338-Parkinöser_Schluckspecht

ende letzter woche hatte ich ja die gemeinsame gartentour beschrieben. Es war schon meine zweite. Hier trafen sich ein paar, teils etwas sonderbar anmutende individuen, zu größten teilen aus dem ein oder andren gemeindebau. Und wir fuhren gemeinsam gärten anschauen. Wir waren also für vier stunden eine reisegesellschaft, die letzte stunde verbrachten wir gemeinsam im letzten besuchten garten. Es ist recht wichtig, wenn man hinkommt, dass man gleich abcheckt, wie die leute gewickelt sind und – selbst wenn das mühsam anmutet – man möge sich auch tunlichst ein wenig im smalltalk einbringen, denn man wird ja vier stunden gemeinsam durch die stadt reisen. Gott bewahr, es setzt sich da ein ungustl neben mich, oder eine meterbreite ungusteline. Wir hatten eine solche an bord, muss ich dazu gestehen. Referiert aber wird hier über den parkinösen schluckspecht.
Er war schon da, als ich ankam. Er hatte ein bva kapperl auf und war zweifelsohne unbestreitbar schon im pensionsalter. Dieser mann muss wohl beim bund beschäftigt gewesen sein. Sein bva kappl war vorn eingedepscht. Die eindepschung galt wohl für sein gesamtes gehirn. Denn es begab sich folgendes. Er dürfte (hoffnungslos single und leider notgeil) die gesamte reisegesellschaft von rund 30 leuten abgecheckt haben nach der noch weitgehend vertretbar jüngst-attraktiven. Diese wahl muss wohl, angesichts der sonderlichkeit von uns allen, doch noch auf mich gefallen sein. Aber so sehr war mir das garnicht aufgefallen. Doch wir landeten ja in ROBINS NEST. Zuvor genau beschrieben. Da sind die leute so auf steige raufgeklettert, ziemlich gefährlich. Ich musste mich da aber anschließen, denn es war teil der tour und ich konnte mir den rundgang in der idealen gstättn nicht entgehen lassen. Jetzt pflanzte sich der desaströse schluckspecht direkt vor mir am steilen weg auf, so dass man links und rechts nur abrutschen/abstürzen konnte. Um weiterzugehen, musste ich an ihm vorbei, er bewegte sich keinen schritt. Er ging auch nicht nach vor. Um fallhöhe zu verringern, musste ich mich noch dazu ein bissl bücken, an seiner seite vorbei: der seite von dem notgeilen schluckspecht, dem notgeilen einsamen pensionisten-A*hole. Hat dieses oide biest doch die frechheit, während ich da so an ihm vorüber krieche, seine hand auf mein breitseite zu legen! Also auf den rücken, aber eigentlich an der seite, quasi unter der brust! Und was soll ich da tun? Zeugen gibt’s keine, wir waren nachzügler!
Ihn runterstoßen? Steh ich wegen fremdgefährdung da. Was blieb mir über? Eher zu leise sagte ich ’nicht angreifen‘. Dann huschte ich vorbei, schleunigst anschluss an die gruppe vorn suchend. Während des gesamten ausflugs suchte er ständig meine nähe, immer wieder mit gestohlenen gesprächsfetzen einen konversationsfaden aufsuchend. Den ich entweder völlig ignorierte, oder mit einer lapidaren meldung vom tisch stieß. Am ende waren wir im verbleibe- konversations- und feiergarten. Es war sein garten: er war dort zhaus, offenbar. Da ich eine der letzten war, die ging, musste ich dem A*hole auch noch coram publico die hand artig zum abschied geben. Und ich konnte mich nicht wehren. Denn als spinnerin wäre ich dagestanden. Das ist so ne grausliche art, sich so ausgenutzt, betatscht, gedemütigt zu fühlen. Einmal mehr reagiere ich mich schriftlich ab, und verleihe dem alten notgeilen A*hole mit der eingedepschten saturiertheitskappe den titel ‚parkinöser schluckspecht‘. Auf dass er nie wieder eine frau berühren möge, schon garnicht gegen ihren willen in einer unausweichlichen situation. /547w_