33-Inaktivitätsfalle

von der inaktivitätsfalle (jobagentur's geprägter begriff mit bezug auf zu hohe bms versus zu niedrigem mindestlohn) zur aktivitätslähmung. neben dem brotberuf arbeite ich ehrenamtlich als sozialarbeiterischer caseManager. eine zusammenfassung des arbeitslosigkeitsdilemmas kann in folgendem anonymisierten fallbeispiel drastisch-plastisch dargestellt werden), wir nennen ihn markus. er ist ende 40 und seit über 1 J auf aktiver arbeitssuche. beim jobagenturTermin trifft er auf ne vertretung, weil sein berater krank wurde, wen wunderts. die vertretung ist sehr schnippisch und ohne grußwort herrscht sie ihn an 'Na? Sind Sie AKTIV?' markus ist überrumpelt von der vertretungssituation ansich, und vom respektlosen eingangswort im besonderen. der termin verläuft in der folge höchst unliebsam. die vertretberaterin schießt sich auf markus ein und ob der unstimmigen chemie beschließt sie, ihn in einen sozialökonomischen betrieb zu stecken. wehren gilt als vereitelung mit bezugssperre. also trabt markus wie ein geschlagener hund dorthin, ist komplett von der rolle darüber, was dort abgeht. ein kollege wehrt sich. sofort wird er in ein extrazimmer zitiert, in welchem er von einer traube an trainern NLP-technisch traktiert wird. was markus erwartet, schwant ihm umgehend. er wird zwangsweise in vorsätzlich DEQUALIFIZIERENDE arbeit gesteckt. wehren gilt als vereitelung mit bezugssperre. markus sucht hilfe bei einem einschlägigen verein. dort sagt man ihm: wenn er unterschrieben hat, ist es zu spät. aber - siehe trainerzimmer - man sieht, ja, was passiert, wenn wer nicht unterschreibt. das drastische an der geschichte  ist: markus WAR ja akribisch auf der suche nach arbeit - nach einer nachhaltigen, in der er weit über 50 werden kann! nicht was, wo er innerhalb weniger monate - schwerst nachhaltig dequalifiziert - so ein nervenbündel ist, dass man ihn auf die reha-haufen schmeißen kann. und das dauert. und dafür möge er in RUHE gelassen werden. denn keiner ruht sich gern auf den wenigen 'netsch' aus, die die notstandshilfe bringt, von der bms ganz zu schweigen. aber mit derlei techniken macht sich die jobagentur ihre eigene clientele kaputt und fördert eine ganz andre industrie: die der schnellsiede-trainer/innen(!) und die der reha-recycler, die sich für recht gutes geld um die kaputtgemachten dann noch scheren. http://malmoe.org/artikel/alltag/3123 /119,336wds

32-Verselbständigende_Selbständigkeit

dies ist nun mein erster klassischer alpha-artikel auf der domain-website. die alpha rubrik handelt von alltäglichem, politischem  und gesellschaftsorientiertem. hier geht es nun um die forcierte selbständigkeit, in die uns banken treiben wollen. sie stellen einerseits frei, bis 19h termine zu bekommen, wollen aber andererseits sowohl online banking wie auch beratung-via-skype forcieren. sie versuchen damit, mit der zeit zu gehen. unberücksichtigt bleibt dabei, dass es eigentlich sehr viele menschen so wie früher haben wollen - wo drei und mehr schalter offen waren, zu denen man in bargeld-angelegenheiten gehen konnte. heute ist beinhart nur ein einziger schalter offen und tausende weiblein stellen sich an dem an, die sich alltagskonversation und ein bisschen zwischenmenschliches vom knackig beanzugten bankangestellten erhoffen. dahinter leute, die einfach ihre geldgeschäfte regeln oder hunderter wechseln wollen. es ist eigentlich unmöglich geworden, in einer bank ganz normal wie früher geldgeschäfte erledigen zu können. man braucht dazu stehpotential und vor allem viel tagesfreizeit.
was nun veranlagungen angeht, so wechselten die berater von termin zu termin -  nur in den seltensten fällen hatte man über jahre hinweg denselben, dem man vertrauen konnte. letztlich landet man als kunde vor einem pool, wo die termine so vergeben werden, wer halt grade zeit hat. und damit kann man auch bei einem lehrling landen. selbiger bemüht sich zwar sehr, ein großer, gewissenhafter banker zu werden - doch als kunde fühlt man sich gedemütigt, die geldsachen einem lehrling anvertrauen zu müssen. man wird diese bank mit dem pool daher künftig nicht mehr aufsuchen. der bank ist es egal. sie hat ja ohnehin nur mehr lästige kunden, die beinhart an sparbuch/bausparer festhalten. regelrecht zwanghaft werden einem sogenannte produkte vorgestellt, doch die interessieren uns kleine sparer überhaupt nicht mehr.  ja es kann gar sein, dass man zum vorab vereinbarten termin kommt, der/die beraterin aber noch hektisch zwischen platz und kopierer/drucker rumläuft, weil prospekte für die präsentation an den kunden ausgedruckt werden müssen. mit verlaub: der kunde hat nie danach verlangt, in irgendwelche immo geschäfte mit reingezogen zu werden. und kaum dass man gutentag gesagt hat, wird man schon zugequatscht - ja zugemüllt regelrecht mit immo-veranlagungen goldorientierten veranlagungen, bis hin sogar zu versicherungen, versicherungen! in der not weiß die bank nun keinen weg mehr, als versicherungen zu vertickern, primär lebens. aber man kann auch haushalts haben. man kann auch mit seinem vers-zeug hinkommen und das alles untersuchen lassen, ob es passt. es wird nicht passen. weil die bank mit entsprechender eloquenz die geeignetere option hat. die sinnhaftigkeit eines wechsels freilich erkennt man erst, wenn ne leistung fällig wird.
zusammenfassend resultiert all dies darin, dass die banken jubelnd verkünden: knapp die hälfte der kontoinhaber tätige die geschäfte ohnehin schon online und es hätten die jüngeren schon seit einem jahr keine bank betreten. na klar, wenn wir auf diese weise rausgemobbt werden aus den banken./117
(nun, dies war jetzt mal ein warmwerde-artikel (am chili getippt, zu linx gesandt), für die alpha rubrik: es bleibt abzuwarten, welche politisch und gesellschaftskritisch 'journalistisch' vertretbaren ideen mir noch dazu kommen - fazit: jetzt wird mal ganz kräftig zugebloggt, bis ich wieder ordentlich in fahrt bin) 506wds