jenem sender, zu dem ich nach der einstellung von blue-danube-radio geflüchtet bin. anschließend flüchte ich in die arme des herrn, nämlich zu radiomaria.at, und in geordis bereich: radioklassik.at (selbiges hatte gestern carl manner in den lebenswegen, profiliert sich also nach und nach auch im bereich der wortsendung/en).
mo 16h passagen
di 19h dimensionen: bredekamp & nachtquartier
mi 21h sbg. nachtstudio & nachtquartier
do 21h im gespräch: eva horn & letztes synchron+nachtquartier!!
fr 10h intrada & LETZTES von-tag-zu-tag
sa 17h diagonal: 1967
so (30.4.) letzter Ö1 tag; cafe sonntag m.franz schuh

das SYNCHRON filmmagazin wurde 1984 ins leben gerufen und wird nach der heutigen sendung eingestellt beispiel . es mag anfangs mutig gewesen sein, im radio eine filmsendung zu machen, aber sie ist all die jahre toll gelungen und auch um diese sendung trauere ich unendlich. sie ist ein konzept, das man radioklassik eigentlich anraten könnte, wenn sich Ö1 jetzt zu gut ist, filme zu besprechen. gesagt wurde, filme würde man künftig im kulturjournal besprechen: nur werden sie dort weit weniger platz haben. so wie ja auch la-chanson kaum platz in den spielräumen hat. ich bin ordentlich angefressen, das sage ich hier ganz offen. wirklich mächtig angefressen, wie man jahrzehntelange institutionen so kaltschnäuzig einstampfen kann. das ist mutwillig: es ist zerstörerisch.

Thurnherrs Glosse zum letzten Café Sonntag: es ist eine ganz ganz lange tradition, die mit dem cafe sonntag zu ende geht. denn es war ein würdiger nachfolger des doch schon recht verzopften guglhupfs gewesen. obwohl auch dieser seinen liebreiz gehabt hatte, erinnerte er doch an die wirtschaftswunderjahre. franz schuh ist gast in diesem c-sonntag gewesen: würdig. thurnherr gleicht sich in seiner abschiedsglosse schuhs hypertrophem satzstil an: ausschweifend und kaum intellektuell verfolgbar, weil stilverliebt in seine eigenen langen sätze. nur für hirnverwixte akademiker und rinnen nachvollziehbar und inhaltlich verständlich. aber dennoch sind elemente in thurnherrs abschiedsglosse, die das aufweichen des Ö1 programms ganz allgemein begleiten könnten. wie ich schon bei guitar in seilers_guitar anklingen ließ: der sonntagabend implodiert komplett. die wirkliche wochen-einstimmungsstunde 22-23h wird zerschossen mit einem sinnlosen zeitton, contra und matrix werden vorverlegt. das ist tödlich fürs proggy, echt tödlich. ja, es sind wahrlich harsche worte, mit denen ich in diesem beitrag auffahre, aber wer sonst – außer meine wenigkeit und allenfalls phettberg-der-elende werden sich tatsächlich über das komplette zerschießen des programmschemas mokieren?! eh keiner. traut sich keiner oder hört(e) sichs eh keiner an. Ö1 hat nun eine nichthörerin mehr, namens wölfin.

abgesang aufs cafe kam durch ein lied von molden-mit-resetarits: just-remember-that-death-is-not-the-end/des is ned des end. es erinnert mich ans end-lied von bluedanube-radio anno 1999/2000: life is eternal, death is only a rising. ich will mich hier nicht echauffieren über was aus dem programm wird. außer vielleicht mit dieser kleinen vorwegnahme: man wird sich nach neuem bobo-publikum ausrichten, das über fm4 hinausgewachsen ist. es kommt also mehr unerträglicher lärm hinein und wird uns als kunst verhökert. weil das alte hörerpublikum wegstirbt. das publikum stirbt weg, aber so leider auch der sender. baba bluedanube, baba Ö1: das ist nimmer meine hörwelt.